Auf einen Blick


Pressemitteilung

177/2013/54/K
München, den 27. Juni 2013

14 755 Gefährdungseinschätzungen für Kinder und Jugendliche in Bayern 2012

Erstmalige Durchführung der Erhebung der Gefährdungseinschätzungen für Kinder und Jugendliche nach § 8a Abs. 1 SGB VIII

 Die Bayerischen Jugendämter meldeten im Jahr 2012 insgesamt 14 755 Gefährdungseinschätzungen, das heißt Fälle, in denen das Wohl von Kindern bzw. Jugendlichen in Gefahr war. Nach Information des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung lag in 2 826 Fällen eine akute und in 3 513 eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Bei 4 572 Gefährdungseinschätzungen wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, jedoch Hilfebedarf und in 3 844 Fällen wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein weiterer Hilfebedarf ermittelt.

Erstmals wurden in Bayern für das Jahr 2012 Daten zur Gefährdung des Kindeswohls erhoben. Grundlage hierfür ist das Bundeskinderschutzgesetz, welches zum 01.01.2012 in Kraft getreten ist. Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn das körperliche, geistige und seelische Wohl eines Kindes durch das Tun oder Unterlassen der Eltern oder Dritter gravierende Beeinträchtigungen erleidet, die dauerhafte oder zeitweilige Schädigungen in der Entwicklung des Kindes zur Folge haben bzw. haben können.

Eine Gefährdungseinschätzung nach § 8a Absatz 1 SGB VIII ist vom Jugendamt immer dann abzugeben, wenn dem Jugendamt wichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt werden, es sich daraufhin einen unmittelbaren Eindruck von dem Minderjährigen und seiner persönlichen Umgebung verschafft hat (z.B. durch Hausbesuche oder Einbestellung der Eltern ins Jugendamt) und das Gefährdungsrisiko anschließend im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte eingeschätzt wurde.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wurden in Bayern im Jahr 2012 insgesamt 14 755 Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. Betroffen waren 7 538 Jungen und 7 217 Mädchen. Nach Altersklassen zeigt sich folgendes Bild:

Kindeswohlgefährdung in Bayern 2012 nach Altersgruppen Kindeswohlgefährdung in Bayern 2012 nach Altersgruppen

2 826 Gefährdungseinschätzungen wurden aufgrund einer akuten, 3 513 aufgrund einer latenten Kindeswohlgefährdung vorgenommen. In beiden Fällen waren die Anzeichen für eine Vernachlässigung und die Anzeichen einer psychischen Misshandlung die beiden häufigsten Gründe einer Kindeswohlgefährdung.

Darüber hinaus wurde bei 4 572 Gefährdungseinschätzungen keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, aber Hilfebedarf zum Beispiel im Rahmen einer Hilfe der Kinder und Jugendhilfe wie Erziehungsberatung oder eine Schutzmaßnahme. Bei 3 844 wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein weiterer Hilfebedarf ermittelt.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.