Auf einen Blick

Pressemitteilung

251/2013/52/D
München, den 28. August 2013

Zahl der Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen in Bayern im ersten Halbjahr 2013 weiter rückläufig

Unternehmensinsolvenzen auf dem niedrigsten Stand der letzten zwölf Jahre

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung wurden im ersten Halbjahr 2013 bei den Bayerischen Amtsgerichten insgesamt 1 562 Unternehmensinsolvenzverfahren und 4 561 Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum verringerte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen damit um 11,7 Prozent und die der Verbraucherinsolvenzen um 9,6 Prozent. Die Unternehmensinsolvenzen erreichten sogar den niedrigsten Stand eines ersten Halbjahres der letzten zwölf Jahren. Von einer Unternehmensinsolvenz waren im ersten Halbjahr 2013 insgesamt 8 496 Arbeitnehmer betroffen, im ersten Halbjahr 2012 waren es noch 12 121 Arbeitnehmer gewesen.

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung haben die bayerischen Amtsgerichte im ersten Halbjahr 2013 insgesamt 7 807 Insolvenzen verzeichnet, darunter 1 562 Unternehmensinsolvenzen und 4 561 Verbraucherinsolvenzen. Die übrigen 1 684 Insolvenzverfahren betrafen natürliche Personen als Gesellschafter, ehemals selbstständig Tätige und Nachlässe. Damit ging die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 von damals 1 768 um 11,7 Prozent zurück. Bei den Verbraucherinsolvenzen betrug der Rückgang 9,6 Prozent gegenüber 5 046 Insolvenzen im ersten Halbjahr 2012.

Von den insgesamt 1 562 beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren wurden 1 160 Verfahren eröffnet und 402 mangels Masse abgewiesen. Die Anzahl der beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren erreichte den niedrigsten Stand eines ersten Halbjahres der letzten zwölf Jahren. Zuletzt wurden nur im ersten Halbjahr des Jahres 2000 weniger Unternehmensinsolvenzen gezählt, deren Zahl damals bei 1 545 lag. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger gegenüber den insolventen Unternehmen wurden von den Gerichten für das erste Halbjahr 2013 mit 975,7 Millionen Euro angegeben. Im ersten Halbjahr 2012 waren es noch 3,59 Milliarden Euro gewesen, die Höhe der voraussichtlichen Forderungen ging damit um 72,8 Prozent zurück. Bei den insolventen Unternehmen waren zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags im ersten Halbjahr 2013 8 496 Personen beschäftigt, demgegenüber waren im ersten Halbjahr 2012 noch 12 121 Beschäftigte betroffen.

Weiterhin wurden im Berichtszeitraum 4 561 Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt, davon wurden 4 494 eröffnet, die übrigen wurden entweder mangels Masse abgewiesen oder es wurde ein Schuldenbereinigungsplan angenommen. Der aktuelle Rückgang bei der Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 9,6 Prozent ist der zweitstärkste Rückgang, der in Bayern bislang zwischen einem Halbjahr und dem Vergleichszeitraum des Vorjahres beobachtet wurde. Bereits im zweiten Halbjahr 2012 wurde ein Rückgang der Verbraucherinsolvenzen von 11,9 Prozent registriert, damals ging die Zahl der Verbraucherinsolvenzen zwischen dem zweiten Halbjahr 2011 und dem zweiten Halbjahr 2012 von 5 510 auf 4 852 zurück. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger gegenüber den insolventen Verbrauchern be-liefen sich auf rund 251,7 Millionen Euro; im ersten Halbjahr 2012 lag dieser Wert bei 267,5 Millionen Euro (das entspricht einem Rückgang um 5,9 Prozent).


Beantragte Insolvenzverfahren in Bayern im 1. Halbjahr 2013

 

Insolvenzverfahren

Dagegen im 1. Halbjahr 2012: Verfahren insgesamt

Veränderung gegenüber dem 1. Halbjahr 2012 in Prozent

insgesamt

eröffnet

mangels Masse abgewiesen

Schuldenbereinigungsplan angenommen

Insgesamt

7 807

7 153

 583

 71

8 531

-8,5

Unternehmen

1 562

1 160

 402

X

1 768

-11,7

Übrige Schuldner

6 245

5 993

 181

 71

6 763

-7,7

davon

 

 

 

 

 

 

Verbraucher

4 561

4 494

 8

 59

5 046

-9,6

natürliche Personen als Gesellschafter

 37

 31

 6

X

 34

8,8

ehemals selbstständig Tätige1

1 482

1 346

 124

 12

1 517

-2,3

Nachlässe

 165

 122

 43

X

 166

-0,6

_________

1) Vereinfachte Verfahren und Regelinsolvenzverfahren.



Weitere, bis auf Kreisebene regionalisierte Ergebnisse zu diesem Thema können per E-Mail
(info-sw@statistik.bayern.de) oder telefonisch (Telefon: 09721/2088-230) erfragt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.