Auf einen Blick

Pressemitteilung

244/2013/34/C
München, den 23. August 2013

Getreideernte in Bayern über langjährigem Durchschnitt

In allen Fruchtarten wurden überdurchschnittliche Erträge erzielt

Trotz der ungünstigen Witterungsbedingungen (langer Winter, nasskaltes Frühjahr, Hitze und Trockenheit im Juli) wird es 2013 in Bayern voraussichtlich erstmals seit vier Jahren wieder eine überdurchschnittliche Getreideernte (ohne Körnermais) von 7 Millionen Tonnen geben. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, sind dies gut 7 Prozent mehr als im Vorjahr, der langjährige Durchschnitt wird um gut 5 Prozent überschritten. Als Durchschnittsertrag werden 66,6 Dezitonnen je Hektar erwartet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 5,5 Prozent, gegenüber dem langjährigen Durchschnitt ein Plus von gut 7 Prozent. Da sich die Getreideernte aufgrund der Witterungsbedingungen verzögert hat, ist diese Hochrechnung noch mit einer größeren Unsicherheit behaftet.

Die von den bayerischen Landwirten bewirtschaftete Getreidefläche (ohne Körnermais) erhöhte sich nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2013 gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent bzw. 17 600 Hektar (ha) auf 1,05 Millionen ha. Nach den hohen Auswinterungsschäden im vergangenen Jahr, die zu einer deutlichen Flächenzunahme der Sommergetreidearten zu Lasten der Winterkulturen führte, fand zur Ernte 2013 wieder eine merkliche Flächenausweitung beim Wintergetreide statt. So wurde der Anbau des ertragreicheren Wintergetreides binnen Jahresfrist um 64 300 ha bzw. 7,6 Prozent auf 911 900 ha erhöht. Die Flächenausweitung erstreckte sich auf alle Winterungen. Die höchsten Zunahmen der Anbauflächen gegenüber dem Vorjahr waren bei der wichtigsten Getreideart, dem Winterweizen, mit fast 31 000 ha (6,2 Prozent) auf 527 200 ha sowie bei Wintergerste mit gut 25 000 ha (11,2 Prozent) auf 247 700 ha zu verzeichnen. Auch die Aussaat von Roggen (einschl. Wintermenggetreide) wurde um fast 5 000 ha (10,0 Prozent) auf 54 200 ha ausgedehnt. Dagegen wurde die Anbaufläche des Sommergetreides um ein Viertel bzw. 46 700 ha auf 139 800 ha reduziert. Von der Flächenminderung waren alle Sommerungen betroffen. Den höchsten Rückgang betraf die überwiegend als Braugerste verwendete Sommergerste, deren Anbaufläche gegenüber 2012 um fast ein Viertel bzw. gut 33 000 ha auf den bisherigen Tiefststand von 101 400 ha sank.

Die Aussaat des Wintergetreides im Herbst 2012 konnte rechtzeitig erfolgen. Dem langen Winter ohne nennenswerte Auswinterungsschäden, schloss sich ein niederschlagsreiches und viel zu kühles Frühjahr an, so dass die Ausbringung des Sommergetreides nur mit Verspätung erfolgen konnte. Auf den durch Nässe und gebietsweisen Überschwemmungen gekennzeichneten Juni folgte im Juli extreme Trockenheit und Hitze, die regional durch Gewitter, Sturmböen, Starkregen und Hagel unterbrochen wurde. Witterungsbedingt konnte die Ernte erst mit ein- bis zweiwöchiger Verspätung beginnen.

Aufgrund des verspäteten Erntebeginns stand bis zuletzt mit Ausnahme der Wintergerste noch ein beachtlicher Teil des Getreides auf den Feldern. Daher ist die diesjährige Hochrechnung noch mit einer größeren Unsicherheit behaftet. Nach den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen im Rahmen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ in Verbindung mit den Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter wird in Bayern beim Getreide (ohne Körnermais) mit einem Durchschnittsertrag von 66,6 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) gerechnet. Dies sind 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr (63,2 dt/ha) und gut 7 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2012 (62,1 dt/ha). Durch die Ertragssteigerung und die Erhöhung der Anbaufläche der ertragsreicheren Winterungen kann in diesem Jahr erstmals seit vier Jahren wieder mit einer überdurchschnittlichen Getreideernte (ohne Körnermais) von 7 Millionen Tonnen gerechnet werden. Gegenüber der mäßigen Ernte des Vorjahres (6,53 Millionen Tonnen) bedeutet dies eine Steigerung um gut 7 Prozent, der Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre (6,66 Millionen Tonnen) wird um gut 5 Prozent überschritten.

Nachfolgend sind die voraussichtlichen Erntemengen und durchschnittlichen Hektarerträge für Bayern im Jahr 2013 und im Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2012 nach Getreidearten dargestellt:

Getreidearten
(ohne
Körnermais)

Erntemengen

Durchschnittliche Hektarerträge

2013

Durchschnitt der Jahre
2007 bis 2012

2013

Durchschnitt der Jahre
2007 bis 2012

1 000 Tonnen

Dezitonnen je Hektar (dt/ha)

Weizen zusammen

4 006,3

3 647,5

75,1

70,5

Wintergerste

1 499,3

1 561,3

60,5

58,4

Sommergerste

532,6

611,8

52,5

47,7

Hafer

133,3

152,1

46,9

45,8

Triticale

529,1

431,4

63,9

57,6

Roggen und Wintermenggetreide

288,3

225,3

53,2

51,1

Sonstige

18,5

26,8

46,4

44,4

Insgesamt

7 007,2

6 656,3

66,6

 

62,1

 

Auftretende Differenzen in den Summen sind auf das Runden der Einzelpositionen zurückzuführen.

Ausführliche endgültige Ergebnisse enthält der voraussichtlich im Frühjahr 2014 erscheinende Statistische Bericht C II 1 „Ernte der Feldfrüchte und des Grünlandes in Bayern 2013“. Der Bericht kann dann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.