Auf einen Blick


Pressemitteilung

299/2012/36/Q
München, den 29. Oktober 2012

Zehn Prozent mehr potenziell klimawirksame Stoffe im Jahr 2011 in Bayern eingesetzt

Kfz-Bereich ist Hauptnutzer

Im Jahr 2011 wurden in Bayern insgesamt 2 454 Tonnen klimawirksame Stoffe eingesetzt, um zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, entfielen mehr als drei Viertel davon auf den Stoff 134a, der überwiegend als Kältemittel in Kühl-, Gefrier- und Klimaanlagen – zumeist in Kraftfahrzeugen – zum Einsatz kommt. Das Treibhauspotenzial der 2011 in Bayern verwendeten klimawirksamen Stoffe lag bei 4,1 Millionen GWP-gewichteten Tonnen und entsprach damit in seiner Wirkung etwa 4,1 Millionen Tonnen Kohlendioxid.

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung haben im Jahr 2011 in Bayern 1 586 Unternehmen rund 2 454 Tonnen klimawirksame Stoffe zur Herstellung und Wartung ihrer Produkte verwendet. Das war um zehn Prozent mehr als im Jahr 2010. Dabei handelte es sich überwiegend um Kältemittel, die bei der Erstbefüllung bzw. bei der Instandhaltung von Kühl-, Gefrier- und Klimaanlagen (2 369 Tonnen) zum Einsatz kamen. Als Treibmittel, u. a. zur Herstellung von chemischen Erzeugnissen, sowie als sonstiges Mittel (z.B. als Lösemittel, Ätzgas oder Schutz- und Treibgas) wurden 2011 insgesamt rund 85 Tonnen eingesetzt.

Der am häufigsten – hauptsächlich in Klimaanlagen von Kraftfahrzeugen – eingesetzte Stoff war das Kältemittel R 134a. Darauf entfielen im Jahr 2011 insgesamt 1 985 Tonnen, d. h. gut drei Viertel der insgesamt eingesetzten Menge an klimawirksamen Stoffen.

Bei Betrachtung der Wirtschaftszweige zeigt sich, dass etwas mehr als die Hälfte (1 336 Tonnen) der 2011 eingesetzten klimawirksamen Stoffe im Kfz-Bereich verwendet wurde. Ein weiterer Hauptnutzer waren Unternehmen aus dem „Maschinenbau“ (22,7 Prozent bzw. 557 Tonnen).

Ein Großteil dieser Stoffe wird in geschlossenen Systemen verwendet, eine Gefährdung der Umwelt tritt also erst bei ihrer Freisetzung auf. Sie werden daher auch als „potenziell emissionsrelevant“ bezeichnet. Ihre potenzielle Wirkung auf die Erderwärmung wird über den sog. GWP (Global Warming Potential)-Wert ausgedrückt. Bezugsgröße bildet dabei das Treibhauspotenzial von Kohlendioxid (GWP von CO2 = 1). So besitzt z. B. das Kältemittel R134a – bezogen auf einen Zeitraum von 100 Jahren – eine um den Faktor 1 300 höhere Klima-wirksamkeit als Kohlendioxid (CO2).

Das Treibhauspotenzial der im Jahr 2011 in Bayern eingesetzten klimawirksamen Stoffe lag - umgerechnet in GWP-gewichtete Tonnen - bei insgesamt 4,1 Millionen Tonnen.

Die dargestellten Ergebnisse basieren auf der jährlichen Erhebung über die Verwendung klimawirksamer Stoffe für das Jahr 2011. Diese wird bei Unternehmen durchgeführt, die bestimmte klimawirksame Stoffe herstellen, ein- oder ausführen oder in Mengen von mehr als 20 Kilogramm pro Stoff und Jahr verwenden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.