Auf einen Blick


Pressemitteilung

219/2013/36/Q
München, den 02. August 2013

2012 insgesamt 253 meldepflichtige Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen

Freigesetzte Menge vervierfachte sich zum Vorjahr

Im Jahr 2012 wurden in Bayern 253 meldepflichtige Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen registriert, 152 davon bei deren Beförderung. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung gelangten dabei insgesamt 3 052 m3 potenziell wassergefährdende Substanzen in die Umwelt. Durch rechtzeitig ergriffene Maßnahmen konnten davon 2 001 m3 wiedergewonnen werden.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wurden im Jahr 2012 in Bayern insgesamt 253 meldepflichtige Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen
registriert, 41 davon in Wasserschutzgebieten bzw. Heilquellenschutz-, Überschwemmungs- oder sonstigen schutzwürdigen Gebieten. Dabei wurden – soweit von den zuständigen Überwachungsbehörden quantifizierbar – insgesamt 3 052 m3 potenziell wassergefährdende Substanzen, darunter 111 m3 Mineralöle bzw. Mineralölprodukte, freigesetzt. Obwohl die Anzahl der gemeldeten Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen gegenüber dem Vorjahr etwas geringer war, gelangte im Jahr 2012 mehr als die vierfache Menge an Schadstoffen in die Umwelt verglichen mit dem Jahr 2011. Derartige Schwankungen sind bedingt durch die zum Teil stark variierenden Schadstoffmengen je Unfall.

Wie schon in den vorangegangenen Jahren ereignete sich die Mehrzahl der gemeldeten Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen (152 Unfälle bzw. 60 Prozent) bei deren Beförderung. Dabei gelangten 62,4 m3 wassergefährdende Substanzen in die Umwelt.

Der weit größere Teil der 2012 freigesetzten Schadstoffmengen (2 990 m3 bzw. 98 Prozent) fiel bei insgesamt 101 Unfällen beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen an. Hier waren es vorwiegend sonstige Stoffe, wie z. B. Gülle, Jauche oder Silagesickersäfte, die in die Umwelt gelangten.

Bei sechs Unfällen war das Grundwasser bzw. eine Wasserversorgung betroffen.

Nur sechs Prozent der insgesamt freigesetzten Substanzen (190 m3) – zur Hälfte ausschließlich Mineralölprodukte wie z. B. Heizöl, Benzin, Dieselkraftstoff, Kerosin, Altöl oder Rohöl – waren als stark wassergefährdend (Wassergefährdungsklasse 3) bzw. wassergefährdend (Wassergefährdungsklasse 2) eingestuft. Bei 93 Prozent der ausgelaufenen Schadstoffmengen (2 836m3) handelte es sich um potenziell wassergefährdende Stoffe, wie z. B. Gülle, Jauche oder Silagesickersäfte bzw. andere Stoffe oder Flüssigkeiten, die keiner Wassergefährdungsklasse zugeordnet sind.

Durch Sofort- und Folgemaßnahmen, wie z. B. das Aufbringen von Bindemitteln, das Einbringen von Gewässersperren oder das Aufbereiten des verunreinigten Materials vor Ort, konnten im Jahr 2012 immerhin 65,6 Prozent (2 001 m3) der ausgelaufenen Schadstoffe wiedergewonnen werden.

Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht "Unfälle beim Umgang mit und bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen" (Bestellnummer: Q41003 201200). Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.