Auf einen Blick


Pressemitteilung

196/2012/41/A
München, den 18. Juli 2012

Familiengründungen in Bayern nehmen erneut zu

2 107 Eheschließungen fanden allein am 11.11.2011 statt

Das Jahr 2011 war von einem leichten Anstieg der Heiratszahlen sowie von einem merklichen Rückgang der Geburten geprägt. Gleichzeitig sank die Zahl der Sterbefälle leicht. Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung heirateten 2011 in Bayern 59 274 Paare, gegenüber 2010 mit 59 092 Eheschlie-ßungen konnte damit ein Plus von 0,3 Prozent verzeichnet werden. Die Zahl der Neugeborenen ging im Jahr 2011 in Bayern um 1,5 Prozent auf 103 668 zurück, gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Sterbefälle geringfügig um 0,1 Prozent auf 122 955. Damit zeigte sich für die natürliche Bevölkerungsbilanz im Freistaat erneut ein Geburtendefi-zit von – 19 287 Personen.

Im Jahr 2011 wurden 59 274 Ehen vor bayerischen Standesämtern geschlossen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung waren das rund 0,3 Prozent mehr (+ 182) als im Vorjahr 2010. Damit setzte sich der seit 2008 feststellbare Trend jährlich steigender Heiratszahlen fort. Im Jahresverlauf 2011 erfolgten die meisten Trauungen nicht im „Wonnemonat“ Mai (6 343) sondern mit 7 543 im Juli. Ein eher untypischer Heiratsmonat machte letztes Jahr auf sich aufmerksam, denn den höchsten Tageswert des Jahres mit 2 107 Eheschließungen wies das „magische“ Datum 11.11.2011 auf.

Insgesamt kamen 2011 in Bayern 103 668 Babys lebend zur Welt, davon 50 188 Mädchen und 53 480 Jungen. Im Vergleich zum Vorjahr 2010 nahm die Zahl der Geburten damit um 1 583 oder 1,5 Prozent ab. Ein deutlich stärkerer Rückgang als im Gesamttrend war bei der Zahl der in Ehen geborenen Kinder festzustellen. So wurden im Jahr 2011 gut 76 300 Kinder von miteinander verheirateten Eltern geboren, rund 2,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Demgegenüber stieg die Zahl der nicht ehelich Geborenen gegenüber dem Vorjahr 2010 um 0,9 Prozent auf rund 27 350. Im Jahr 2011 erreichte der Anteil der in nichtehelichen Familien zur Welt gekommenen Kinder mit 26,4 Prozent in Bayern seinen höchsten Wert seit 1950. Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich dieser Anteil mehr als verdreifacht. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass mittlerweile knapp 45 Prozent der nicht ehelich geborenen Kinder durch eine spätere Heirat der Eltern in einer Ehepaarfamilie aufwachsen.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, ergab sich im Jahr 2011 aufgrund des Geburtenrückgangs von 1,5 Prozent und eines nur geringfügigen Rückgangs bei der Zahl der Gestorbenen von 0,1 Prozent auf 122 955 für die Bilanz der natürlichen Bevölkerungsentwicklung (Lebendgeborene minus Gestorbene) erneut ein nega-tives Ergebnis. Dabei stieg das Geburtendefizit von – 17 838 im Jahr 2010 auf – 19 287 Personen im Jahr 2011.

Im Vergleich der Regierungsbezirke konnte 2011 lediglich Oberbayern noch einen Geburtenüberschuss von 1 945 Personen verzeichnen. Für die übrigen Regierungsbezirke zeigten sich erneut zum Teil deutlich gestiegene Sterbefallüberschüsse.

Lebendgeborene und Gestorbene in Bayern 2010 und 2011 nach Regierungsbezirken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regierungs-bezirk

Lebendgeborene

Gestorbene

Überschuss der
Geborenen bzw. der Gestorbenen (-)

2010

2011

Zu- bzw. Abnahme (-) in %

2010

2011

Zu- bzw. Abnahme (-) in %

2010

2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oberbayern

40 634

40 378

-0,6

38 608

38 433

-0,5

2 026

1 945

Niederbayern

9 317

9 113

-2,2

12 067

12 248

1,5

-2 750

-3 135

Oberpfalz

8 591

8 205

-4,5

11 151

11 041

-1,0

-2 560

-2 836

Oberfranken

7 908

7 715

-2,4

12 545

12 325

-1,8

-4 637

-4 610

Mittelfranken

14 190

13 956

-1,6

17 695

17 803

0,6

-3 505

-3 847

Unterfranken

9 917

9 899

-0,2

13 349

13 383

0,3

-3 432

-3 484

Schwaben

14 694

14 402

-2,0

17 674

17 722

0,3

-2 980

-3 320

Bayern

105 251

103 668

-1,5

123 089

122 955

-0,1

-17 838

-19 287

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausführliche Ergebnisse enthält der demnächst erscheinende Statistische Bericht A II 1 j „Natürliche Bevölkerungsbewegung in Bayern 2011“ (Bestellnummer: A21103 201100, Preis der Druckausgabe: 5,10 €). Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.