Auf einen Blick


Pressemitteilung

199/2012/36/Q
München, den 20. Juli 2012

2011 insgesamt 266 meldepflichtige Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen

Freigesetzte Schadstoffmenge sank um 25 Prozent

Im Jahr 2011 wurden in Bayern 266 meldepflichtige Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen registriert, 172 davon bei der Beförderung. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung gelangten dabei insgesamt 698 m3 potenziell wassergefährdende Substanzen in die Umwelt. Durch rechtzeitig eingeleitete Maßnahmen konnten 182 m3 davon wiedergewonnen werden.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wurden im Jahr 2011 in Bayern insgesamt 266 meldepflichtige Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen registriert, 34 davon in Wasserschutzgebieten bzw. Heilquellenschutz-, Überschwemmungs- oder sonstigen schutzwürdigen Gebieten. Dabei wurden – soweit von den zuständigen Überwachungsbehörden quantifizierbar – insgesamt 698 m3 potenziell wassergefährdende Substanzen freigesetzt, darunter 72 m3 Mineralöle bzw. Mineralölprodukte. Obwohl die Zahl der gemeldeten Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen gegenüber dem Vorjahr unverändert war, gelangte rund ein Viertel weniger Schadstoffe in die Umwelt.

Wie schon in den vorangegangenen Jahren ereignete sich die Mehrzahl der gemeldeten Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen (172 Unfälle bzw. 65 Prozent) während der Beförderung. Dabei gelangten 247 m3 wassergefährdende Substanzen in die Umwelt.

Der größte Teil der 2011 freigesetzten Schadstoffmengen (451 m3 bzw. 65 Prozent) fiel bei insgesamt 94 Unfällen während des Umgangs mit wassergefährdenden Stoffen an. Hierbei handelte es vorwiegend um sonstige Stoffe, wie z. B. Gülle, Jauche oder Silagesickersäfte, die in die Umwelt gelangten.

In 18 Fällen war das Grundwasser bzw. eine Wasserversorgung betroffen.

Rund ein Zehntel der insgesamt freigesetzten Substanzen (73 m3) – fast ausschließlich Mineralölprodukte wie z. B. Heizöl, Benzin, Dieselkraftstoff, Kerosin, Altöl oder Rohöl – wurden als stark wassergefährdend (Wassergefährdungsklasse 3) bzw. wassergefährdend (Wassergefährdungsklasse 2) eingestuft. Bei 63 Prozent der ausgelaufenen Schadstoffmengen handelte es sich um potenziell wassergefährdende Stoffe, wie z. B. Gülle, Jauche oder Silagesickersäfte bzw. andere Stoffe oder Flüssigkeiten, die keiner Wassergefährdungsklasse zugeordnet sind.

Durch Sofort- und Folgemaßnahmen wie z. B. den Einsatz von Bindemitteln und Gewässersperren oder das Aufbereiten des verunreinigten Materials vor Ort, konnten im Jahr 2011 immerhin 26 Prozent (182 m3) der Schadstoffe wiedergewonnen werden.



Ausführliche Ergebnisse enthält der in Kürze erscheinende Statistische Bericht „Unfälle beim Umgang mit und bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen“ (Bestellnummer: Q41003 201100). Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.