Auf einen Blick


Pressemitteilung

248/2013/42/A
München, den 27. August 2013

Jeder neunte Erwerbstätige in Bayern arbeitete 50 Wochenstunden oder mehr

Selbständige arbeiteten 2012 besonders lang

Im Jahr 2012 gab jeder neunte Erwerbstätige an, besonders lang zu arbeiten. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, verzeichneten gut 16 Prozent der Männer und knapp fünf Prozent der Frauen in ihrer (Haupt-) Erwerbstätigkeit eine Wochenarbeitszeit von 50 oder mehr Stunden. Männliche Erwerbstätige übertrafen das wöchentliche Arbeitspensum der Frauen im Durchschnitt um 10,4 Stunden (40,4 gegenüber 30,0). – Während sehr lange Arbeitszeiten insgesamt nur einen eher kleinen Teil der Arbeitnehmer betrafen, arbeitete fast jeder zweite Selbständige (46 Prozent) mindestens 50 Stunden in einer Arbeitswoche.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wies im Jahr 2012 jeder neunte Erwerbstätige (11 Prozent) in Bayern eine Wochenarbeitszeit von 50 oder mehr Stunden auf. Während nur knapp fünf Prozent der Frauen so viel arbeiteten, fiel der entsprechende Anteil bei den Männern mit gut 16 Prozent etwas mehr als dreimal so hoch aus. Dies geht aus den Ergebnissen des Mikrozensus hervor, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung. Die Daten beruhen dabei auf der Selbsteinschätzung der Befragten zu den normalerweise geleisteten Arbeitsstunden inklusive regelmäßig erbrachter Mehrstunden in ihrer (Haupt-)Erwerbstätigkeit.

Im Jahr 2012 betrug die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der insgesamt rund 6,61 Millionen bayerischen Erwerbstätigen 35,6 Stunden, wobei zwischen den Geschlechtern deutliche Unterschiede zu verzeichnen waren. Frauen gingen im Durchschnitt 30,0 Stunden pro Woche einer Erwerbstätigkeit nach. Das wöchentliche Arbeitspensum der Männer lag mit 40,4 Stunden knapp 35 Prozent höher.

Arbeitszeitliche Unterschiede existierten auch hinsichtlich der beruflichen Stellung. 36 Prozent der Arbeiter und 30 Prozent der Angestellten gingen ihren Tätigkeiten in der Regel 40 Stunden pro Woche nach. Über 40 Wochenstunden arbeiteten dagegen zehn Prozent der Arbeiter bzw. 16 Prozent der Angestellten. Etwas mehr als die Hälfte der bayerischen Beamten (52 Prozent) arbeiteten normalerweise mehr als 40 Wochenstunden. Beinahe jeder neunte Beamte leistete sogar 50 Arbeitsstunden oder mehr in der Woche. Im Vergleich dazu zeichneten sich Selbständige durch ein noch deutlich höheres Arbeitspensum aus. Knapp 46 Prozent der Selbstständigen gaben an, regelmäßig sehr lange Arbeitszeiten mit mindestens 50 Wochenarbeitsstunden zu haben. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit der Selbständigen überstieg damit die der abhängig Beschäftigten insgesamt um fast neun Stunden (43,5 gegenüber 34,7 Stunden).


Methodischer Hinweis:
Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um die ermittelten Befragungsergebnisse auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen zu können, werden ausreichend strukturierte und fortgeschriebene Bevölkerungseckzahlen benötigt. Die vorliegenden Ergebnisse des Mikrozensus 2012 beruhen noch auf den Fortschreibungsergebnissen auf der Basis Volkszählung 1987. Eine Hochrechnung des Mikrozensus auf Grundlage der aktuellen Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus ist erst ab dem Mikrozensus 2013 vorgesehen, da die erforderlichen fortgeschriebenen Bevölkerungsdaten auf der Basis Zensus 2011 noch nicht vorliegen.


Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Bevölkerung und Erwerbstätige Bayerns 2012 (Bestellnummer: A62023 201200, Preis der Druckausgabe: 17,90 €). Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.