Auf einen Blick

Pressemitteilung

180/2012/32/P
München, den 05. Juli 2012

Bayerisches Bruttoinlandsprodukt steigt 2011 um 2,7 Prozent

Vor allem Verarbeitendes Gewerbe und Landwirtschaft legen zu

Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung erhöhte sich das bayerische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2011 preisbereinigt um 2,7 Prozent. Damit blieb Bayern unterhalb der bundesweiten Zunahme von 3,0 Prozent. Allerdings fiel der Einbruch während der Rezession von 2009 in Bayern weniger deutlich aus als im Bundesdurchschnitt, so dass es geringere Nachholeffekte gab. Die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftszweigen lässt sich anhand der preisbereinigten Änderung der Bruttowertschöpfung (BWS) verfolgen. Diese legte im Verarbeitenden Gewerbe mit 5,9 Prozent am stärksten zu darauf folgten die Land- und Forstwirtschaft mit einer Zunahme von 5,1 Prozent. Überdurchschnittlich war die Entwicklung auch im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation mit einem Plus von 4,0 Prozent.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung aufgrund der Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ (AK VGRdL) mitteilt, stieg im Jahr 2011 das BIP in Bayern preisbereinigt um 2,7 Prozent an. Damit blieb die Zunahme sowohl hinter der Entwicklung in Deutschland insgesamt (+3,0 Prozent) als auch in den alten Bundesländern (ohne Berlin) (+3,1 Prozent) zurück. Die größten Zuwachsraten erreichten Baden-Württemberg mit 4,3 Prozent und das Saarland mit 4,1 Prozent. Diese Länder erlitten im Rezessionsjahr 2009 jedoch einen erheblich stärkeren Einbruch ihrer Wirtschaftsleistung als Bayern, so dass hier stärkere Nachholeffekte als in Bayern auftraten. Wird die Gesamtentwicklung seit dem Vorrezessionsjahr 2008 betrachtet, liegt Bayern mit einer Zunahme von 3,4 Prozent hinter Berlin (+4,5 Prozent) und Niedersachsen (+4,1 Prozent) an dritter Stelle aller Bundesländer. Deutschlandweit hat sich das BIP seit 2008 preisbereinigt lediglich um 1,3 Prozent erhöht.

In Untergliederung nach Wirtschaftsbereichen nahm die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Jahr 2011 mit 5,9 Prozent am stärksten im Verarbeitenden Gewerbe zu. In der Land- und Forstwirtschaft stieg sie um 5,1 Prozent und im Bereich Handel, Verkehr, Gastwirtschaft, Information und Kommunikation um 4,0 Prozent. Rückblickend betrachtet, seit dem Vorrezessionsjahr 2008, stieg die Bruttowertschöpfung der Landwirtschaft um 19,1 Prozent. Allerdings betrug ihr Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung im Jahr 2011 lediglich 1,1 Prozent. Das Verarbeitende Gewerbe, das besonders stark von der Rezession 2009 betroffen war, hat inzwischen den Stand von 2008 wieder um 2,1 Prozent übertroffen. Sein Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung stieg seit 2009 von 22,8 auf 25,0 Prozent an.

Mit den aktuell vorliegenden Zahlen legt der AK VGRdL erstmals revidierte Ergebnisse für die Jahre 2008 bis 2011 nach neuer Wirtschaftszweiggliederung WZ 2008 auf Länderebene vor. Diese Ergebnisse sind revisionsbedingt nur eingeschränkt mit den BIP-Daten der Vorjahre vergleichbar Für die Jahre 1991 bis 2007 ist die Revision hingegen noch nicht abgeschlossen. Weitere Ergebnisse und Informationen zur Revision sind unter www.vgrdl.de sowie unter https://www.statistik.bayern.de/statistik/vgr zu finden.



Preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt deutscher Bundesländer 2009 bis 2011

  • Erste vorläufige Länderergebnisse nach VGR-Revision 2011 -

Bundesland

Preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt

Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %

2008 100

2009

2010

2011

2011

 

 

 

 

 

Baden-Württemberg

- 9,5

6,3

4,3

100,4

Bayern

- 3,4

4,2

2,7

103,4

Berlin

- 0,4

2,5

2,3

104,5

Brandenburg

- 3,4

1,9

2,4

100,7

Bremen

- 7,6

5,7

3,9

101,5

Hamburg

- 1,9

2,9

1,9

102,9

Hessen

- 6,3

2,8

3,2

99,4

Mecklenburg-Vorpommern

- 0,3

0,3

1,3

101,3

Niedersachsen

- 4,0

4,9

3,3

104,1

Nordrhein-Westfalen

- 5,6

3,2

2,6

100,0

Rheinland-Pfalz

- 4,5

3,4

3,3

102,1

Saarland

- 11,9

3,9

4,1

95,3

Sachsen

- 4,1

1,9

2,7

100,4

Sachsen-Anhalt

- 5,6

2,0

2,4

98,7

Schleswig-Holstein

- 2,1

0,4

2,1

100,3

Thüringen

- 5,3

2,9

3,4

100,8

Deutschland

- 5,1

3,7

3,0

101,3

Alte Bundesländer

 

 

 

 

ohne Berlin

- 5,5

4,0

3,1

101,3

einschl. Berlin

- 5,3

3,9

3,1

101,4

Neue Bundesländer

 

 

 

 

ohne Berlin

- 3,9

1,9

2,5

100,3

einschl. Berlin

- 3,0

2,1

2,5

101,4




Preisbereinigte Bruttowertschöpfung nach Wirtschaftsbereichen in Bayern 2009 bis 2011

  • Erste vorläufige Länderergebnisse nach VGR-Revision 2011 -

Wirtschaftsgliederung

(Code WZ 2008)

Bruttowertschöpfung (BWS)

Anteil an der gesamten BWS in % (in jeweiligen Preisen)

Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % (preisbereinigt)

2008 100

(preisbereinigt)

2009

2010

2011

2009

2010

2011

2011

A

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

0,9

1,0

1,1

- 1,7

15,3

5,1

119,1

B-F

Produzierendes Gewerbe

30,3

31,6

32,0

- 10,5

9,4

3,9

101,7

B-E

Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe

25,5

26,9

27,5

- 11,6

10,8

4,5

102,4

C

Verarbeitendes Gewerbe

22,8

24,3

25,0

- 14,0

12,0

5,9

102,1

F

Baugewerbe

4,8

4,6

4,5

- 3,9

1,8

- 0,1

97,6

G-T

Dienstleistungsbereiche

68,8

67,5

66,8

- 0,8

2,4

2,0

103,6

G-J

Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation

18,7

18,2

18,3

- 2,7

4,0

4,0

105,2

K-N

Finanz- u. Unternehmensdienstleister, Grundstücks- u. Wohnungswesen

29,6

29,2

28,8

- 1,3

1,6

1,8

102,1

O-T

Öffentliche und sonst. Dienstleister, Erziehung und Gesundheit

20,5

20,0

19,7

1,7

2,1

0,6

104,5

A-T

BWS zu Herstellungspreisen

100,0

100,0

100,0

- 3,9

4,6

2,6

103,2

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.