Auf einen Blick

Pressemitteilung

270/2013/42/A
München, den 19. September 2013

Zum Deutschen Weltkindertag am 20. September

Knapp 80 Prozent der Kinder in Bayern wachsen bei Ehepaaren auf

 Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung lebten den Ergebnissen des Mikrozensus 2012 zufolge in Bayern rund 2,07 Millionen Kinder unter 18 Jahren. Damit stellten Minderjährige knapp 17 Prozent der Gesamtbevölkerung, allerdings mit rückläufigem Trend. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ging die Zahl der Kinder im Freistaat um zwölf Prozent zurück. Vier von fünf Kindern lebten 2012 bei verheirateten Eltern. Der überwiegende Teil der Minderjährigen (76 Prozent) wuchs 2012 mit mindestens einem Geschwisterkind auf.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung anlässlich des Deutschen Weltkindertags am 20. September mitteilt, lebten 2012 in Bayern insgesamt rund 2,07 Millionen Kinder unter 18 Jahren. Das entsprach einem Anteil von knapp 17 Prozent an der Gesamtbevölkerung Bayerns. Im Zehn-Jahres-Vergleich zeichnen sich sinkende Kinderzahlen ab. Gab es im Jahr 2002 noch 2,35 Millionen Minderjährige, so waren es 2012 nur noch 2,07 Millionen und somit 279 000 oder knapp zwölf Prozent weniger. Zu den Kindern unter 18 Jahren zählen im Mikrozensus ledige Personen ohne Lebenspartner/-in und ohne eigene Kinder im Haushalt, die mit mindestens einem Elternteil in einer Familie zusammenlebten. Neben den leiblichen Kindern umfassen die genannten Zahlen aber auch Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder.

Der Familientyp, in dem Minderjährige 2012 am häufigsten aufwuchsen, war nach wie vor mit knapp 80 Prozent die traditionelle Ehe, wobei der entsprechende Anteil im Jahr 2002 noch bei gut 84 Prozent lag. 14 Prozent aller Kinder lebten 2012 dagegen bei einem alleinerziehenden Elternteil im Haushalt und sechs Prozent wuchsen in (nichtehelichen) Lebensgemeinschaften heran.

Die Hälfte der minderjährigen Kinder wohnte 2012 mit einem weiteren minder- oder volljährigen Geschwisterkind im Haushalt zusammen. Zwei oder mehr Geschwister hatten insgesamt 26 Prozent der unter 18-Jährigen, während ein knappes Viertel (24 Prozent) ohne Geschwister im Haushalt lebte. Bereits aus dem Haushalt ausgezogene Geschwister bleiben im Mikrozensus unberücksichtigt, da sich diese Haushaltsbefragung auf das Beziehungsgefüge innerhalb des Haushalts konzentriert.

Bei den Minderjährigen, die in einer Paargemeinschaft (Ehepaare und Lebensgemeinschaften) aufwuchsen, waren die Partner zu gut 68 Prozent beide berufstätig1. Bei einem knappen Drittel (30 Prozent) ging lediglich ein Partner einer Erwerbstätigkeit nach, wogegen bei nur knapp zwei Prozent der Kinder beide Partner angaben, erwerbslos bzw. Nichterwerbspersonen zu sein. Alleinerziehende gingen zu 76 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach, wobei nur knapp die Hälfte von ihnen einen Vollzeitjob ausübte (46 Prozent).


Kinder unter 18 Jahren in Bayern 2002 und 2012 nach Familientyp Kinder unter 18 Jahren in Bayern 2002 und 2012 nach Familientyp

Methodischer Hinweis:
Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um die ermittelten Befragungsergebnisse auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen zu können, werden ausreichend strukturierte und fortgeschriebene Bevölkerungseckzahlen benötigt. Die vorliegenden Ergebnisse des Mikrozensus 2012 beruhen noch auf den Fortschreibungsergebnissen auf der Basis Volkszählung 1987. Eine Hochrechnung des Mikrozensus auf Grundlage der aktuellen Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus ist erst ab dem Mikrozensus 2013 vorgesehen, da die erforderlichen fortgeschriebenen Bevölkerungsdaten auf der Basis Zensus 2011 noch nicht vorliegen.

Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Haushalte und Familien in Bayern 2012“. Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden.


1 Zu beachten gilt, dass die statistische Erfassung der Erwerbslosen und Erwerbstätigen auf der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) beruht. Zu den Erwerbstätigen zählen danach alle Personen im Alter von 15 oder mehr Jahren, die im Berichtszeitraum mindestens eine Stunde gegen Entgelt oder Ertrag tätig sind bzw. in einem Arbeitsverhältnis stehen. Personen, die nur vorübergehend vom Arbeitsplatz – z. B. wegen Krankheit oder (Erziehungs-)Urlaub – abwesend sind, gelten auch als berufstätig. Als erwerbslos werden demgegenüber Personen ohne Erwerbstätigkeit eingestuft, die sich in den letzten vier Wochen aktiv um eine Arbeitsstelle bemüht haben und innerhalb von zwei Wochen für die Aufnahme einer Tätigkeit zur Verfügung stehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie bei einer Arbeitsagentur als Arbeitslose registriert sind oder nicht.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.