Auf einen Blick


Pressemitteilung

271/2012/34/C
München, den 01. Oktober 2012

Kartoffelernte in Bayern unter langjährigem Durchschnitt

Anbaufläche auf neuem Tiefstand

Aufgrund der auf einen neuen Tiefstand gesunkenen Anbaufläche wird es 2012 in Bayern voraussichtlich nur eine unterdurchschnittliche Kartoffelernte von 1,8 Millionen Tonnen geben. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, wird die durchschnittliche Erntemenge der vorangegangenen sechs Jahre trotz eines guten Hektarertrags um gut sechs Prozent unterschritten. Als Durchschnittsertrag werden 434 Dezitonnen je Hektar erwartet. Gegenüber dem Spitzenwert des Vorjahres bedeutet dies zwar einen Rückgang um neun Prozent, das langjährige Mittel wird jedoch um gut drei Prozent übertroffen.

Die von den bayerischen Landwirten bewirtschaftete Kartoffelfläche verringerte sich nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2012 gegenüber dem Vorjahr um weitere 4,6 Prozent bzw. 2 000 Hektar (ha) auf 41 700 ha. Dies ist nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung die bisher geringste Kartoffelanbaufläche. Damit hat sich die mit Kartoffeln bestellte Ackerfläche innerhalb von zehn Jahren um annähernd 20 Prozent bzw. fast 10 000 ha verringert. Seit 1985 hat sich die Kartoffelfläche nahezu halbiert und seit dem Höchststand im Jahre 1954 mit fast 321 000 Hektar ist sie um 87 Prozent gesunken. In Bayern werden hauptsächlich die ertragstärkeren mittelfrühen und späten Sorten angebaut.

Nach den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen im Rahmen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ wird bei Kartoffeln in diesem Jahr mit einem Durchschnittsertrag von 434,1 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) gerechnet. Gegenüber dem Spitzenwert des vorangegangenen Jahres (477,0 dt/ha) bedeutet dies zwar einen Rückgang um neun Prozent, der mehrjährige Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2011 (420,6 dt/ha) wird jedoch um 3,2 Prozent übertroffen. Trotz des guten Hektarertrags kann aufgrund der um 2 000 Hektar geringeren Anbaufläche in diesem Jahr nur mit einer unterdurchschnittlichen Kartoffelernte von 1,81 Millionen Tonnen gerechnet werden. Nach der guten Ernte des Vorjahres (2,08 Millionen Tonnen) ist dies ein Minus von gut 13 Prozent bzw. 275 000 Tonnen. Die durchschnittliche Erntemenge der vorangegangenen sechs Jahre (1,93 Millionen Tonnen) wird aufgrund der Flächenreduzierung um 6,3 Prozent unterschritten.

Innerhalb Deutschlands ist Bayern hinter Niedersachsen das zweitwichtigste Kartoffelanbauland. Rund 17 Prozent des Kartoffelanbaus erfolgte 2012 im Freistaat, der Anteil an der Erntemenge wird voraussichtlich bei etwa 17,5 Prozent liegen.

Ausführliche endgültige Ergebnisse enthält der voraussichtlich im zweiten Quartal 2013 erscheinende Statistische Bericht C II 1 „Ernte der Feldfrüchte und des Grünlands in Bayern 2012“. Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.