Auf einen Blick


Pressemitteilung

232/2012/52/D
München, den 24. August 2012

6 763 Privatinsolvenzen in Bayern im ersten Halbjahr 2012

Durchschnittliche Verschuldung von fast 107 400 Euro auf rund 93 300 Euro gesunken

Von den insgesamt 8 531 Insolvenzverfahren, die in Bayern in den ersten sechs Monaten statistisch erfasst wurden, betrafen 20,7 Prozent Unternehmen und 79,3 Prozent Privatpersonen (Verbraucher, ehemals selbstständig Tätige und natürliche Personen als Gesellschafter) sowie Nachlässe. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung ist die Zahl der Privatinsolvenzen mit 6 763 im Vergleich zum Vorjahresergebnis damit um -6,2 Prozent zurückgegangen. An den Insol-venzen im privaten Bereich machten die Verbraucherinsolvenzen mit 5 046 Verfahren bzw. 74,6 Prozent den größten Anteil aus (-6,3 Prozent im Vergleich zum 1. Halbjahr 2011). Dies entspricht rund 54 Privatinsolvenzen, darunter 40 Verbraucherinsolvenzen, je 100 000 Einwohner in Bayern (Einwohnerzahl zum Stand 31.12.2011). Die durch-schnittliche Verschuldung insolventer Verbraucher verringerte sich um -10,6 Prozent auf 53 017 Euro (Vorjahreswert: 59 323 Euro). 3 701 bzw. 73,3 Prozent der insolventen Verbraucher hatten jeweils weniger als 50 000 Euro Schulden.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, waren von den 8 531 beantragten Insolvenzverfahren in Bayern im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 1 768 Verfahren von Unternehmen und 6 763 Verfahren von so genannten „übrigen Schuldnern“, mithin von Privatpersonen (Verbraucher, ehemals selbstständig Tätige sowie natürliche Personen, die als Gesellschafter fungiert hatten) und Nachlässe. Die meisten dieser Privatinsolvenzen betrafen Verbraucher (5 046 bzw. 74,6 Prozent), was rund 40 Verbraucherinsolvenzen je 100 000 Einwohner (Einwohnerzahl zum Stand 31.12.2011) gleichkommt. Weniger Insolvenzverfahren als in den ersten sechs Monaten 2011 meldeten die Insolvenzgerichte insbesondere für Verbraucher (-342 Fälle bzw. -6,3 Prozent), wobei allerdings die zahlen-mäßig unbedeutenden Insolvenzen von natürlichen Personen, die als Gesellschafter fungiert hatten, relativ am stärksten zurückgegangen sind (um 37,0 Prozent auf 34 Fälle).

95,8 Prozent der insgesamt 6 763 beantragten Privatinsolvenzen wurden eröffnet. Bei 2,8 Prozent der Fälle wurde der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens mangels Masse abgewiesen und bei den anderen 1,4 Prozent der Verfahren konnten sich Gläubiger und Schuldner unter richterlicher Aufsicht auf einen Schuldenbereinigungsplan einigen. Von den Verbraucherinsolvenzen kamen 98,0 Prozent zur Eröffnung und 1,7 Prozent endeten mit einem Schuldenbereinigungsplan. Mit 66,9 Prozent die vergleichsweise geringste „Eröffnungsquote“ errechnete sich für die insgesamt 166 Nachlassinsolvenzverfahren, von denen ein Drittel mangels Masse abgewiesen worden sind.

Die Gläubiger machten aktuell eine durchschnittliche Forderungssumme je „übrigem Schuldner“ in Höhe von 93 311 Euro geltend, wogegen sich der Vergleichswert im ersten Halbjahr 2011 noch auf 107 365 Euro bezifferte (-13,1 Prozent). Die durchschnittliche Verschuldung insolventer Verbraucher reduzierte sich dabei um -10,6 Prozent, und zwar von gut 59 300 Euro im 1. Halbjahr 2011 auf aktuell rund 53 000 Euro. Bei den meisten insolventen Verbrauchern (73,3 Prozent) maß der Schuldenberg weniger als 50 000 Euro, bei fast einem Viertel der Fälle (24,1 Prozent) 50 000 bis unter 250 000 Euro. Bei immerhin 2,3 Prozent der Verbraucherinsolvenzverfahren bewegte sich die Forderungssumme im Bereich 250 000 bis unter eine Million Euro und bei den anderen zehn Fällen betrug die Verschuldung sogar jeweils mindestens eine Million Euro.

Insolvenzen der Privatpersonen und Nachlässe (übrige Schuldner) in Bayern im 1. Halbjahr 2011 und 2012

 

 

 

 

 

 

Gebiet

Insolvenzen der Privatpersonen und Nachlässe

Veränderung
ggü. dem Vorjahres-
halbjahr

Voraus-
sichtliche
Forderungen

Durch-
schnittliche
Verschuldung

darunter

insgesamt 1)

Ver-
braucher

ehemals
selbst-
ständig
Tätige

Anzahl

%

1 000 €

1. Halbjahr 2011

Oberbayern

1 621

656

2 355

-9,0

287 847

122 228

Niederbayern

490

148

655

-15,9

58 495

89 305

Oberpfalz

431

91

541

-12,3

57 045

105 444

Oberfranken

720

105

844

3,4

73 680

87 299

Mittelfranken

715

210

956

2,7

115 198

120 500

Unterfranken

486

126

644

-1,7

61 544

95 565

Schwaben

925

243

1 213

-2,3

120 082

98 996

 

 

Bayern

5 388

1 579

7 208

-5,5

773 890

107 365

 

 

Kreisfreie Städte

2 102

588

2 760

-3,6

200 004

72 465

Landkreise

3 286

991

4 448

-6,6

573 886

129 021

1. Halbjahr 2012

Oberbayern

1 498

591

2 172

-7,8

245 893

113 210

Niederbayern

455

152

624

-4,7

67 580

108 301

Oberpfalz

440

70

521

-3,7

32 310

62 015

Oberfranken

533

105

650

-23,0

53 985

83 054

Mittelfranken

745

194

964

0,8

75 170

77 977

Unterfranken

535

141

696

8,1

73 954

106 256

Schwaben

840

264

1 136

-6,3

82 171

72 334

Bayern

5 046

1 517

6 763

-6,2

631 063

93 311

Kreisfreie Städte

2 059

590

2 718

-1,5

244 287

89 877

Landkreise

2 987

927

4 045

-9,1

386 776

95 618

_____________

1) Verbraucher, ehemals selbstständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter u.Ä., Nachlässe. Mit Regel- oder Verbraucherinsolvenzverfahren.




Weitere, bis auf Kreisebene regionalisierte Ergebnisse zu diesem Thema können per E-Mail (info-sw@statistik.bayern.de) oder telefonisch (09721-2088-230) erfragt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.