Auf einen Blick


Pressemitteilung

173/2011/55/A
München, den 24. Juni 2011

Zum Weltdrogentag

Legale Drogen für rund 83 Prozent der Krankenhausbehandlungen wegen psychischer und Verhaltensstörungen verantwortlich

Im Jahr 2009 wurden in den bayerischen Krankenhäusern 62 728 vollstationäre Be-handlungen von Patienten mit psychischen und Verhaltensstörungen, verursacht durch psychotrope Substanzen, durchgeführt; dies waren um 2,2 Prozent mehr als 2008. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren in 83 Prozent der Fälle die Patienten aufgrund des Konsums von legalen Drogen in stationärer Behandlung.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung anlässlich des Weltdrogentages mitteilt, wurden im Jahr 2009 in den bayerischen Krankenhäusern 62 728 vollstationäre Behandlungen von Patienten durchgeführt, die (als Hauptdiagnose) psychische und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen zeigten (psychotrope Substanzen sind Drogen wie z.B. Tabak, Alkohol, Opium, Cannabis, Kokain, Tabletten sowie flüchtige Lösungsmittel). Dies waren rund 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr (2008: 61 367) und rund 3,4 Prozent mehr als neun Jahre zuvor.

Bei 52 060 Fällen waren der Konsum von legalen Drogen wie Alkohol, Tabak, pharmazeutische und chemische Produkte verantwortlich für die Störung. Dies entsprach fast 83 Prozent aller Behandlungsfälle wegen psychischer und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen. Illegale Drogen wie Heroin, Kokain, Opium und Cannabis waren dagegen „nur“ in 10 668 Fällen verantwortlich für einen vollstationären Krankenhausaufenthalt.

Bei mehr als zwei Dritteln (69 Prozent) aller aufgrund des Konsums legaler Drogen erfolgten Krankenhaus-Behandlungen waren die Patienten männlich. Mit Blick auf das Alter der Patienten mit der Hauptdiagnose Konsum von legalen Drogen zeigt sich, dass in 23 Prozent der Fälle die Patienten jünger als 30 Jahre waren. Dabei ist auffallend, dass die Fallzahlen in der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen sprunghaft ansteigen gegenüber der Altergruppe 15 Jahre oder jünger, dann aber auch wieder stark sinken. Erst die Altersgruppen ab 40 bis unter 55 Jahre haben wieder einen vergleichbar hohen oder noch höheren Behandlungsbedarf aufgrund des Genusses legaler Drogen.

Bei den Krankenhaus-Behandlungen aufgrund des Konsums illegaler Drogen waren sogar nahezu drei Viertel aller Patienten männlich. In fast 51 Prozent der Fälle waren die Patienten noch keine 30 Jahre alt. Ein sprunghafter Anstieg der Fallzahlen ist hier in der Altersgruppe der 20- bis unter 25-Jährigen zu verzeichnen.

Behandlungen von Patienten mit psychischen und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen in bayerischen Krankenhäusern 2009
- Vollstationäre Behandlungsfälle - nur Hauptdiagnosen -

 

 

 

 

 

 

 

Altersgruppe

Behandlungsfälle

davon Fälle aufgrund

legaler Drogen

illegaler Drogen

ins-
gesamt

darunter von
männl.
Patienten

zu-
sammen

darunter von
männl.
Patienten

zu-
sammen

darunter von
männl.
Patienten

 

 

 

 

 

 

 

unter  15                     

 839

 418

 816

 403

 23

 15

15 bis unter 20              

5 588

3 600

4 909

3 149

 679

 451

20 bis unter 25              

5 506

3 739

3 434

2 268

2 072

1 471

25 bis unter 30               

5 535

4 106

2 877

2 082

2 658

2 024

30 bis unter 35              

5 197

3 957

3225

2 326

1 972

1 631

35 bis unter 40              

5 835

4 323

4 554

3 334

1 281

 989

40 bis unter 45              

7 923

5 698

6 995

5 039

 928

 659

45 bis unter 50              

8 206

5 703

7 697

5 305

 509

 398

50 bis unter 55              

6 666

4 735

6 410

4 564

 256

 171

55 bis unter 60              

4 427

3 080

4 321

3 006

 106

 74

60 bis unter 65              

2 853

1 945

2 810

1 922

 43

 23

65 bis unter 70              

1 994

1 278

1 954

1 261

 40

 17

70 bis unter 75              

1 268

 814

1 236

 799

 32

 15

75 bis unter 80              

 570

 336

 539

 321

 31

 15

80 bis unter 85              

 200

 95

 182

 92

 18

 3

85 bis unter 90              

 101

 43

 85

 38

 16

 5

90 bis unter 95              

 11

 4

 8

 4

 3

 0

95 oder mehr                  

 9

 2

 8

 2

 1

 0

 

 

 

 

 

 

 

insgesamt                    

62 728

43 876

52 060

35 915

10 668

7 961



Weitere Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Krankenhausstatistik – Grunddaten, Diagnosen und Kostennachweis 2009“. Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Eine ungebundene Druckversion kann beim Vertrieb zum Preis von 10,50 € erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.