Auf einen Blick


Pressemitteilung

203/2012/35/N
München, den 26. Juli 2012

8 Prozent der Beschäftigten in Bayern verdienten 2010 weniger als 8,50 Euro je Stunde

Bundesweit deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland

Im Jahr 2010 verdienten rund 8 Prozent der Beschäftigten, die in bayerischen Betrieben mit zehn und mehr Beschäftigten arbeiteten, weniger als 8,50 Euro. Für Deutschland errechnet sich ein vergleichbarer Wert von 11 Prozent. Dabei lag der Anteil der Beschäftigten mit einem Stundenverdienst von unter 8,50 Euro in Ostdeutschland (22 Prozent) deutlich höher als in Westdeutschland (10 Prozent).

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, verdienten nach den Ergebnissen der aktuellen Verdienststrukturerhebung im Jahr 2010 rund 8 Prozent der Beschäftigten, die in bayerischen Betrieben mit zehn und mehr Beschäftigten arbeiteten, weniger als 8,50 Euro. Bundesweit bestanden insbesondere zwischen den alten und neuen Bundesländern erhebliche Unterschiede. So lag der Anteil der Beschäftigten mit einem Stundenverdienst von unter 8,50 Euro in Ostdeutschland mit rund 22 Prozent deutlich höher als in Westdeutschland (10 Prozent). Für Deutschland insgesamt betrug der Wert 11 Prozent.

Von den bayerischen Beschäftigten mit einem Stundenverdienst von unter 8,50 Euro waren fast die Hälfte geringfügig Beschäftigte (49 Prozent), die auch als Minijobber oder 400-Euro-Jobber bezeichnet werden. 28 Prozent arbeiteten als Vollzeit- und 23 Prozent als Teilzeitbeschäftigte. Frauen waren mit knapp zwei Drittel (66 Prozent) fast doppelt so häufig vertreten wie Männer (34 Prozent). Gut drei Viertel (76 Prozent) der Beschäftigten arbeiteten bei nicht tarifgebundenen, knapp ein Viertel (24 Prozent) hingegen bei tarifgebundenen Arbeitgebern.

Kleinere Betriebe wiesen im Durchschnitt einen deutlich höheren Anteil an Beschäftigten mit einem Stundenverdienst von weniger als 8,50 Euro auf als größere Betriebe. So lag dieser Anteil bei Betrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten bei 14 Prozent, während bei Betrieben mit 1000 und mehr Beschäftigten nur 2 Prozent der dort tätigen Arbeitnehmer/innen weniger als 8,50 Euro je Stunde verdienten. Erhebliche Unterschiede bestanden auch zwischen den Wirtschaftszweigen. Die höchsten Anteile an Beschäftigten mit einem Verdienst von unter 8,50 Euro wiesen die Bereiche „Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau“ (41 Prozent) sowie Gastronomie (40 Prozent) auf. Im Einzelhandel bezogen rund 18 Prozent aller Beschäftigten weniger als 8,50 Euro je Stunden. Der niedrigste Anteil errechnet sich hingegen für den Bereich Energieversorgung. Dort verdienten nur 0,5 Prozent der Beschäftigten weniger als 8,50 Euro je Stunde.

Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Verdienststruktur im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich in Bayern 2010“ (Bestellnummer: N150003: Preis der Druckausgabe: voraussichtlich 11,70 €). Der Bericht kann im Internet voraussichtlich ab Mitte September 2012 unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.