Auf einen Blick


Pressemitteilung

226/2012/34/C
München, den 21. August 2012

Erntemenge bei Getreide leicht unter langjährigem Durchschnitt

Große Ertragsunterschiede zwischen Nord- und Südbayern

2012 wird es in Bayern voraussichtlich eine Getreideernte (ohne Körnermais) von knapp 6,6 Millionen Tonnen geben. Dies sind 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr, der langjährige Durchschnitt wird jedoch geringfügig unterschritten. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, wurde eine bessere Ernte durch erhebliche Frost- und Trockenschäden in Nordbayern verhindert. Als Durchschnittsertrag werden 63,0 Dezitonnen je Hektar erwartet. Dies entspricht sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber dem langjährigen Durchschnitt einer Ertragssteigerung um etwa 2,5 Prozent. Die Anbaufläche verringerte sich binnen Jahres-frist geringfügig um knapp 1 Prozent, wobei aufgrund der hohen Auswinterungsschäden im Norden Bayerns eine deutliche Verschiebung vom Winter- zum Sommergetreide stattfand.

Die von den bayerischen Landwirten bewirtschaftete Getreidefläche (ohne Körnermais) verringerte sich nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2012 gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 0,8 Prozent bzw. 8 600 Hektar (ha) auf 1,04 Millionen ha. Allerdings fand aufgrund der hohen Auswinterungsschäden im Norden Bayerns eine merkliche Verschiebung vom Winter- zum Sommergetreide statt. So wurde der Anbau des ertragreicheren Wintergetreides um gut 4 Prozent (36 200 ha) auf 852 700 ha reduziert. Maßgeblich hierfür war zum einen nach dem bereits hohen Rückgang im vorangegangenen Jahr eine weitere starke Flächenminderung bei Wintergerste um 24 100 ha (-9,7 Prozent) auf 224 000 ha, der niedrigsten Fläche seit über 30 Jahren. Zum anderen wurde aufgrund der notwendig gewordenen Umbrüche auch die Aussaatfläche der wichtigsten Getreideart, dem Winterweizen, um beachtliche 19 500 ha bzw. knapp 4 Prozent auf rund 499 000 ha reduziert. Unter den Wintergetreidearten konnte für die Ernte 2012 lediglich die Aussaat von Roggen um gut 10 000 ha (26,4 Prozent) auf knapp 50 000 ha ausgedehnt werden. Die hohe Flächenzunahme bei den Sommerungen um gut 17 Prozent (27 600 ha) auf knapp 188 000 ha war zu einem großen Teil durch die Sommergerste, die häufig als Braugerste verwendet wird, bedingt. Nach dem mehrjährigen deutlichen Rückgang bis ins Jahr 2010 wurde sie in diesem Jahr auf 135 600 ha ausgebracht, eine Flächenausweitung gegenüber dem Vorjahr um 18 700 ha (16,0 Prozent). Aber auch der Anbau von Sommerweizen und Sommermenggetreide auf insgesamt gut 21 000 ha wurde im Vorjahresvergleich witterungsbedingt nahezu verdoppelt.

Die Aussaat des Wintergetreides im Herbst 2011 konnte rechtzeitig erfolgen. Wegen hoher Auswinterungsschäden bei Wintergerste und Winterweizen im Norden Bayerns aufgrund der starken Nachtfröste Anfang Februar mussten erhebliche Flächen neu bestellt werden. Die Frühjahrsaussaat des Sommergetreides konnte bei günstigen Witterungsbedingungen zügig durchgeführt werden. Nach einem insbesondere in Nordbayern zu trockenen Frühjahr setzte ab Juni wechselhafte Witterung ein, mit z.T. kräftigen Platzregen, Sturmböen, Gewitter und Hagel, wodurch es vereinzelt zu Unwetterschäden kam. Ab Ende Juli stabilisierte sich endlich die Wetterlage, sodass die Getreideernte bei trockenem und warmem Sommerwetter mit Hochdruck durchgeführt werden konnte.

Ertrag und Qualität der Ernte werden regional sehr differieren, wobei der Süden Bayerns merklich höhere Erträge aufweist, als der von Frost- und Trockenschäden besonders betroffene Norden.

Bis auf wenige Ausnahmen in den Spätdruschgebieten ist die Getreideernte in Bayern abgeschlossen. Nach den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen im Rahmen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ in Verbindung mit den Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter wird in Bayern beim Getreide (ohne Körnermais) mit einem Durchschnittsertrag von 63,0 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) gerechnet. Dies sind etwa 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr (61,5 dt/ha) sowie im Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2011 (61,4 dt/ha). Wegen der Frost- und Trockenschäden im Norden Bayerns kann trotz der guten Ernte in Südbayern in diesem Jahr nur mit einer leicht unterdurchschnittlichen Getreideernte (ohne Körnermais) von knapp 6,6 Millionen Tonnen gerechnet werden. Die Vorjahresernte (6,46 Millionen Tonnen) wird damit um 1,6 Prozent übertroffen, der mehrjährige Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre (6,62 Millionen Tonnen) jedoch geringfügig um knapp 1 Prozent verfehlt. Während bei der wichtigsten Getreideart, dem Winterweizen mit 3,5 Millionen Tonnen nur eine unterdurchschnittliche Erntemenge erwartet wird, kann bei der Sommergerste (716 000 Tonnen) mit einer Steigerung gegenüber dem langjährigen Mittel um fast 19 Prozent, beim Roggen (259 000 Tonnen) sogar um gut 23 Prozent gerechnet werden.

Nachfolgend sind die voraussichtlichen Erntemengen und durchschnittlichen Hektarerträge für Bayern im Jahr 2012 und im Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2011 nach Getreidearten dargestellt:

Getreidearten
(ohne
Körnermais)

Erntemengen

Durchschnittliche Hektarerträge

2012

Durchschnitt der Jahre
2006 bis 2011

2012

Durchschnitt der Jahre
2006 bis 2011

1 000 Tonnen

Dezitonnen je Hektar (dt/ha)

Weizen zusammen

3 551,5

3 617,8

69,8

70,2

Wintergerste

1 335,3

1 601,8

59,6

57,7

Sommergerste

716,1

602,4

52,8

45,5

Hafer

154,8

154,7

50,6

44,4

Triticale

484,3

410,6

60,5

57,0

Roggen und Wintermenggetreide

258,8

209,8

52,1

50,6

Sonstige

55,7

21,9

46,8

43,0

Insgesamt

6 556,5

6 618,8

63,0

 

61,4

 

Auftretende Differenzen in den Summen sind auf das Runden der Einzelpositionen zurückzuführen.




Ausführliche endgültige Ergebnisse enthält der voraussichtlich im Frühjahr 2013 erscheinende Statistische Bericht C II 1 „Ernte der Feldfrüchte und des Grünlandes in Bayern 2012“. Der Bericht kann dann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.