Auf einen Blick

Pressemitteilung

331/2012/52/D
München, den 27. November 2012

Etwas weniger Unternehmensinsolvenzen in Bayern

Gläubigerforderungen und Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze allerdings deutlich gestiegen

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Bayern in den ersten neun Monaten 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht zurückgegangen. Hatten von Januar bis September 2011 zusammen 2 601 Unternehmen Insolvenz angemeldet, waren es im aktuellen Berichtszeitraum mit 2 558 Unternehmen um 1,7 Prozent weniger. Die Gesamtsumme der Gläubigerforderungen und die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer hat sich im selben Zeitraum allerdings deutlich erhöht, und zwar um 118,9 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro (Januar bis September 2011: 1,9 Milliarden Euro) bzw. um 26,2 Prozent auf 16 575 Beschäftigte (13 131 Beschäftigte). Die meisten der durch Insolvenz bedrohten Arbeitsplätze wie auch die mit Abstand höchsten Gläubigerforderungen entfielen auf Schwaben und Oberbayern, was in beiden Regierungsbezirken jeweils wesentlich auf Einzelfällen von Großinsolvenzen beruht.

Von Januar bis September 2012 wurden von den Insolvenzgerichten in Bayern insgesamt 2 558 Anträge auf Eröffnung eines Unternehmensinsolvenzverfahrens bearbeitet, das sind um 1,7 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2011 (2 601 Verfahren). Nach weiteren Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung wurde bei 71,5 Prozent dieser beantragten Fälle vom Gericht das Insolvenzverfahren eröffnet, das schließlich zu einer gleichmäßigen, jedoch nur teilweisen Befriedigung der Gläubigerforderungen führt. Bei den anderen 730 Fällen erfolgte eine Abweisung mangels Masse, weil der Schuldner noch nicht einmal die Gerichtskosten aufbringen konnte, so dass mit einem Totalausfall der Forderungen gerechnet werden muss.

Von den in den ersten neun Monaten 2012 beantragten 2 558 Unternehmensinsolvenzen waren insgesamt 16 575 Arbeitnehmer betroffen und damit um 26,2 Prozent mehr als von Januar bis September 2011 (13 131 Arbeitnehmer). Dabei ist die Zahl der durch Insolvenz gefährdeten Beschäftigungsverhältnisse in den kreisfreien Städten zusammen wesentlich stärker angestiegen (+52,7 Prozent auf Arbeitnehmer) als in den Landkreisen (+10,3 Prozent auf Arbeitnehmer). Die meisten der von Insolvenz bedrohten Arbeitsplätze im aktuellen Berichtszeitraum befanden sich in Schwaben (5 755; +322,5 Prozent) und in Oberbayern (3 997; +40,6 Prozent). Entgegen dem Landestrend zurückgegangen ist die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer allein in Niederbayern (-18,4 Prozent), Unter- und Mittelfranken ( 33,2 Prozent bzw. -47,6 Prozent).

Die Gesamtsumme der Gläubigerforderungen belief sich im aktuellen Berichtszeitraum auf 4,1 Milliarden Euro, was gut einer Verdoppelung der Gläubigerforderungen (+118,9 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresergebnis entspricht. Der Schuldenberg je insolventem Unternehmen maß dementsprechend aktuell durchschnittlich 1,6 Millionen Euro, während es im Vergleichszeitraum 2011 „nur“ 720 100 Euro waren. Auf Regierungsbezirksebene betrachtet im Durchschnitt am höchsten verschuldet waren die insolventen Unternehmen in Schwaben und Oberbayern (mit 3,6 Millionen Euro bzw. 1,8 Millionen Euro), am geringsten in der Oberpfalz (465 700 Euro).

Unternehmensinsolvenzen in Bayern von Januar bis September 2012

Bezeichnung

Unternehmensinsolvenzen

eröffnet

insgesamt

Veränderung
ggü.
Jan. - Sept.
2011

Betroffene
Arbeit-
nehmer

Voraus-
sichtliche
Forde-
rungen

Anzahl

%

Anzahl

1 000 Euro

Nach Wirtschaftsabschnitten 1)

Land- u. Forstwirtschaft, Fischerei

9

11

-8,3

20

3 527

Bergbau u. Gewinnung v. Steinen u. Erden

-

-

x

-

-

Verarbeitendes Gewerbe

193

233

-0,9

7 750

1 352 179

Energieversorgung

14

17

-

33

88 770

Wasserversorgung; Entsorgung,

 

 

 

 

 

Beseitigung v. Umweltverschmutzungen

3

3

-76,9

55

6 896

Baugewerbe

264

361

15,3

1 204

221 319

Handel; Instandhaltung u. Reparatur v. Kfz

327

471

-7,8

3 168

1 235 337

Verkehr u. Lagerei

140

184

-8,5

807

41 988

Gastgewerbe

176

221

-16,9

634

33 238

Information u. Kommunikation

65

95

17,3

257

46 229

Finanz- u. Versicherungsdienstleistungen

57

100

13,6

35

249 420

Grundstücks- u. Wohnungswesen

44

63

-38,2

39

89 386

Freiberufliche, wissenschaftliche

 

 

 

 

 

u. technische Dienstleistungen

196

337

2,1

829

604 066

Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen

178

240

15,9

1 174

50 842

Erziehung u. Unterricht

27

33

50,0

149

5 961

Gesundheits- u. Sozialwesen

51

62

31,9

293

51 806

Kunst, Unterhaltung u. Erholung

28

42

-20,8

74

7 063

Sonstige Dienstleistungen

56

85

-16,7

54

11 126

Insgesamt

1 828

2 558

-1,7

16 575

4 099 152

Nach Regierungsbezirken

Oberbayern

689

993

-5,3

3 997

1 809 088

Niederbayern

124

172

-4,4

1 186

191 472

Oberpfalz

156

202

9,8

1 228

94 074

Oberfranken

155

211

-4,5

1 256

118 856

Mittelfranken

292

402

8,6

1 921

486 059

Unterfranken

151

229

-2,1

1 232

130 171

Schwaben

261

349

-3,9

5 755

1 269 432

Bayern

1 828

2 558

-1,7

16 575

4 099 152

Kreisfreie Städte

681

1 004

1,2

7 525

3 000 661

Landkreise

1 147

1 554

-3,4

9 050

1 098 491

 

1) Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008), Kurzbezeichnung.

Weitere, bis auf Kreisebene regionalisierte Ergebnisse zu diesem Thema können per E-Mail (info-sw@statistik.bayern.de) oder telefonisch (09721-2088-230) erfragt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.