Auf einen Blick

Pressemitteilung

187/2013/52/D
München, den 05. Juli 2013

14,5 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen in Bayern

Gläubigerforderungen und Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze noch stärker zurückgegangen

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Bayern weiter rückläufig. Hatten im ersten Vierteljahr 2012 insgesamt 878 Unternehmen Insolvenz angemeldet, waren es im aktuellen Berichtsquartal mit 751 Unternehmen um 14,5 Prozent weniger. Die Gesamtsumme der Gläubigerforderungen und die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer hat sich im selben Zeitraum noch deutlich stärker verringert, und zwar um mehr als drei Viertel auf 402,2 Millionen Euro (erstes Quartal 2012: 1,78 Milliarden Euro) bzw. gut die Hälfte auf 2 976 Beschäftigte (6 075 Beschäftigte). Der starke Rückgang bei den Gläubigerforderungen und den gefährdeten Arbeitsplätzen resultiert dabei maßgeblich daraus, dass im ersten Vierteljahr 2012 mehrere Großinsolvenzen in das Statistikergebnis eingeflossen sind. Die meisten Unternehmensinsolvenzen (311 Verfahren) wie auch die meisten der durch Insolvenz bedrohten Arbeitsplätze (1 111 Arbeitnehmer) entfielen im aktuellen Berichtszeitraum auf Oberbayern.

In den ersten drei Monaten 2013 wurden von den Amtsgerichten in Bayern insgesamt 751 Anträge auf Eröffnung eines Unternehmensinsolvenzverfahrens bearbeitet, und damit um 14,5 Prozent weniger als vor einem Jahr (erstes Quartal 2012: 878 Verfahren). Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wurde bei knapp drei Viertel der Fälle (554 bzw. 73,8 Prozent) vom Gericht das Insolvenzverfahren eröffnet, das schließlich zu einer gleichmäßigen, wenn auch nur teilweisen Befriedigung der Gläubigerforderungen führt. Bei den anderen 197 Fällen erfolgte eine Abweisung mangels Masse, weil der Schuldner noch nicht einmal die Gerichtskosten aufbringen konnte, so dass mit einem Totalausfall der Forderungen gerechnet werden muss.

Von den 751 beantragten Unternehmensinsolvenzen im ersten Vierteljahr 2013 waren 2 976 Arbeitnehmer betroffen, womit die Zahl der von Insolvenz bedrohten Arbeitsplätze im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal landesweit um 51,0 Prozent zurückgegangen ist. Dabei ist die Zahl der durch Insolvenz gefährdeten Beschäftigungsverhältnisse in den kreisfreien Städten insgesamt um rund sieben Zehntel (-70,6 Prozent auf 1 097 Arbeitnehmer) und in den Landkreisen zusammen um zwei Zehntel (-20,0 Prozent auf 1 879 Arbeitnehmer) zurückgegangen. Die meisten der von Insolvenz bedrohten Arbeitsplätze befanden sich in Oberbayern (1 111; erstes Quartal 2012: 585), die wenigsten in Niederbayern (128; 476). Entgegen dem Landestrend gestiegen ist die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer allein in Oberbayern (+89,9 Prozent) und in Mittelfranken (+21,1 Prozent). Die meisten Unternehmensinsolvenzen wurden im aktuellen Berichtszeitraum für Oberbayern und Schwaben festgestellt (311 Fälle bzw. 105 Fälle), wobei sich auf Regierungsbezirksebene die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zwischen -34,2 Prozent (Oberfranken) und +13,6 Prozent (Oberpfalz) verändert hat.

Die Gesamtsumme der Gläubigerforderungen gegenüber den zusammen 751 insolventen Unternehmen in Bayern im ersten Quartal 2013 bezifferte sich auf insgesamt 402,2 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahresergebnis (1,78 Milliarden Euro) einem Rückgang um mehr als drei Viertel ( 77,3 Prozent) entspricht. Hierbei ist allerdings mit zu berücksichtigen, dass in das Statistikergebnis des ersten Vierteljahres 2012 mehrere Großinsolvenzen eingeflossen sind. Dementsprechend beläuft sich die Verschuldung aller insolventen Unternehmen im aktuellen Berichtszeitraum auf durchschnittlich 535 500 Euro, während die vergleichbare Schuldenlast im ersten Vierteljahr 2012 mit durchschnittlich gut 2,0 Millionen Euro fast vier Mal so schwer wog.

Unternehmensinsolvenzen in Bayern im 1. Quartal 2013

Bezeichnung

Unternehmensinsolvenzen

eröffnet

insgesamt

Veränderung
ggü. dem
1. Quartal 2012

Betroffene
Arbeitnehmer

Voraussichtliche
Forderungen

Anzahl

%

Anzahl

1 000 Euro

Nach Wirtschaftsabschnitten 1)

Land- u. Forstwirtschaft, Fischerei       

 2

 3

-25,0

 2

 176

Bergbau u. Gewinnung v. Steinen u. Erden  

-

 1

x

.

.

Verarbeitendes Gewerbe                    

 64

 80

-9,1

1 130

 82 632

Energieversorgung                         

 2

 3

-25,0

.

.

Wasserversorgung; Entsorgung,             

 

 

 

 

 

   Beseitigung v. Umweltverschmutzungen                

-

-

x

-

-

Baugewerbe                                

 74

 97

-20,5

 237

40 266

Handel; Instandhaltung u. Reparatur v. Kfz         

 107

 151

-6,2

 304

 51 552

Verkehr u. Lagerei                       

 45

 50

-27,5

 420

16 048

Gastgewerbe                               

 48

 66

-7,0

 117

10 228

Information u. Kommunikation              

 16

 32

-20,0

 23

4 124

Finanz- u. Versicherungsdienstleistungen     

 9

 18

-41,9

 7

4 856

Grundstücks- u. Wohnungswesen             

 15

 22

-

 4

12 479

Freiberufliche, wissenschaftliche

 

 

 

 

 

   u. technische Dienstleistungen

 61

 88

-20,7

 163

 129 912

Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen          

 67

 82

7,9

 367

20 352

Erziehung u. Unterricht                   

 7

 8

-33,3

 12

2 672

Gesundheits- u. Sozialwesen               

 13

 16

-

 165

17 032

Kunst, Unterhaltung u. Erholung           

 11

 13

-23,5

 13

4 434

Sonstige Dienstleistungen                       

 13

 21

-36,4

 9

3 665

Insgesamt

 554

 751

-14,5

2 976

 402 198

Nach Regierungsbezirken

Oberbayern

 228

 311

-11,9

1 111

 134 508

Niederbayern

 46

 61

5,2

 128

22 752

Oberpfalz

 46

 67

13,6

 172

135 186

Oberfranken

 38

 48

-34,2

 529

34 860

Mittelfranken

 78

 94

-25,4

 551

29 776

Unterfranken

 44

 65

-22,6

 342

25 343

Schwaben

 74

 105

-16,0

 143

 19 774

Bayern

 554

 751

-14,5

2 976

 402 198

Kreisfreie Städte

 234

 330

-6,5

1 097

 139 876

dar. Großstädte 2)

 186

 260

-6,8

 849

 103 274

Landkreise

 320

 421

-19,8

1 879

 262 323

 

1) Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008), Kurzbezeichnung.

2) München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt, Würzburg, Fürth, Erlangen.



Weitere, bis auf Kreisebene regionalisierte Ergebnisse zu diesem Thema können per E-Mail (info-sw@statistik.bayern.de) oder telefonisch (09721-2088-230) erfragt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.