Auf einen Blick

Pressemitteilung

173/2013/55/A
München, den 24. Juni 2013

Zum Anti-Drogentag am 26. Juni

84 Prozent der Krankenhausbehandlungen wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen durch legale Drogen verursacht

Im Jahr 2011 führten Ärzte bayerischer Krankenhäuser 64 969 vollstationäre Behandlungen von Patienten mit psychischen Störungen und Verhaltensstörungen verursacht durch psychotrope Substanzen durch. Das waren 1,8 Prozent mehr Fälle als 2010. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren in 84 Prozent der Fälle die Patienten aufgrund des Konsums von legalen Drogen in stationärer Behandlung.

Anlässlich des Anti-Drogentages am 26. Juni teilt das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mit, dass im Jahr 2011 in den bayerischen Krankenhäusern 64 969 vollstationäre Behandlungen von Patienten durchgeführt wurden, die als Hauptdiagnose psychische Störungen und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen zeigen. Zu den psychotropen Substanzen zählen Drogen wie z.B. Tabak, Alkohol, Opium, Cannabis, Kokain, Tabletten und flüchtige Lösungsmittel. Dies waren 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr (2010: 63 849) und 7,1 Prozent mehr als elf Jahre zuvor (2000: 60 680).

In 54 554 Fällen war der Konsum von legalen Drogen wie Alkohol, Tabak, pharmazeutischen oder chemischen Produkten verantwortlich für die Störung. Dies entsprach 84 Prozent aller Behandlungsfälle wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen. Illegale Drogen wie Heroin, Kokain, Opium und Cannabis waren dagegen „nur“ in 10 415 Fällen verantwortlich für einen vollstationären Krankenhausaufenthalt.

Bei mehr als zwei Dritteln (68,4 Prozent) aller aufgrund des Konsums legaler Drogen erfolgten Krankenhausbehandlungen waren die Patienten männlich. Mit Blick auf das Alter der Patienten mit der Hauptdiagnose Konsum von legalen Drogen zeigt sich, dass in nahezu einem Viertel der Fälle die Patienten jünger als 30 Jahre waren. Dabei ist auffallend, dass die Fallzahl in der Altersgruppe der 15 bis unter 20-Jährigen sprunghaft ansteigt gegenüber der Altersgruppe der 15 Jahre oder Jüngeren. Bei der Altersklasse der 20 bis unter 40-Jährigen ist hingegen ein geringes Absinken der Zahl der Behandlungsfälle festzustellen. Erst bei den Altersgruppen der 40 bis unter 55-Jährigen zeigt sich ein vergleichbar hoher oder noch höherer Behandlungsbedarf aufgrund des Genusses legaler Drogen.

Bei den Krankenhausbehandlungen aufgrund des Konsums illegaler Drogen waren fast drei Viertel aller Patienten männlich. In fast der Hälfte der Fälle waren die Patienten noch keine 30 Jahre alt. Ein auffallender Anstieg der Fallzahlen ist in der Altersgruppe der 20 bis unter
25-Jährigen zu verzeichnen.

Behandlungen von Patienten mit psychischen und Verhaltensstörungen
aufgrund psychotroper Substanzen in bayerischen Krankenhäusern 2011

- Vollstationäre Behandlungsfälle  (nur Hauptdiagnosen) -

Altersgruppe

Behandlungsfälle

davon Fälle aufgrund

legaler Drogen

illegaler Drogen

insgesamt

darunter von männl. Patienten

zusammen

darunter von
männl.
Patienten

zusammen

darunter von
männl.
Patienten

 

 

 

unter 15

 904

 452

 854

 427

 50

 25

15 bis unter 20

6 242

4 084

5 403

3 457

 839

 627

20 bis unter 25

5 942

4 191

4 028

2 811

1 914

1 380

25 bis unter 30

5 658

4 015

3 330

2 339

2 328

1 676

30 bis unter 35

5 519

4 102

3 578

2 577

1 941

1 525

35 bis unter 40

5 260

3 886

4 113

2 988

1 147

 898

40 bis unter 45

7 704

5 428

6 738

4 716

 966

 712

45 bis unter 50

8 527

5 812

7 947

5 422

 580

 390

50 bis unter 55

7 398

5 161

7 111

4 960

 287

 201

55 bis unter 60

4 762

3 333

4 625

3 236

 137

 97

60 bis unter 65

2 941

1 961

2 872

1 919

 69

 42

65 bis unter 70

1 822

1 155

1 773

1 127

 49

 28

70 bis unter 75

1 405

 873

1 366

 863

 39

 10

75 bis unter 80

 561

 350

 535

 341

 26

 9

80 bis unter 85

 215

 113

 195

 110

 20

 3

85 bis unter 90

 83

 30

 64

 23

 19

 7

90 bis unter 95

 24

 5

 20

 4

 4

 1

95 und mehr

 2

 2

 2

 2

 0

 0

 

insgesamt

64 969

44 953

54 554

37 322

10 415

7 631



Weitere Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Krankenhausstatistik – Grunddaten, Diagnosen und Kostennachweis 2011“: Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Eine ungebundene Druckversion kann zum Preis von 11,90 € beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.