Auf einen Blick

Pressemitteilung

189/2013/52/D
München, den 05. Juli 2013

Zahl der Privatinsolvenzen in Bayern weiter gesunken

Durchschnittliche Verschuldung mit rund 94 000 Euro aber höher als im 1.Quartal 2012

Im ersten Vierteljahr 2013 betrafen von den insgesamt 3 992 beantragten Insolvenzverfahren in Bayern zusammen 3 241 oder 81,2 Prozent Privatpersonen (Verbraucher, ehemals selbständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter) sowie Nachlässe und Gesamtgut, mithin so genannte „übrige Schuldner“. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung sind dies um 5,2 Prozent weniger Insolvenzverfahren „übriger Schuldner“ als in den ersten drei Monaten 2012. Den größten Anteil, nämlich wiederum sieben von zehn Insolvenzen im privaten Bereich (aktuell 72,2 Prozent gegenüber 74,7 Prozent im ersten Vierteljahr 2012), machten abermals die Verbraucherinsolvenzen aus (2 341 Verfahren, -8,4 Prozent). Die von den Gläubigern gegenüber den „übrigen Schuldnern“ angemeldeten Forderungen beliefen sich auf 304,7 Millionen Euro und betrugen im Durchschnitt rund 94 000 Euro (erstes Quartal 2012: gut 85 800 Euro) je Insolvenzfall. Insolvente Verbraucher waren im ersten Quartal 2013 durchschnittlich mit 60 200 Euro verschuldet (54 800 Euro).

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wurden von den Insolvenzgerichten in Bayern im ersten Quartal 2013 insgesamt 3 241 Insolvenzverfahren von „übrigen Schuldnern“ gemeldet, zu denen Privatpersonen (Verbraucher, ehemals selbständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter) sowie Nachlässe und Gesamtgut zählen (-5,2 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum). Bei den meisten dieser Insolvenzverfahren, nämlich bei 2 341 bzw. 72,2 Prozent, handelte es sich um Verfahren insolventer Verbraucher (-8,4 Prozent). 3 081 bzw. 95,1 Prozent der Insolvenzverfahren „übriger Schuldner“ wurden eröffnet (-5,5 Prozent). In 115 Fällen (+3,6 Prozent) wurde der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens mangels Masse abgewiesen, da das noch zur Verfügung stehende Vermögen nicht einmal ausreichte, die Verfahrenskosten zu decken. In den weiteren 45 Fällen
(-8,2 Prozent) konnten sich Gläubiger und Schuldner unter richterlicher Aufsicht auf einen Schuldenbereinigungsplan einigen.

Die von den Gläubigern gegenüber den insolventen Privatschuldnern (einschl. Nachlässe und Gesamtgut) geltend gemachten Forderungen bezifferten sich in den ersten drei Monaten 2013 auf insgesamt 304,7 Millionen Euro, das entspricht einer durchschnittlichen Schuldenlast von 94 000 Euro je „übrigem Schuldner“, und lagen dementsprechend um 3,8 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (293,5 Millionen Euro). Zu diesem Anstieg trugen - wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß - alle Schuldnergruppen bei. Relativ am schwächsten angestiegen ist dabei der Schuldenberg der insolventen Verbraucher, und zwar um 0,7 Prozent auf 140,9 Millionen Euro. Die durchschnittliche Verschuldung insolventer Verbraucher hat sich damit von rund 54 800 Euro im ersten Vierteljahr 2012 auf aktuell 60 200 Euro erhöht.

Auch im aktuellen Berichtszeitraum entfallen die meisten der beantragten Privatinsolvenzen auf Oberbayern (1 049 Verfahren, -2,9 Prozent). Während wie für Oberbayern auch für die drei fränkischen Regierungsbezirke und für Schwaben weniger Privatinsolvenzen als im ersten Vierteljahr 2012 festgestellt wurden, waren es für Niederbayern und die Oberpfalz mehr (+5,7 Prozent bzw. +8,4 Prozent).

In den kreisfreien Städten war die Verfahrenszahl insgesamt um 8,7 Prozent rückläufig und in den Landkreisen zusammen um 2,9 Prozent. Am niedrigsten fiel die durchschnittliche Verschuldung je Privatinsolvenzfall in der Oberpfalz aus (69 500 Euro; 1. Quartal 2012: 67 300 Euro) und am höchsten in Unterfranken (133 700 Euro; 67 700 Euro).

Insolvenzen von Privatpersonen und Nachlässen (übrige Schuldner) in Bayern im 1. Quartal 2012 und 2013

 

 

 

 

 

 

 

Gebiet

Insolvenzen von Privatpersonen und Nachlässen

Veränderung
ggü. dem
Vorjahres-quartal

Voraus-
sichtliche
Forderungen

Durch-
schnittliche
Verschuldung

darunter

insgesamt 1)

Ver-
braucher

ehemals
selb-
ständig
Tätige

Anzahl

%

1 000 €

1. Quartal 2012

Oberbayern

 754

 280

1 080

-7,6

112 208

103 896

Niederbayern

 245

 78

 335

5,3

31 169

93 042

Oberpfalz

 213

 31

 250

-4,9

16 819

67 276

Oberfranken

 272

 64

 340

-19,2

33 340

98 059

Mittelfranken

 400

 99

 511

13,1

37 065

72 534

Unterfranken

 258

 72

 343

3,9

23 226

67 714

Schwaben

 414

 132

 561

-5,7

39 685

70 740

 

Bayern

 2 556

  756

 3 420

-3,6

293 512

85 822

Kreisfreie Städte

1 023

 309

1 372

1,6

113 438

82 681

dar. Großstädte 2)

 689

 224

 949

7,2

85 966

90 586

Landkreise

1 533

 447

2 048

-6,8

180 074

87 927

1. Quartal 2013

Oberbayern

 658

 353

1 049

-2,9

107 579

102 554

Niederbayern

 272

 74

 354

5,7

28 352

80 090

Oberpfalz

 223

 39

 271

8,4

18 842

69 528

Oberfranken

 270

 39

 319

-6,2

23 886

74 878

Mittelfranken

 317

 93

 420

-17,8

36 249

86 307

Unterfranken

 218

 79

 309

-9,9

41 317

133 712

Schwaben

 383

 115

 519

-7,5

48 502

93 453

 

Bayern

 2 341

  792

 3 241

-5,2

 304 726

94 022

 

Kreisfreie Städte

 913

 299

1 252

-8,7

96 326

76 938

dar. Großstädte 2)

 599

 233

 857

-9,7

66 310

77 375

Landkreise

1 428

 493

1 989

-2,9

208 400

104 776

__

1) Verbraucher, ehemals selbständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter u.Ä., Nachlässe. Mit Regel- oder Verbraucherinsolvenzverfahren.

2) München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt, Würzburg, Fürth, Erlangen.

Weitere, bis auf Kreisebene regionalisierte Ergebnisse zu diesem Thema können per E-Mail (info-sw@statistik.bayern.de) oder telefonisch (09721-2088-230) erfragt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.