Auf einen Blick


Pressemitteilung

207/2013/42/A
München, den 23. Juli 2013

In Bayern lebte 2012 fast jede fünfte Person allein

Rund 45 Prozent der 65-jährigen oder älteren Frauen leben in einem Einpersonenhaushalt

Im Jahr 2012 wohnten im Freistaat nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung knapp 2,35 Millionen Frauen und Männer in einem Einpersonenhaushalt. Etwa jede fünfte Person in Bayern lebte folglich alleine. Jeder zweite Alleinlebende war ledig und gut jeder vierte (knapp 27 Prozent) verwitwet. Der Anteil der Geschiedenen betrug knapp 18 Prozent und der der verheiratet, aber getrennt Lebenden fast sechs Prozent. Unter den 25- bis unter 30-jährigen Männern zählte etwa jeder Dritte (34 Prozent) zu den Alleinlebenden. Beinahe ein Viertel der gleichaltrigen Frauen (24 Prozent) führte einen Singlehaushalt. Personen im Alter von 30 bis unter 65 Jahren lebten häufiger mit einem Partner zusammen und waren entsprechend relativ selten vom Alleinleben betroffen. In der Seniorengeneration wurden deutlich mehr weibliche als männliche Einpersonenhaushalte gezählt.

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, gab es in Bayern 2012 fast 2,35 Millionen Alleinlebende. Das war knapp ein Fünftel (rund 19 Prozent) der Bevölkerung in Familien und sonstigen Lebensformen am Hauptwohnsitz (12,48 Millionen). Die langfristige Betrachtung zeigt, dass Einpersonenhaushalte immer mehr an Bedeutung gewinnen. Im Jahr 1996 lag der Anteil der Alleinlebenden an der Bevölkerung noch bei 15 Prozent und damit rund vier Prozentpunkte niedriger. Zu den Alleinlebenden zählen nach der Definition des Mikrozensus alle alleinstehenden Personen, die in einem Einpersonenhaushalt wohnen.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, wiesen Frauen unter den Alleinlebenden insgesamt einen Anteil von knapp 54 Prozent auf. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein Singledasein unter Seniorinnen weit häufiger verbreitet ist als unter Senioren. So lebten von den 65-jährigen oder älteren Seniorinnen rund 45 Prozent allein, wohingegen 19 Prozent der gleichaltrigen Senioren dieser Lebensform zuzuordnen waren. In diesem Zusammenhang spielt zum einen die im Vergleich zu Männern höhere Lebenserwartung der Frauen eine Rolle. Zum anderen wirkt sich hier auch das Partnerwahlverhalten aus, da bei vielen Paaren der Mann älter ist als die Partnerin. Vom Verlust des Partners sind daher vor allem Seniorinnen betroffen, was sich in der hohen Zahl der weiblichen Verwitweten widerspiegelt. So standen den 448 000 verwitweten und allein lebenden Frauen im Alter von mindestens 65 Jahren 97 000 Witwer gegenüber.

In Bezug auf den Familienstand zeigte sich, dass die Ledigenquote der Alleinlebenden insgesamt bei 50 Prozent lag. Weitere knapp 27 Prozent waren verwitwet, fast 18 Prozent geschieden und knapp sechs Prozent verheiratet, aber getrennt lebend.

In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen betrug die Quote der Alleinlebenden bei beiden Geschlechtern im Freistaat 2012 etwa sechs Prozent. Im Vergleich dazu lag in der Altersgruppe der 25- bis unter 30-Jährigen die Alleinlebendenquote deutlich höher. So lebte rund jeder dritte junge Mann (34 Prozent) bzw. fast jede vierte junge Frau (knapp 24 Prozent) dieser Altersgruppe in einem Einpersonenhaushalt. Mit dem Auszug aus dem Elternhaus geht somit ein höherer Anteil an Singlehaushalten einher. Da Personen im Alter von 30 bis unter 65 Jahren verstärkt mit einem Ehe- bzw. Lebenspartner zusammenwohnen, war für diese ein niedrigeres Niveau der Alleinlebendenquote zu verzeichnen (Männer: gut 21 Prozent; Frauen knapp 16 Prozent). Für die über 64-jährigen Frauen zeigte sich mit ansteigendem Alter eine deutliche Zunahme des Alleinlebendenanteils. Bei den Senioren war ein bedeutsamer Anstieg der Alleinlebendenquote insbesondere für die Hochbetagten im Alter von über 84 Jahren feststellbar.

Methodischer Hinweis:
Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um die ermittelten Befragungsergebnisse auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen zu können, werden ausreichend strukturierte und fortgeschriebene Bevölkerungseckzahlen benötigt. Die vorliegenden Ergebnisse des Mikrozensus 2012 beruhen noch auf den Fortschreibungsergebnissen auf der Basis Volkszählung 1987. Eine Hochrechnung des Mikrozensus auf Grundlage der aktuellen Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus ist erst ab dem Mikrozensus 2013 vorgesehen, da die erforderlichen fortgeschriebenen Bevölkerungsdaten auf der Basis Zensus 2011 noch nicht vorliegen.

Grafische Darstellung der Alleinlebenden in Bayern nach Altersgruppen und Geschlecht Grafische Darstellung der Alleinlebenden in Bayern nach Altersgruppen und Geschlecht

Weitere Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Haushalte und Familien in Bayern 2012; Teil IV der Ergebnisse der 1%-Mikrozensuserhebung 2012“ (Bestellnummer: A62043 201200; Preis der Druckausgabe: 12,70 €). Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.