Auf einen Blick


Pressemitteilung

080/2013/42/A
München, den 21. März 2013

Regionale Unterschiede beim Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund

Aktualisierte Veröffentlichung mit Regionaldaten für Deutschland verfügbar

Im Jahr 2011 hatte etwa jeder fünfte Einwohner Bayerns (knapp 20 Prozent) einen Migrationshintergrund. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, waren im Freistaat deutliche regionale Unterschiede zu verzeichnen. Während in den Großstädten München, Nürnberg und Augsburg 36 bzw. jeweils rund 37 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund aufwiesen, traf dies nur auf etwa jede zehnte Person in der Region Oberpfalz-Nord zu. Diese und weitere Informationen enthält die für das Berichtsjahr 2011 aktualisierte Gemeinschaftsveröffentlichung „Bevölkerung nach Migrationsstatus regional“.

Wie hoch ist der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund in den Regionen Deutschlands, wie ist die demographische Struktur dieser Personengruppe und wie hoch ist deren Arbeitsmarktbeteiligung? Antworten auf diese und weitere Fragen können der Publikation „Bevölkerung nach Migrationsstatus regional“ entnommen werden, die nun aktualisiert für das Berichtsjahr 2011 zur Verfügung steht.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, lag in Bayern im Jahr 2011 der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund an der Bevölkerung insgesamt bei knapp 20 Prozent und entsprach damit in etwa dem Bundesdurchschnitt. In den drei größten Städten Bayerns lebten besonders viele Migranten bzw. deren Nachkommen. In der Landeshauptstadt München hatten 36 Prozent der Bevölkerung einen
Migrationshintergrund, in Nürnberg und Augsburg waren es jeweils rund 37 Prozent. In ländlich geprägten Regionen sind Zuwanderer aus dem Ausland und deren Nachkommen hingegen relativ selten vertreten. Im Vergleich der 18 bayerischen Regionen zeigte sich, dass die Anteile an Personen mit einem Migrationshintergrund in der Region Oberpfalz-Nord (10 Prozent) sowie in der Region Donau-Wald (11 Prozent) am niedrigsten waren.

Rund jedem dritten Kind unter sechs Jahren (34 Prozent) konnte in Bayern 2011 ein Migrationshintergrund zugeschrieben werden. Zu beachten gilt in diesem Zusammenhang, dass eine Person nicht nur durch eigene Zuwanderung, sondern auch über einen bzw. beide
Elternteil(e) einen Migrationshintergrund erwerben kann. Von den Personen im Alter von 65 Jahren oder älter hatte dagegen nur etwa jeder Zehnte (rund 10 Prozent) einen Migrationshintergrund.

Die Datenbasis dieser Ergebnisse ist der Mikrozensus, die größte Haushaltsbefragung in Deutschland, bei der jährlich ein Prozent der Bevölkerung unter anderem nach ihren Lebens- und Familienformen, ihrem Erwerbsverhalten und ihrer Ausbildung befragt wird.

Nach der Definition des Mikrozensus zählen zu den Menschen mit Migrationshintergrund alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil.

Um dem gestiegenen Bedarf an tiefer regionalisierten Daten im Kontext der Migration Rechnung zu tragen, erscheint nun die für das Berichtsjahr 2011 aktualisierte Veröffentlichung „Bevölkerung nach Migrationsstatus regional“. Die in Zusammenarbeit der Statistischen
Ämter des Bundes und der Länder erstellte Publikation kann kostenlos als PDF-Datei unter www.statistik-portal.de in der Rubrik Veröffentlichungen heruntergeladen werden. Da der Mikrozensus eine Haushaltsstichprobe ist, sind regionalen Auswertungen aus methodischen Gründen Grenzen gesetzt. Deshalb umfassen die ausgewiesenen Regionen in der Regel mehrere Landkreise und kreisfreie Städte. Bei den bayerischen Ergebnissen werden neben den Regierungsbezirken auch die 18 bayerischen Regionen sowie gesondert München, Nürnberg und Augsburg nachgewiesen.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.