Auf einen Blick


Pressemitteilung

157/2012/42/A
München, den 20. Juni 2012

Jeder achte bayerische Beschäftigte hatte 2010 einen befristeten Arbeitsvertrag

Gut 4 Prozent der 35-Jährigen oder Älteren waren befristet beschäftigt

Im Jahr 2010 hatten im Freistaat nach Meldung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung rund 13 Prozent der abhängig Beschäftigten einen befristeten Arbeitsvertrag. Berücksichtigt man unter den abhängig Erwerbstätigen Auszubildende, Praktikanten und Personen in einer Umschulung nicht, so verringert sich der Befristungsanteil auf gut 8 Prozent. Zeitlich begrenzte Verträge traten bei jüngeren Personen häufiger auf als bei Älteren. Auch wenn Auszubildende nicht mitgerechnet werden, zeigt sich, dass 2010 gut ein Viertel (27 Prozent) der 15 bis unter 25 Jährigen einen befristeten Vertrag unterzeichneten, wohingegen dies nur bei 4 Prozent der 35 Jährigen oder älteren Beschäftigten zutraf. – Die Mehrheit der Befristungen (92 Prozent) erstreckte sich auf einen Zeitraum von bis zu drei Jahren.

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, wies 2010 in Bayern jeder achte abhängig Beschäftigte (0,69 Millionen bzw. knapp 13 Prozent) einen befristeten Arbeitsvertrag auf. Bei Frauen lag der Befristungsanteil unwesentlich über dem der Männer (knapp 13 Prozent gegenüber gut 12 Prozent). Zu den insgesamt 5,52 Millionen abhängig Beschäftigten zählen sowohl Beamte, Arbeiter, Angestellte als auch Auszubildende.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, ging mit höherem Alter der Beschäftigten auch eine geringere Befristungsquote einher. Während von den 15 bis unter 25 Jährigen rund die Hälfte (51 Prozent) einen Vertrag mit Befristungsabrede unterzeichnete, galt dies nur für knapp 14 Prozent der 25 bis unter 35 Jährigen. Bei den 35 Jährigen oder älteren abhängig Erwerbstätigen fiel der Anteil ohne festen Job mit gut 4 Prozent am geringsten aus.

Da Ausbildungsverträge generell für einen bestimmten Zeitraum geschlossen werden, ist der Befristungsanteil bei den jungen Erwachsenen erwartungsgemäß hoch. Entsprechend fallen die alterstypischen Unterschiede im Befristungsgrad geringer aus, wenn Auszubildende, Praktikanten und Personen in einer Umschulung unter den abhängig Beschäftigten nicht einbezogen werden. Über ein Viertel (gut 27 Prozent) der 15- bis unter 25 Jährigen in Bayern musste demnach mit einem befristeten Arbeitsverhältnis Vorlieb nehmen. Bei den 25 bis unter 35 Jährigen betrug dieser Anteil knapp 13 Prozent. Für die abhängig Erwerbstätigen aller Altersgruppen ergab sich eine Befristungsquote von gut 8 Prozent gegenüber knapp 13 Prozent, wenn alle Personen in Ausbildung berücksichtigt werden.

Bezüglich der Befristung von Verträgen zeichneten sich 2010 branchenspezifische Muster ab. So war im Produzierenden Gewerbe insgesamt der Befristungsanteil mit rund 5 Prozent relativ niedrig (ohne Auszubildende). Im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr betrug der Anteil der befristet Beschäftigten an den abhängig Beschäftigten knapp 8 Prozent. Im sonstigen Dienstleistungssektor (Kredit- und Versicherungsgewerbe, Grundstückswesen, Vermietung, wirtschaftliche Dienstleistungen, öffentliche Verwaltung, öffentliche und private Dienstleistungen) kamen befristete Arbeitsverträge am häufigsten zum Einsatz, jeder Neunte (gut 11 Prozent) war dort zeitlich begrenzt beschäftigt.

Die befristet Beschäftigten (ohne Auszubildende) wurden 2010 auch nach der Dauer der Befristung gefragt. Rund neun von zehn (knapp 92 Prozent) abhängig Beschäftigten mit Angaben zur Befristungsdauer gaben eine Vertragslaufzeit von bis zu 36 Monaten an. Dementsprechend lag bei gut 8 Prozent eine Frist von mehr als drei Jahren vor.

Grafische Darstellung der befr. Beschäftigten nach dem Alter Grafische Darstellung der befr. Beschäftigten nach dem Alter

Weitere Ergebnisse enthält der Statistische Bericht "Bevölkerung und Erwerbstätige Bayerns 2010" (Best. Nr. A62023 201000, Preis 17,90 €). Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.