Auf einen Blick


Pressemitteilung

310/2012/45/B
München, den 09. November 2012

Strafvollzug in Bayern 2012

1,4 Prozent weniger Inhaftierte als im Vorjahr

Ende März 2012 waren in den 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten 9 469 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte inhaftiert, das waren nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzte sich der leicht rückläufige Trend der letzten Jahre fort. Von den einsitzenden Personen handelte es sich in 94,7 Prozent der Fälle um Erwachsene (über 21 Jahren). 7,1 Prozent der Inhaftierten waren weiblich, 25,6 Prozent Ausländer. In 75,1 Prozent der Fälle waren die Personen vorbestraft und 44,2 Prozent der Gefange-nen verbüßten eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Diebstahl und Unterschlagung lagen in 19,2 Prozent der Fälle der Haft zugrunde.

Am 31. März 2012 waren nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung 9 469 Strafgefangene in den 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten inhaftiert. Hierunter fallen keine Personen die sich in Untersuchungshaft oder im Jugendarrest befinden oder Personen die sich in sonstiger Freiheitsentziehung (z.B. Strafarrest oder Abschiebehaft) befinden. Die Zahl der Strafgefangenen sank damit annähernd auf das Niveau des Jahres 2006 (9 423 Strafgefangene). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 132 Strafgefangene oder 1,4 Prozent weniger. Seit dem bisherigen Höchststand im Jahr 2007 ging die Zahl der Inhaftierten bis zum Jahr 2012 tendenziell zurück.

Im Jahr 2012 wiesen die über 21-jährigen Erwachsenen mit rund 94,7 Prozent den größten Anteil der Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten auf. In der Altersgruppe der Erwachsenen gab es 8 965 Inhaftierte, 104 Personen weniger als ein Jahr zuvor. Vergleichsweise gering fiel mit 4,5 Prozent der Anteil der 18- bis unter 21-jährigen Heranwachsenden und mit 0,8 Prozent der Anteil der 14- bis unter 18-jährigen Jugendlichen aus. In diesen beiden Altersgruppen ging die Zahl der Strafgefangenen ebenfalls zurück und erreichte den niedrigsten Stand seit 10 Jahren. Bei den Heranwachsenden sank die Zahl der Inhaftierten um 4,2 Prozent auf 429. Die Zahl der Jugendlichen ging im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent auf 75 Personen zurück.

In den bayerischen Strafvollzugsanstalten befanden sich im März dieses Jahres 674 Frauen. Dies entsprach einem Frauenanteil von 7,1 Prozent an allen Strafgefangenen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der weiblichen Strafgefangenen um 42 Personen, bei den männlichen Inhaftierten sank sie um 174 Personen.

Von den 9 469 Inhaftierten besaßen 7 044 eine deutsche und 2 425 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Damit waren 74,4 Prozent der Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten Deutsche. Dieser Anteil ist seit dem Jahr 2002 weitgehend unverändert.

75,1 Prozent der Insassen verbüßten zum wiederholten Male eine Strafe. 76,8 Prozent der zu einer Freiheitsstrafe (6 720 Personen) und 52,0 Prozent der zu einer Jugendstrafe verurteilten Strafgefangenen (350 Personen) waren bereits vorbestraft. 2 240 Häftlinge waren sogar 5 bis 10-mal und 1 061 Insassen 11-mal oder öfter zu einer Strafe verurteilt. Die häufigsten Vorstrafen waren Freiheits- und Geldstrafen, hierzu waren 2 393 Häftlinge vorverurteilt. Nur mit einer Geldstrafe waren 922 Häftlinge und mit einer Freiheitsstrafe und Jugendstrafe 1 223 Häftlinge vorbestraft.

Die größte Gruppe der Strafgefangenen, mit 4 190 Personen oder 44,2 Prozent, verbüßte 2012 eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr. Zu einer Freiheits- oder Jugendstrafe von mehr als einem und bis zu zwei Jahren wurden 1 990 Strafgefangene verurteilt, was einen Anteil von 21,0 Prozent entspricht. Ein Urteil von mehr als zwei und bis zu fünf Jahren Vollzugsdauer wurde gegen 2 174 Personen oder 23,0 Prozent ausgesprochen. Gut 7,0 Prozent oder 663 Strafgefangene wurden mit einer Haftstrafe von mehr als fünf und bis zu zehn Jahren belegt. Eine Haftstrafe von zehn bis fünfzehn Jahren erhielten 133 Personen (1,4 Prozent). 274 Personen (2,9 Prozent) verbüßten eine lebenslange Haftstrafe. Die restlichen aus-schließlich männlichen 45 Strafgefangenen (0,5 Prozent) befanden sich in Sicherungsverwahrung.

5 243 Personen (59,9 Prozent) der zu einer Freiheitsstrafe verurteilten Insassen waren ledig, 1 719 Personen (19,6 Prozent) verheiratet, 1 635 Personen (18,7 Prozent) geschieden und 154 Personen 1,8 Prozent verwitwet.

Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht B VI 6 j 2012 (Bestellnummer: B66003 201200, Preis der Druckausgabe: 20,50 €). Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Post bestellt werden.

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