Auf einen Blick


Pressemitteilung

188/2012/42/A
München, den 11. Juli 2012

Knapp ein Fünftel der bayerischen Bevölkerung lebte 2011 allein in einem Haushalt

Rund 45 Prozent der 65-jährigen oder älteren Frauen lebte allein

Im Jahr 2011 wohnten im Freistaat nach Meldung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung rund 2,3 Millionen Frauen und Männer in einem Einpersonenhaushalt. Rund jede fünfte Person lebte somit allein in Bayern. Unter den 25- bis unter 30-jährigen Männern zählte fast jeder Dritte (gut 32 Prozent) zu den Alleinlebenden. Etwa ein Viertel der gleichaltrigen Frauen führte einen Singlehaushalt. Im Alter von 30 bis unter 65 Jahren lag der Alleinlebendenanteil insgesamt bei rund 18 Prozent. Während von den Senioren etwa jeder Fünfte (rund 19 Prozent) allein lebte, traf dies auf 45 Prozent der Frauen im Alter von mindestens 65 Jahren zu. Jeder zweite Alleinlebende war ledig und gut jeder Vierte (27 Prozent) verwitwet. Der Anteil der Ge-schiedenen betrug 18 Prozent und der der verheiratet, aber getrennt Lebenden gut 5 Prozent. – Berufstätig waren rund acht von zehn Alleinlebenden im Alter von 18 bis unter 65 Jahren. Gegenüber den Nichtalleinlebenden arbeiteten sie häufiger in Vollzeit.

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, gab es in Bayern 2011 insgesamt 2,3 Millionen Alleinlebende. Das war knapp ein Fünftel (fast 19 Prozent) der Bevölkerung in Familien und sonstigen Lebensformen am Hauptwohnsitz (12,4 Millionen). Die langfristige Betrachtung zeigt, dass Einpersonenhaushalte in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewannen. Im Jahr 1996 lag der Anteil der Alleinlebenden an der Bevölkerung noch bei rund 15 Prozent und damit knapp 4 Prozentpunkte niedriger. Zu den Alleinlebenden zählen nach Definition des Mikrozensus alle alleinstehende Personen, die in einem Einpersonenhaushalt wohnen.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, wiesen Frauen unter den Alleinlebenden einem Anteil von knapp 54 Prozent auf. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass ein Singledasein unter Seniorinnen weit häufiger auftritt als unter den Senioren. So lebten von den 65-jährigen oder älteren Seniorinnen rund 45 Prozent allein, wohingegen nur rund 19 Prozent der gleichaltrigen Senioren dieser Lebensform zuzuordnen waren. In diesem Zusammenhang spielt zum einen die im Vergleich zu Männern höhere Lebenserwartung der Frauen eine Rolle. Zum anderen wirkt sich hier auch das Partnerwahlverhalten aus, da bei vielen Paaren häufig der Mann älter ist als die Partnerin. Dieser Trend spiegelt sich auch in der hohen Zahl der weiblichen Verwitweten unter den älteren allein lebenden Menschen wider. So standen den rund 451 000 verwitweten Frauen im Alter von mindestens 65 Jahren nur rund 95 000 Witwer gegenüber.

In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen betrug die Quote der Alleinlebenden bei beiden Geschlechtern im Freistaat 2011 knapp 6 Prozent. Im Vergleich dazu lag in der Altersgruppe der 25- bis unter 30-Jährigen die Alleinlebendenquote deutlich höher. So lebte beinahe jeder dritte junge Mann (32 Prozent) bzw. fast jede vierte junge Frau (24 Prozent) in einem Ein-personenhaushalt. Mit dem Auszug aus dem Elternhaus geht somit bei beiden Geschlechtern ein steigender Anteil der Alleinlebenden einher. Da Personen im Alter von 30 bis unter 65 Jahren verstärkt mit einem Lebens- oder Ehepartner zusammenwohnen, war für dieses mittlere Alter ein niedrigeres Niveau der Alleinlebendenquote (rund 18 Prozent) zu verzeichnen. Für die Seniorengeneration zeigte sich mit ansteigendem Alter eine deutliche Zunahme des Alleinlebenden-Anteils. Allerdings ist bei den Seniorinnen zu erkennen, dass der Anstieg in einem früheren Alter und in stärkerem Ausmaß einsetzte als bei den Männern.

In Bezug auf den Familienstand zeigte sich, dass die Ledigenquote der Alleinlebenden bei 50 Prozent lag. Weitere rund 27 Prozent waren verwitwet, knapp 18 Prozent geschieden und gut 5 Prozent verheiratet aber getrennt lebend. Zwischen den Geschlechtern bestanden insbesondere hinsichtlich des Ledigen- und Verwitwetenanteils Unterschiede. Von den allein lebenden Männern zählten fast 64 Prozent zu den Ledigen, bei den Frauen nur gut 38 Prozent. Mehr als jede vierte allein lebende Frau (42 Prozent) war verwitwet, von den Männern nur etwa jeder Zehnte.

Rund acht von zehn Alleinlebenden im Alter von 18 bis unter 65 Jahren gingen einer Erwerbstätigkeit nach. Damit lag die Erwerbstätigenquote knapp 2 Prozentpunkte über derjenigen der Nichtalleinlebenden gleichen Alters (gut 78 Prozent). Hinsichtlich des zeitlichen Umfangs der Berufstätigkeit fielen die Unterschiede zwischen den Lebensformen größer aus. Von den erwerbstätigen Alleinlebenden übten rund 85 Prozent eine Voll- und rund 15 Prozent eine Teilzeittätigkeit aus. Nichtalleinlebende Erwerbstätige arbeiteten hingegen relativ häufiger im Umfang von weniger als 32 Wochenarbeitsstunden, das heißt in Teilzeit (rund 28 Prozent). Entsprechend wiesen sie eine Vollzeitquote von rund 72 Prozent auf.

Alleinlebende in Bayern (Anteil der Alleinlebenden an der Bevölkerung in Familien/Lebensformen am Hauptwohnsitz) nach Altersgruppen und Geschlecht Alleinlebende in Bayern (Anteil der Alleinlebenden an der Bevölkerung in Familien/Lebensformen am Hauptwohnsitz) nach Altersgruppen und Geschlecht

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.