Auf einen Blick


Pressemitteilung

162/2012/55/A
München, den 25. Juni 2012

Zum Anti-Drogentag am 26. Juni

Rund 83 Prozent der Krankenhausbehandlungen wegen psychischer Störungen und Verhal-tensstörungen durch legale Drogen verursacht

Im Jahr 2010 führten Ärzte bayerischer Krankenhäuser 63 849 vollstationäre Behand-lungen von Patienten mit psychischen Störungen und Verhaltensstörungen, verur-sacht durch psychotrope Substanzen, durch. Das waren 1,8 Prozent mehr Fälle als 2009. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wa-ren in 83 Prozent der Fälle die Patienten aufgrund des Konsums von legalen Drogen in stationärer Behandlung.

Anlässlich des Anti-Drogentages teilt das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mit, dass im Jahr 2010 in den bayerischen Krankenhäusern 63 849 vollstationäre Behandlungen von Patienten durchgeführt wurden, die als Hauptdiagnose psychische Stö-rungen und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen zeigten. Zu den psychotropen Substanzen zählen Drogen wie z.B. Tabak, Alkohol, Opium, Cannabis, Kokain, Tabletten und flüchtige Lösungsmittel. Dies waren rund 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr (2009: 62 728) und rund 5,2 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

In 53 057 Fällen war der Konsum von legalen Drogen wie Alkohol, Tabak, pharmazeutischen oder chemischen Produkten verantwortlich für die Störung. Dies entsprach 83 Prozent aller Behandlungsfälle wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen. Illegale Drogen wie Heroin, Kokain, Opium und Cannabis waren dagegen „nur“ in 10 792 Fällen verantwortlich für einen vollstationären Krankenhausaufenthalt.

Bei mehr als zwei Dritteln (69 Prozent) aller aufgrund des Konsums legaler Drogen erfolgten Krankenhausbehandlungen waren die Patienten männlich. Mit Blick auf das Alter der Patienten mit der Hauptdiagnose Konsum von legalen Drogen zeigt sich, dass in nahezu einem Viertel der Fälle die Patienten jünger als 30 Jahre waren. Dabei ist auffallend, dass die Fallzahl in der Altersgruppe der 15 bis unter 20-Jährigen sprunghaft ansteigt gegenüber der Altersgruppe der 15 Jahre oder Jüngeren. Bei der Altersklasse der 20 bis unter 40-Jährigen ist hingegen ein geringes Absinken der Zahl der Behandlungsfälle festzustellen. Erst bei den Altersgruppen der 40 bis unter 55-Jährigen zeigt sich ein vergleichbar hoher oder noch höherer Behandlungsbedarf aufgrund des Genusses legaler Drogen.

Bei den Krankenhausbehandlungen aufgrund des Konsums illegaler Drogen waren fast drei Viertel aller Patienten männlich. In fast der Hälfte der Fälle waren die Patienten noch keine 30 Jahre alt. Ein auffallender Anstieg der Fallzahlen ist in der Altersgruppe der 20 bis unter 25-Jährigen zu verzeichnen.

Behandlungen wegen mit psychischer Störungen und Verhaltensstörungen
aufgrund psychotroper Substanzen in Bayern 2010

- Vollstationäre Behandlungsfälle (nur Hauptdiagnosen) -

 

 

 

 

Altersgruppe

Behandlungsfälle

davon Fälle aufgrund

legaler Drogen

illegaler Drogen

ins-
gesamt

darunter
von männl.
Patienten

zu-
sammen

darunter
von männl.
Patienten

zu-
sammen

darunter
von männl.
Patienten

 

 

unter 15

889

436

857

421

32

15

15 bis unter 20

5 945

3 895

5 205

3 369

740

526

20 bis unter 25

5 778

4 023

3 743

2 557

2 035

1 466

25 bis unter 30

5 573

4 059

3 135

2 253

2 438

1 806

30 bis unter 35

5 496

4 083

3 435

2 446

2 061

1 637

35 bis unter 40

5 572

4 130

4 275

3 118

1 297

1 012

40 bis unter 45

7 729

5 541

6 675

4 774

1 054

767

45 bis unter 50

8 528

5 885

7 964

5 452

564

433

50 bis unter 55

6 937

4 956

6 691

4 792

246

164

55 bis unter 60

4 510

3 191

4 369

3 102

141

89

60 bis unter 65

2 873

1 938

2 820

1 910

53

28

65 bis unter 70

1 835

1 203

1 796

1 187

39

16

70 bis unter 75

1 343

822

1 317

816

26

6

75 bis unter 80

484

304

459

298

25

6

80 bis unter 85

238

132

213

123

25

9

85 bis unter 90

98

37

87

36

11

1

90 bis unter 95

17

2

12

2

5

0

95 oder mehr

4

2

4

2

0

0

 

 

 

 

 

insgesamt

63 849

44 639

53 057

36 658

10 792

7 981




Weitere Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Krankenhausstatistik – Grunddaten, Diagnosen und Kostennachweis 2010“. Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Eine ungebundene Druckversion kann beim Vertrieb zum Preis von 10,50 € erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.