Auf einen Blick


Pressemitteilung

259/2012/42/A
München, den 19. September 2012

Etwa jeder fünfte Einwohner Bayerns hat einen Migrationshintergrund

Gut die Hälfte der Migranten besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit

Im Jahr 2011 verfügten im Freistaat Bayern rund 2,47 Millionen Menschen über einen Migrationshintergrund. Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung waren das knapp 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Fast sieben von zehn Personen (69 Prozent) mit Migrationshintergrund waren selbst zugewandert, bei den Kindern mit Migrationshintergrund verfügte dagegen nur noch etwa jedes zehnte über eigene Migrationserfahrung. Das von den Zugewanderten und ihren Nachkommen am häufigsten genannte Herkunftsland war die Türkei (370 000), gefolgt von Rumänien (179 000) und der Russischen Föderation (169 000).

Seit dem Jahr 2005 können mit den Daten des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, Untersuchungen zum Migrationshintergrund durchgeführt werden. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung hatten in Bayern im Jahr 2011 rund 2,47 Millionen der insgesamt 12,56 Millionen Einwohner einen Migrationshintergrund 1). Somit wies nahezu jede fünfte Person (knapp 20 Prozent) einen Migrationshintergrund auf. Von den im Freistaat lebenden 2,47 Millionen Zugewanderten und ihren Nachkommen besaßen 1,28 Millionen (52 Prozent) einen deutschen Pass und 1,19 Millionen hatten ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Insgesamt verfügten die Personen mit Migrationshintergrund im Freistaat 2011 mehrheitlich (69 Prozent oder 1,71 Millionen) über eigene Migrationserfahrung, das heißt, sie waren aus dem Ausland nach Deutschland zugewandert. Bei den unter 15-Jährigen mit Migrationshintergrund verhielt es sich umgekehrt, denn beinahe neun von zehn (gut 89 Prozent) waren in Deutschland geboren.

Von den Personen mit Migrationshintergrund hatten 1,83 Millionen (74 Prozent) ihre Wurzeln in einem europäischen Land. Der Herkunftsregion Afrika waren rund 50 000 Migranten zuzurechnen, Amerika rund 85 000 und Asien, Australien oder Ozeanien 320 000. Als derzeitige oder frühere Staatsangehörigkeit wurde am häufigsten die Türkei (370 000) genannt, gefolgt von Rumänien (179 000) und der Russischen Föderation (169 000).

Im Hinblick auf die Altersstruktur zeigte sich, dass die Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Durchschnitt deutlich jünger war als diejenige ohne Migrationshintergrund. Im Jahr 2011 waren nur rund zehn Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund 65 Jahre oder älter, der entsprechende Anteil in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund lag dagegen bei 22 Prozent. Umgekehrt zählten rund 21 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund zu den unter 15-Jährigen, während dies nur auf knapp 12 Prozent der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund zutraf.

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1) Zu den Personen mit Migrationshintergrund gelten dabei alle seit 1950 nach Deutschland Zugewanderten und alle im Inland mit fremder Staatsangehörigkeit Geborenen sowie die hier geborenen Deutschen, die mit zumindest einem Elternteil im selben Haushalt leben, der zugewandert ist oder als Ausländer in Deutschland geboren ist.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.