Auf einen Blick


Pressemitteilung

148/2013/54/K
München, den 04. Juni 2013

Zahl der vorläufigen Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche auch 2012 gestiegen

Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils ist häufigster Anlass

Im Jahr 2012 wurden in Bayern insgesamt 3 046 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ergriffen. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, sind das rund 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. In 54 Prozent der Fälle waren weibliche Minderjährige betroffen. Der häufigste Grund für eine vorläufige Schutzmaßnahme lag in der Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils.

Als Schutzmaßnahme bezeichnet man die vorläufige Aufnahme und Unterbringung von Minderjährigen in einer Notsituation durch das Jugendamt. Es sind Maßnahmen zur schnellen Intervention zugunsten des Minderjährigen, sie dienen als Klärungshilfe für Betroffene in Krisensituationen sowie dem unmittelbaren Schutz der Minderjährigen.

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung wurden im Laufe des Jahres 2012 in Bayern insgesamt 3 046 vorläufige Schutzmaßnahmen durchgeführt. Verglichen mit dem Vorjahr mit insgesamt 2 982 Fällen, entspricht dies einer Zunahme von rund 2,1 Prozent. Die Zahl der vorläufigen Schutzmaßnahmen ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen: Gegenüber 2002 (1 692 Fälle) wurden im Jahr 2012
80 Prozent mehr vorläufige Schutzmaßnahmen ausgesprochen.

Vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder in Bayern von 2002 bis 2012 Vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder in Bayern von 2002 bis 2012

Mädchen sind von vorläufigen Schutzmaßnahmen etwas öfter betroffen als Jungen. Im Jahr 2012 waren dies 1 649 Mädchen (54 Prozent) und 1 397 Jungen (46 Prozent).

Bei der überwiegenden Zahl der Maßnahmen (3 005) handelte es sich um Inobhutnahmen, in 41 Fällen wurden die Kinder und Jugendlichen vom Jugendamt aufgrund einer Gefährdung den Personenberechtigten, z.B. den Eltern, auch gegen deren Willen weggenommen (Herausnahmen). Von den 3 005 Inobhutnahmen erfolgten 500 auf eigenen Wunsch des Minderjährigen und 2 505 aufgrund einer Gefährdung.

Die drei häufigsten Gründe – Doppelnennungen sind möglich – für eine vorläufige Schutzmaßnahme waren die Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils (1 245 Fälle), die Vernachlässigung des Minderjährigen (380 Fälle) und Beziehungsprobleme (348 Fälle).


Weitere Informationen zu den vorläufigen Schutzmaßnahmen in Bayern finden Sie auch in unserer Online-Datenbank GENESIS unter: www.statistikdaten.bayern.de/genesis

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.