Auf einen Blick


Pressemitteilung

283/2013/34/C
München, den 30. September 2013

Bisher schlechteste Kartoffelernte in Bayern

Folge der ungünstigen Witterung

Aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse wird es 2013 in Bayern voraussichtlich eine Kartoffelernte von nur 1,35 Millionen Tonnen geben. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, ist dies die bisher niedrigste Erntemenge der Nachkriegszeit. Sie liegt um fast 30 Prozent unter dem Durchschnitt der vorangegangenen sechs Jahre. Als Durchschnittsertrag werden lediglich 310 Dezitonnen je Hektar erwartet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um rund 31 Prozent, gegenüber dem langjährigen Mittel ein Minus von 28 Prozent.

Nach dem Tiefststand im vergangenen Jahr erhöhte sich die von den bayerischen Landwirten bewirtschaftete Kartoffelfläche nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung gegenüber dem Vorjahr um gut fünf Prozent bzw. rund 2 200 Hektar (ha) auf knapp 43 700 ha. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung entspricht dies wieder der Anbaufläche des Jahres 2011. Langfristig betrachtet wurde die mit Kartoffeln bestellte Ackerfläche jedoch deutlich reduziert. So hat sich die Kartoffelfläche in den 30 Jahren seit 1983 nahezu halbiert und seit dem Höchststand im Jahr 1954 mit fast 321 000 ha ist sie um gut 86 Prozent gesunken. In Bayern werden hauptsächlich die ertragsstärkeren mittelfrühen und späten Sorten angebaut.

Nach den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen im Rahmen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“, wird bei Kartoffeln in diesem Jahr mit einem Durchschnittsertrag von lediglich 310 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) gerechnet. Dies sind 31 Prozent weniger als im vorangegangenen Jahr (449,7 dt/ha). Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2012 (431,2 dt/ha) bedeutet dies ein Minus von 28 Prozent. Ein niedrigerer Hektarertrag wurde zuletzt 2003 erwirtschaftet. Grund für den niedrigen Ertrag sind die für den Kartoffelanbau in diesem Jahr äußerst ungünstigen Witterungsbedingungen. Im Frühjahr war es zu nass, regional kam es zu Überschwemmungen und in der Hauptwachstumsphase im Sommer war es zu trocken. Die Folge war, dass die Kartoffeln z.T. verfaulten oder zu wenige und zu kleine Knollen bildeten. Durch die hohen Ertragseinbußen kann in diesem Jahr trotz der gegenüber dem Vorjahr höheren Anbaufläche nur mit einer Kartoffelernte von 1,35 Millionen Tonnen gerechnet werden. Dies ist die schlechteste Kartoffelernte in Bayern seit Ende des zweiten Weltkriegs. Gegenüber dem Vorjahr (1,87 Mill. Tonnen) bedeutet dies einen Rückgang um 27,4 Prozent bzw. rund 512 000 Tonnen. Die durchschnittliche Erntemenge der vorangegangenen sechs Jahre (1,93 Mill. Tonnen) wird um fast 30 Prozent bzw. rund 572 000 Tonnen unterschritten. Witterungsbedingt wird die Qualität der diesjährigen Ernte merklich beeinträchtigt sein.

Innerhalb Deutschlands ist Bayern hinter Niedersachsen das zweitwichtigste Kartoffelanbauland. Rund 18 Prozent des Kartoffelanbaus erfolgte 2013 im Freistaat, der Anteil an der Erntemenge wird voraussichtlich bei knapp 15 Prozent liegen.


Ausführliche Ergebnisse enthält der voraussichtlich im zweiten Quartal 2014 erscheinende Statistische Bericht C II 1: „Ernte der Feldfrüchte und des Grünlands in Bayern 2013“. Der Bericht kann dann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.