Auf einen Blick

Pressemitteilung

332/2012/52/D
München, den 27. November 2012

9,7 Prozent weniger Privatinsolvenzen in Bayern als in den ersten neun Monaten 2011

Durchschnittliche Verschuldung mit rund 64 800 Euro in der Oberpfalz deutlich am niedrigsten

In den ersten neun Monaten 2012 meldeten die 29 Insolvenzgerichte in Bayern insgesamt 10 005 Insolvenzverfahren von „übrigen Schuldnern“, zu denen Privatpersonen (Verbraucher, ehemals selbstständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter) und Nachlässe zählen. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung berichtet, sind dies um 9,7 Prozent weniger Insolvenzverfahren im privaten Bereich als von Januar bis September 2011. Die meisten dieser Verfahren betrafen Ver-braucher (7 439; -10,6 Prozent) und ehemals selbstständig Tätige (2 261; -5,8 Prozent). Die von den Gläubigern gegenüber den „übrigen Schuldnern“ angemeldeten Forderungen betrugen insgesamt 941,2 Millionen Euro (Vergleichszeitraum 2011: 1,12 Milliarden Euro) und bezifferten sich damit auf durchschnittlich rund 94 100 Euro (knapp 100 700 Euro) je Insolvenzfall. Weit unter Landesdurchschnitt und mit Abstand am geringsten verschuldet auf Regierungsbezirksebene waren die insolventen Privatschuldner (einschl. Nachlässe) in der Oberpfalz (64 800 Euro; -33,4 Prozent).

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung betrafen von den insgesamt 12 563 beantragten Insolvenzverfahren in Bayern von Januar bis September 2012 rund vier Fünftel oder 10 005 Fälle so genannte „übrige Schuldner“, zu denen Privatpersonen (Verbraucher, ehemals selbstständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter) und Nachlässe gehören. Allein 74,4 Prozent dieser Privatinsolvenzen entfallen dabei auf Verbraucher (7 439; -10,6 Prozent). Von den 10 005 Insolvenzfällen im privaten Bereich wurden 9 588 Verfahren eröffnet (-10,0 Prozent), darunter 7 307 Verfahren insolventer Verbraucher (-10,7 Prozent). Mangels Masse abgewiesen wurden 295 Verfahren (+1,7 Prozent) und bei den anderen 122 Verfahren (-9,0 Prozent) konnten sich Gläubiger und Schuldner unter richterlicher Aufsicht auf einen Schuldenbereinigungsplan einigen, mithin einen Weg aus der Schuldenfalle finden.

Die gegenüber den insolventen Privatschuldnern (einschl. Nachlässe) von den Gläubigern insgesamt geltend gemachten Forderungen betrugen in den ersten neun Monaten 2012 knapp 941,2 Millionen Euro und lagen damit um 15,6 Prozent niedriger als von Januar bis September 2011 (1,12 Milliarden Euro). Das entspricht rund 94 100 Euro je insolventem Pri-vatschuldner. Zu diesem deutlichen Rückgang trugen die insolventen Verbraucher am meisten bei, deren Schuldenberg um 18,2 Prozent auf 400,2 Millionen Euro abgenommen hat und deren durchschnittliche Verschuldung damit von rund 58 800 Euro in den ersten neun Monaten 2011 auf aktuell 53 800 Euro zurückgegangen ist.

Die wenigsten Privatinsolvenzen wurden im Berichtszeitraum für die Oberpfalz gemeldet (937; -3,2 Prozent), wobei allerdings in den anderen sechs Regierungsbezirken Bayerns wesentlich stärkere relative Rückgänge verzeichnet wurden, darunter der relativ stärkste in Oberfranken (um -21,4 Prozent auf 1 002 Verfahren). Der Schuldenberg insolventer Privatschuldner (einschl. Nachlässe) maß durchschnittlich zwischen 64 800 Euro (Oberpfalz) und 117 600 Euro (Oberbayern).

Insolvenzen der Privatpersonen und Nachlässe (übrige Schuldner) in Bayern
von Januar bis September 2011 und 2012

 

 

 

 

 

 

 

Gebiet

Insolvenzen der Privatpersonen und Nachlässe

Veränderung
ggü.
Jan. - Sept.
2011

Voraus-
sichtliche
Forderungen

Durch-
schnittliche
Verschuldung

darunter

insgesamt 1)

Ver-
braucher

ehemals
selbst-
ständig
Tätige

Anzahl

%

1 000 €

Januar bis September 2011

Oberbayern

2 437

961

3 521

-5,9

394 971

112 176

Niederbayern

723

219

968

-17,8

88 024

90 934

Oberpfalz

701

140

871

-4,8

84 807

97 367

Oberfranken

1 077

168

1 274

2,9

112 501

88 305

Mittelfranken

1 151

342

1 538

2,7

157 425

102 357

Unterfranken

844

204

1 092

6,7

105 467

96 582

Schwaben

1 384

366

1 816

-5,1

172 354

94 909

Bayern

8 317

2 400

11 080

-3,7

1 115 549

100 681

Kreisfreie Städte

3 318

925

4 355

1,6

318 929

73 233

Landkreise

4 999

1 475

6 725

-6,8

796 619

118 456

Januar bis September 2012

Oberbayern

2 233

871

3 230

-8,3

380 000

117 647

Niederbayern

680

235

937

-3,2

90 392

96 470

Oberpfalz

653

115

785

-9,9

50 904

64 846

Oberfranken

832

149

1 002

-21,4

80 555

80 394

Mittelfranken

1 084

306

1 429

-7,1

116 625

81 613

Unterfranken

714

201

942

-13,7

95 826

101 726

Schwaben

1 243

384

1 680

-7,5

126 894

75 532

Bayern

7 439

2 261

10 005

-9,7

941 196

94 073

Kreisfreie Städte

3 049

869

4 017

-7,8

354 588

88 272

Landkreise

4 390

1 392

5 988

-11,0

586 608

97 964

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1) Verbraucher, ehemals selbstständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter u.Ä., Nachlässe. Mit Regel- oder Verbraucherinsolvenzverfahren.

Weitere, bis auf Kreisebene regionalisierte Ergebnisse zu diesem Thema können per E-Mail (info-sw@statistik.bayern.de) oder telefonisch (09721-2088-230) erfragt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.