Auf einen Blick


Pressemitteilung

203/2013/55/L
München, den 17. Juli 2013

Mehr Einnahmen aus Erbschaft- und Schenkungsteuer

Überwiegender Teil der steuerpflichtigen Vermögen ging an die eigenen Kinder

Im Freistaat wurden im Jahr 2012 knapp 959 Millionen Euro an Erbschaft- und Schenkungsteuer als Ländersteuer – deren Einnahmen allein dem jeweiligen Land zufließen – festgesetzt. Das waren 16,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, resultierten die Steuereinnahmen aus einem steuerrelevanten Vermögenswert von 5,9 Milliarden Euro. Rund 83 Prozent der Steuereinnahmen kamen aus den insgesamt 22 072 veranlagten Erwerben von Todes wegen (z.B. Erbschaften, Vermächtnisse). Daneben wurden 5 359 Schenkungen festgesetzt. Fast die Hälfte des in Bayern versteuerten Vermögens kam den eigenen Kindern zu Gute, überwiegend bereits gezielt über Schenkungen zu Lebzeiten.

Die bayerischen Finanzämter setzten im Jahr 2012 insgesamt knapp 959 Millionen Euro an Erbschaft- und Schenkungsteuer fest. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, entsprach dies gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 16,9 Prozent bzw. 139 Millionen Euro. Die Einnahmen aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer fließen als Ländersteuer vollumfänglich in die Kassen der Bundesländer.

Insgesamt wurden 27 431 steuerpflichtige Erwerbsfälle im Jahr 2012 erfasst, 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Vererbt bzw. verschenkt wurde von diesen ein Vermögenswert von 8,7 Milliarden Euro (+ 17,7 Prozent). Nach Berücksichtigung der persönlichen und sachlichen Steuerbefreiungen, -begünstigungen sowie Freibeträge und zzgl. eventueller Vorerwerbe verblieben steuerpflichtige Erwerbe in Höhe von 5,9 Milliarden Euro (+ 14,9 Prozent) zur Steuerfestsetzung.

Rund 83 Prozent (791 Millionen Euro) der festgesetzten Steuereinnahmen ergaben sich aus Erwerben von Todes wegen (z.B. Erbschaften, Vermächtnisse). Die 22 072 Erben zeigten den Finanzämtern einen für die Steuerfestsetzung maßgeblichen steuerpflichtigen Erwerb von 3,7 Milliarden Euro an. Daneben wurden 5 359 steuerrelevante Schenkungen erfasst. Diese führten mit einem steuerpflichtigen Erwerb von 2,2 Milliarden Euro zu einer Steuerfestsetzung von 167 Millionen Euro.

Sehr große Vermögensübertragungen gab es nur selten: Weniger als ein Prozent der Erben und rund drei Prozent der Beschenkten erhielten ein steuerpflichtiges Vermögen von über 2,5 Millionen Euro. Mit einem Anteil von 28,1 Prozent waren sie jedoch maßgeblich an den Erbschaft- und Schenkungsteuereinnahmen des Freistaats beteiligt.

Mit 2,8 Milliarden Euro kam trotz der hohen persönlichen Freibeträge fast die Hälfte des in Bayern besteuerten Vermögens 2012 den eigenen Kindern zu Gute. Der überwiegende Teil davon wurde dabei bereits gezielt über Schenkungen zu Lebzeiten an die nächste Generation weitergegeben. Die meisten Beträge in die Steuerkasse zahlten jedoch mit knapp einem Drittel die übrigen, nicht zur Verwandtschaft zählenden, Begünstigten (sonstige Erwerber). Aufgrund der geringeren Freigrenzen in Steuerklasse III mussten sie bereits vergleichsweise kleinere Erwerbe zu höheren Steuersätzen versteuern.

Die Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik weist nur die Vermögensübertragungen aus, für die eine Steuer festgesetzt wurde. Die Mehrzahl der tatsächlichen Erbschaften und Schenkungen liegt jedoch unterhalb der Freibetragsgrenzen und ist entsprechend nicht erfasst. Basis der Angaben bildet das Festsetzungsjahr 2012, d.h. der Steuerentstehungszeitpunkt des Erbschafts- oder Schenkungsfalls kann bereits in den Vorjahren eingetreten sein.

Grafische Darstellung der Erbschaften und Schenkungen in Bayern 2012 nach dem Verwandschaftsverhältnis Grafische Darstellung der Erbschaften und Schenkungen in Bayern 2012 nach dem Verwandschaftsverhältnis

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.