Auf einen Blick


Pressemitteilung

256/2013/45/B
München, den 02. September 2013

Weniger Strafgefangene in Bayern 2013

Diebstahl und Unterschlagung häufigste Deliktgruppe

Ende März 2013 waren in den 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten 9 198 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte inhaftiert, das sind 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzte sich nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung der leicht rückläufige Trend der letzten Jahre fort. Von den einsitzenden Personen waren 94,9 Prozent Erwachsene (über 21 Jahre), 7,3 Prozent weiblich, 26,4 Prozent hatten eine ausländische Staatsbürgerschaft und 74,1 Prozent waren vorbestraft. 44,5 Prozent der Gefangenen verbüßten eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Diebstahl und Unterschlagung lagen in 19,4 Prozent der Haft zugrunde.

Am 31. März 2013 waren nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung 9 198 Strafgefangene in den 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten inhaftiert. Hierin sind Personen in Untersuchungshaft, im Jugendarrest und Personen in sonstiger Freiheitsentziehung (z.B. Strafarrest oder Abschiebehaft) nicht einbezogen. Die Zahl der Strafgefangenen sank somit annähernd auf das Niveau des Jahres 2004
(9 120 Strafgefangene). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 271 Strafgefangene oder 2,9 Prozent weniger. Seit dem bisherigen Höchststand im Jahr 2007 ist die Zahl der Inhaftierten bis zum Jahr 2013 tendenziell gesunken.

Im Jahr 2013 machten die über 21-jährigen Erwachsenen mit rund 94,9 Prozent den größten Anteil aller Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten aus. In dieser Altersgruppe gab es 8 727 Inhaftierte, 238 Personen weniger als ein Jahr zuvor. Vergleichsweise gering waren mit 4,5 Prozent der Anteil der 18- bis unter 21-jährigen Heranwachsenden und mit 0,6 Prozent der Anteil der 14- bis unter 18-jährigen Jugendlichen. Bei diesen beiden Altersgruppen ging die Zahl der Strafgefangenen ebenfalls zurück und erreichte den niedrigsten Stand im vergangenen Zehnjahreszeitraum. Bei den Heranwachsenden sank die Zahl der Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten um 3,7 Prozent auf 413. Die Zahl der Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahr um 22,7 Prozent auf 58 gesunken.

In den bayerischen Strafvollzugsanstalten befanden sich 676 Frauen. Dies entsprach einem Frauenanteil von 7,3 Prozent an allen Strafgefangenen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der weiblichen Strafgefangenen um zwei Personen gestiegen und bei den männlichen Inhaftierten um 273 Personen gesunken.

Von den 9 198 Inhaftierten besaßen 6 773 eine deutsche und 2 425 eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit. Damit waren 73,6 Prozent der Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten Deutsche. Dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken.

74,1 Prozent aller Insassen verbüßten zum wiederholten Male eine Strafe. 75,3 Prozent aller zu einer Freiheitsstrafe (6 396 Personen) und 57,3 Prozent der zu Jugendstrafe verurteilten Strafgefangenen (378 Personen) waren bereits vorbestraft, 2 117 Häftlinge sogar fünf- bis zehnmal und 968 Insassen elfmal und öfter. Die häufigste Art der Vorstrafen waren
„Freiheits- und Geldstrafe“, zu der 2 173 Häftlinge vorverurteilt waren, „Geldstrafe“
(895 Häftlinge) und „Freiheitsstrafe und Jugendstrafe“ (1 168 Häftlinge).

Gemessen an der voraussichtlichen Vollzugsdauer verbüßte 2013 die größte Gruppe der Strafgefangenen mit 4 091 Personen oder 44,5 Prozent eine Haftstrafe bis zu einem Jahr. Zu einer Freiheits- oder Jugendstrafe von mehr als einem und bis zu zwei Jahren wurden
1 941 Strafgefangene verurteilt, was einem Anteil von 21,1 Prozent entsprach. Ein Urteil von mehr als zwei und bis zu fünf Jahren Vollzugsdauer wurde gegen 2 114 Personen oder 23,0 Prozent ausgesprochen. Gut 6,7 Prozent oder 613 Strafgefangene wurden mit einer Haftstrafe von mehr als fünf und bis zu zehn Jahren belegt. Eine Haftstrafe von zehn bis fünfzehn Jahren erhielten 127 Personen oder 1,4 Prozent. 2,9 Prozent oder 263 Personen verbüßten eine lebenslange Haftstrafe. Die restlichen ausschließlich männlichen 49 Personen oder 0,5 Prozent befanden sich in Sicherungsverwahrung.

62,7 Prozent (5 766 Personen) der zu Freiheitsstrafe verurteilten Insassen waren ledig, 17,6 Prozent (1 621 Personen) geschieden, 18,3 Prozent (1 680 Personen) verheiratet und 1,4 Prozent (131 Personen) verwitwet.


Der Haft lagen Taten folgender Deliktsgruppen zugrunde:

Strafgefangene am 31. März 2013 nach Deliktsgruppen Strafgefangene am 31. März 2013 nach Deliktsgruppen

Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Strafvollzugsstatistik in Bayern – 2013
(Bestellnummer: B66003 201300, Preis der Druckausgabe: 20,50 €). Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.