Auf einen Blick


Pressemitteilung

246/2012/41/A
München, den 07. September 2012

Zum Weltsuizidtag am 10. September: Suizidsterbefälle in Bayern leicht rückläufig

Drei von vier Suiziden entfallen auf Männer

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung zum Weltsuizidtag am 10. September mitteilt, ist die Zahl der Selbsttötungen in Bayern seit dem Jahr 2000 um rund zehn Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2011 nahmen sich 1 756 Menschen das Leben – darunter zu etwa drei Vierteln Männer. Die Selbsttötungsrate steigt mit zunehmendem Alter merklich an. Verglichen zum bundesweiten Durchschnitt weist Bayern eine relativ hohe Suizidrate auf.

In Bayern schieden im Jahr 2011 insgesamt 1 756 Menschen freiwillig aus dem Leben, das waren etwas über 1,4 Prozent aller Todesfälle in diesem Jahr. Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung ist die Zahl der Selbsttötungen
gegenüber dem Vorjahr 2010 um elf Fälle zurückgegangen. Bezogen auf 100 000 Einwohner starben durch eigene Hand in Bayern in den vergangenen zwei Jahren jeweils etwa 14 Personen. Im Jahr 2000 waren es dagegen noch 16 Personen auf 100 000 Einwohner.

Durch Selbsttötung sterben signifikant mehr Männer als Frauen. In den Jahren 2010 und 2011 entfielen in Bayern jeweils 1 300 Suizidsterbefälle und damit rund 74 Prozent der Suizide auf das männliche Geschlecht. Im Jahr 2000 betrug dieser Anteil rund 72 Prozent.

Anzahl und Anteil der Suizide variieren sehr stark mit dem Alter der Bevölkerung. Grundsätzlich ist festzustellen, dass jeweils in Bezug auf die männliche wie weibliche Bevölkerung mit zunehmendem Alter die Selbsttötungsrate ansteigt. Bezogen auf 100 000 Personen im Alter von 20 bis unter 40 Jahren haben sich im Jahr 2011 etwa zehn Personen selbstgetötet, bei den 60- bis unter 75jährigen waren es, wiederum bezogen auf 100 000 der entsprechenden Bevölkerung, 20 Personen und bei den über 75jährigen mehr als 27 Personen.

Verglichen mit dem übrigen Bundesgebiet lag die Suizidhäufigkeit in Bayern im Jahr 2010 1) mit 14,1 je 100 000 Einwohner merklich über dem Bundesdurchschnitt (12,3). Am geringsten war die Häufigkeit in Nordrhein-Westfalen mit 10,2 Selbsttötungen je 100 000 Einwohner und am höchsten in Sachsen (15,3).

1) Die Werte des Jahres 2011 für das Bundesgebiet liegen derzeit noch nicht vor.

Suizidsterbefälle in Bayern seit 2000 nach Geschlecht

Jahr

insgesamt

männlich

weiblich

insgesamt

männlich

weiblich

Suizide

Auf 100 000 der jeweiligen Bevölkerung

2000

1 959

1 411

548

16,0

23,6

8,8

2001

1 904

1 426

478

15,4

23,6

7,6

2002

1 870

1 396

474

15,1

23,0

7,5

2003

1 822

1 345

477

14,7

22,1

7,5

2004

1 841

1 364

477

14,8

22,4

7,5

2005

1 724

1 267

457

13,8

20,8

7,2

2006

1 772

1 304

468

14,2

21,3

7,3

2007

1 680

1 266

414

13,4

20,6

6,5

2008

1 761

1 317

444

14,1

21,5

7,0

2009

1 749

1 307

442

14,0

21,3

6,9

2010

1 767

1 300

467

14,1

21,1

7,3

2011

1 756

1 300

456

13,9

21,0

7,1

 

Suizidsterbefälle in Bayern 2011 nach Altersgruppen und Geschlecht

im Alter von
... Jahren

insgesamt

männlich

weiblich

insgesamt

männlich

weiblich

Suizide

Auf 100 000 der jeweiligen Bevölkerung

Unter 20

45

33

12

1,9

2,7

1,0

20 bis unter 30

157

125

32

10,1

15,8

4,2

30 bis unter 40

154

107

47

9,9

13,7

6,1

40 bis unter 50

338

262

76

16,1

24,4

7,4

50 bis unter 60

335

252

83

18,8

28,1

9,3

60 bis unter 75

412

299

113

20,0

30,2

10,6

75 oder älter

315

222

93

27,6

50,9

13,2

Insgesamt

1756

1300

456

13,9

21,0

7,1



Ausführliche Ergebnisse enthält der demnächst erscheinende Statistische Bericht A IV 3 (Bestellnummer: A4300C). Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Post bestellt werden.

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