Auf einen Blick


Pressemitteilung

251/2012/42/A
München, den 13. September 2012

Bayern haben das zweitniedrigste Armutsrisiko bundesweit

Erwerbslose und Alleinerziehende überdurchschnittlich armutsgefährdet

Im Jahr 2011 betrug nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung die Armutsgefährdungsquote im Freistaat 11,3 Prozent. Damit verzeichnete Bayern im Bundesländervergleich das zweitniedrigste Armutsrisiko knapp hinter Baden-Württemberg (11,2 Prozent). Ein erhöhter Anteil armutsgefährdeter Personen war in der Altersklasse der 65-Jährigen oder Älteren feststellbar (16,4 Prozent). Überdurchschnittliche Armutsgefährdungsquoten wiesen insbesondere Erwerbslose (44,2 Prozent) sowie Alleinerziehende und deren Kinder auf (33,2 Prozent). Auch die Bevölkerung mit Migrationshintergrund war mit einer Quote von 18,8 Prozent stärker von Armut bedroht als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (9,4 Prozent).

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, lag im Jahr 2011 die Armutsgefährdungsquote in Bayern bei 11,3 Prozent. Im Vergleich aller Bundesländer verzeichnete der Freistaat damit nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung den zweitniedrigsten Bevölkerungsanteil mit Armutsgefährdung. Nur Baden-Württemberg erzielte ein leicht besseres Ergebnis (11,2 Prozent). Bundesweit betrug die Quote 15,1 Prozent.

Differenziert nach dem Geschlecht waren von den Männern im Freistaat 10,2 Prozent und von den Frauen 12,3 Prozent von Armut bedroht. Für Personen im Alter von 65 Jahren oder älter konnte die höchste Armutsgefährdung gemessen werden, wobei in dieser Altersklasse die Unterschiede zwischen den Geschlechtern stärker ausfielen. So waren im Jahr 2011 in Bayern 18,4 Prozent der Frauen über 64 Jahre armutsgefährdet, wohingegen dies nur auf 13,8 Prozent der älteren Männer zutraf. Auch junge Erwachsene im Alter von 18 bis unter 25 Jahren sahen sich einer erhöhten Armutsgefährdung gegenüber (15,7 Prozent). Bayern nahm hinsichtlich der altersspezifischen Anzeichen für Armut jedoch eine gewisse Sonderstellung ein. In allen anderen Bundesländern war das Armutsrisiko am stärksten bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und unter 25 Jahren ausgeprägt und überstieg meist deutlich das der älteren Personen über 64 Jahre (bundesweit 23,4 gegenüber 13,3 Prozent).

Erwartungsgemäß zeigte sich ein enger Zusammenhang zwischen dem Erwerbsstatus und der finanziellen Situation der Privathaushalte. So waren von den bayerischen Erwerbstätigen 2011 insgesamt 5,4 Prozent von Armut bedroht, während die Quote bei den Erwerbslosen bei 44,2 Prozent lag.

Auch ein Migrationshintergrund ging im Schnitt mit einem höheren Armutsrisiko einher. Im Freistaat waren 18,8 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund armutsgefährdet, von den Personen ohne Migrationshintergrund dagegen nur 9,4 Prozent.

Eine besonders hohe Armutsgefährdung wiesen Alleinerziehende und deren Kinder auf, für die im Jahr 2011 eine entsprechende Quote von 33,2 Prozent errechnet wurde. Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren waren aber nicht generell von einem erhöhten Armutsrisiko betroffen. Familien mit zwei Erwachsenen und einem bzw. mit zwei Kindern wiesen im Jahr 2011 mit Quoten von 6,6 bzw. 7,0 Prozent eine unterdurchschnittliche Armutsgefährdung auf, im Gegensatz zu Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kinder (9,3 Prozent) oder zu Einpersonenhaushalten (20,8 Prozent). Bei Familien mit zwei Elternteilen und drei oder mehr Kindern konnte eine Armutsgefährdungsquote von 13,9 Prozent berechnet werden.

Methodische Hinweise:

Die Armutsgefährdungsquote bezeichnet gemäß EU-Definition den Anteil derjenigen Personen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der bundesweiten Bevölkerung auskommen müssen. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus galten demnach im Jahr 2011 Einpersonenhaushalte mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 848 Euro als armutsgefährdet. Die Grundlage der hier veröffentlichten Armutsgefährdung ist die Armutsgefährdungsschwelle auf Bundesebene (Bundesmedian), die für Bund und Länder einheitlich ist.

Neben den dargestellten Armutsgefährdungsquoten gemessen am Bundesmedian werden im Rahmen der amtlichen Sozialberichterstattung auch Armutsgefährdungsquoten anhand des Landes- beziehungsweise regionalen Medians berechnet.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.amtliche-sozialberichterstattung.de/

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.