Auf einen Blick


Pressemitteilung

252/2013/42/A
München, den 29. August 2013

Bayern haben zweitniedrigstes Armutsrisiko bundesweit

Erwerbslose und Alleinerziehende überdurchschnittlich armutsgefährdet

Im Jahr 2012 betrug nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung die Armutsgefährdungsquote im Freistaat 11,2 Prozent. Damit weist Bayern im Vergleich der Bundesländer das zweitniedrigste Armutsrisiko knapp hinter Baden-Württemberg (11,1 Prozent) auf. Ein höherer Anteil armutsgefährdeter Personen war in der Altersklasse der 65-Jährigen oder Älteren mit 16,3 Prozent zu verzeichnen. Zudem wiesen vor allem Alleinerziehende und deren Kinder (34,0 Prozent) sowie Erwerbslose (44,6 Prozent) überdurchschnittliche Armutsgefährdungsquoten auf.

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, liegt die Armutsgefährdungsquote im Jahr 2012 in Bayern bei 11,2 Prozent. Im Vergleich aller Bundesländer verzeichnet der Freistaat damit nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung den zweitniedrigsten Bevölkerungsanteil mit Armutsgefährdung. Nur Baden-Württemberg erzielt eine leicht niedrigere Quote (11,1 Prozent). Bundesweit liegt die Quote bei 15,2 Prozent.

Differenziert nach dem Geschlecht waren im Jahr 2012 von den Männern im Freistaat 9,9 Prozent und von den Frauen 12,4 Prozent von relativer Einkommensarmut betroffen. Für Personen im Alter von 65 Jahren oder älter konnte eine erhöhte Armutsgefährdung (insgesamt 16,3 Prozent) festgestellt werden, wobei in dieser Altersklasse der Unterschied zwischen den Geschlechtern stärker ausfiel. Während im Jahr 2012 in Bayern 18,6 Prozent der 65-jährigen oder älteren Frauen armutsgefährdet waren, traf dies nur auf 13,4 Prozent der älteren Männer zu. Auch bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis unter 25 Jahren zeigt sich ein erhöhtes Armutsrisiko (15,9 Prozent). Bayern nimmt hinsichtlich der altersspezifischen Armutsgefährdungsquoten jedoch eine gewisse Sonderstellung ein. In den anderen Bundesländern fiel das Armutsrisiko am stärksten bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und unter 25 Jahren aus und überstieg meist deutlich das der Personen im Alter 65 Jahre oder älter (bundesweit 24,3 gegenüber 13,6 Prozent).

Eine besonders hohe Armutsgefährdung weisen Alleinerziehende und deren Kinder auf, für die für das Jahr 2012 eine entsprechende Quote von 34,0 Prozent errechnet wurde. Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren waren aber nicht generell von einem erhöhten Armutsrisiko betroffen. Familien mit zwei Erwachsenen und einem bzw. zwei Kindern waren im Jahr 2012 mit Quoten von 5,8 bzw. 6,2 Prozent unterdurchschnittlich armutsgefährdet im Vergleich zu Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kinder (8,9 Prozent) oder zu Einpersonenhaushalten (21,0 Prozent). Bei Familien mit zwei Erwachsenen und drei oder mehr Kindern wurde eine Armutsgefährdungsquote von 15,5 Prozent ermittelt.

Erwartungsgemäß zeigt sich ein enger Zusammenhang zwischen dem Erwerbsstatus und der Einkommenssituation der Privathaushalte. Von den bayerischen Erwerbstätigen waren im Jahr 2012 insgesamt 5,2 Prozent von Armut bedroht, während die Quote bei den Erwerbslosen bei 44,6 Prozent lag.


Methodische Hinweise:

Die Armutsgefährdungsquote bezeichnet gemäß EU-Definition den Anteil derjenigen Personen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der bundesweiten Bevölkerung auskommen müssen. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus galten demnach im Jahr 2012 Einpersonenhaushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 869 Euro als armutsgefährdet. Für andere Haushaltstypen kann die Armutsgefährdungsschwelle auf Basis eines bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommens entsprechend berechnet werden. Die Grundlage der hier veröffentlichten Armutsgefährdung ist die Armutsgefährdungsschwelle auf Bundesebene (Bundesmedian), die für Bund und Länder einheitlich ist. Neben den dargestellten Armutsgefährdungsquoten gemessen am Bundesmedian werden im Rahmen der amtlichen Sozialberichterstattung auch Armutsgefährdungsquoten anhand des Landes- beziehungsweise regionalen Medians berechnet. Weitere Informationen und Ergebnisse sind im Internet abrufbar unter: http://www.amtliche-sozialberichterstattung.de. Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um die ermittelten Befragungsergebnisse auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen zu können, werden ausreichend strukturierte und fortgeschriebene Bevölkerungseckzahlen benötigt. Die vorliegenden Ergebnisse des Mikrozensus 2012 beruhen noch auf den Fortschreibungsergebnissen auf der Basis Volkszählung 1987. Eine Hochrechnung des Mikrozensus auf Grundlage der aktuellen Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus ist erst ab dem Mikrozensus 2013 vorgesehen, da die erforderlichen fortgeschriebenen Bevölkerungsdaten auf der Basis Zensus 2011 noch nicht vorliegen.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.