Auf einen Blick


Pressemitteilung

145/2013/43/L
München, den 03. Juni 2013

Bayerische Kommunen reduzierten 2012 weiter ihre Schuldenlast

Außerhalb der Kernhaushalte jedoch deutliche Schuldenzunahme

Die Kernhaushalte der kommunalen Körperschaften in Bayern wiesen am 31. Dezember 2012 Schulden in Höhe von 14,5 Milliarden Euro aus. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren das um 3,1 Prozent oder 461 Millionen Euro weniger Schulden als im Jahr davor. 14,3 Milliarden Euro der kommunalen Schulden waren Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich und knapp 186 Millionen Euro Schulden beim öffentlichen Bereich. Die Schulden der öffentlich bestimmten Fonds, Einrichtungen und Unternehmen sind dagegen kräftig um 8,5 Prozent auf 22,3 Milliarden Euro angewachsen.

Der Schuldenstand der Kernhaushalte der kommunalen Körperschaften in Bayern (Gemeinden, Gemeindeverbände, nicht-kaufmännisch buchende kommunale Zweckverbände und Verwaltungsgemeinschaften) belief sich am 31. Dezember 2012 auf 14 523,8 Millionen Euro. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, hat sich damit die Verschuldung im Laufe des Jahres um 3,1 Prozent oder rund 461 Millionen Euro verringert. Bereits im vorhergehenden Jahr wurden Schulden abgebaut: Im Jahr 2011 verringerte sich der Schuldenberg um 260,6 Millionen Euro bzw. um 1,7 Prozent.

Mehr Schulden als im Vorjahr wurden lediglich für zwei Teilgruppen der kommunalen Körperschaften ermittelt: Die Landkreise erhöhten ihren Schuldenstand um 19,5 Millionen Euro bzw. 0,9 Prozent auf 2 140,6 Millionen Euro, bei den nicht-kaufmännisch buchenden Zweckverbänden nahm dieser um 3,5 Millionen Euro bzw. 0,4 Prozent auf 836,3 Millionen Euro zu. Dagegen verminderten die kreisfreien Städte ihren Schuldenstand zum 31. Dezember 2012 um 310,1 Millionen Euro bzw. 5,9 Prozent auf 4 982,9 Millionen Euro. Auch die kreisangehörigen Gemeinden haben einen Schuldenabbau gemeldet, und zwar um 21,9 Millionen Euro bzw. 0,3 Prozent auf 6 368,5 Millionen Euro. Besonders kräftig reduzierten die Bezirke ihre Schuldenlast um 47,9 Prozent auf 165,3 Millionen Euro.

Die Schulden aller kommunalen Haushalte setzten sich Ende 2012 aus 14 337,9 Millionen Euro Schulden beim nicht-öffentlichen und 185,9 Millionen Euro Schulden beim öffentlichen Bereich zusammen.

Die Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich der Haushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände je Einwohner gelten in der Schuldenstatistik als ein Maßstab für die Höhe der kommunalen Verschuldung. Zum 31. Dezember 2012 ergab sich hier ein Betrag von 1 069 Euro je Einwohner. In den Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich und den Schulden beim öffentlichen Bereich sind bei den Kernhaushalten der kommunalen Körperschaften auch Kassenkredite zur Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe enthalten. Diese hatten am 31. Dezember 2012 einen Stand von 274,0 Millionen Euro, 30,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Nicht in den 14 523,8 Millionen Euro Schulden enthalten sind die Schulden der dem kommunalen Bereich zuzuordnenden kaufmännisch buchenden öffentlich bestimmten Fonds, Einrichtungen und Unternehmen mit Sonderrechnung (FEU). Diese beliefen sich Ende 2012 auf insgesamt 22 266,4 Millionen Euro, was einer Zunahme um 8,5 Prozent entspricht. Zu den kommunalen FEU zählen unter anderem die kommunalen Eigenbetriebe (inklusive Krankenhäuser) mit einem Schuldenstand von 4 228,3 Millionen Euro (+1,4 Prozent), in öffentlich-rechtlicher Rechtsform geführte FEU mit 1 439,5 Millionen Euro (+17,1 Prozent) und privatrechtliche Wirtschaftsunternehmen mit 16 598,6 Millionen Euro (+9,7 Prozent). Bei allen FEU ist die Mehrheit der Anteile in öffentlicher Hand.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.