Auf einen Blick

Pressemitteilung

323/2013/42/A
München, den 07. November 2013

Frauen in Bayern haben immer weniger Kinder

Rund 15 Prozent der Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren bleiben kinderlos

Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung zeichnete sich den Ergebnissen des Mikrozensus 2012 zufolge in Bayern eine Zunahme der Kinderlosigkeit beim Übergang von der „älteren“ zur „jüngeren“ Frauengeneration ab. Von den 70- bis 75-Jährigen brachten rund zwölf Prozent keine Kinder zur Welt, wohingegen dies auf gut 18 Prozent der 50- bis 54-jährigen Frauen zutraf. Zudem gab es in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen relativ weniger kinderreiche Mütter. Von ihnen hatte etwa jede vierte Mutter (knapp 24 Prozent) drei oder mehr Kinder, während bei den
70- bis 75-Jährigen der Anteil bei rund 35 Prozent lag. – Bei Frauen mit hohem Bildungsstand war das Ausmaß der Kinderlosigkeit besonders groß.

Seit 2008 werden im Rahmen des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, alle vier Jahre Angaben zur Kinderlosigkeit und Kinderzahl je Mutter erhoben. Zu der Zahl der geborenen Kinder wurden Frauen im Alter von 15 bis 75 Jahren auf freiwilliger Basis befragt. Nachfolgend werden lediglich Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren berücksichtigt, da für diese die ermittelte Kinderzahl als endgültig bezeichnet werden kann.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, gaben 2012 in Bayern insgesamt rund 286 000 bzw. 15 Prozent der Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren an, keine Kinder geboren zu haben. Vergleicht man Frauen unterschiedlicher Geburtsjahrgänge, so lässt sich eine erhöhte Kinderlosigkeit bei der Gruppe der jüngeren Frauen nachweisen. Während von den 70- bis 75-Jährigen rund zwölf Prozent kinderlos blieben, traf dies auf gut 18 Prozent der
50- bis 54-Jährigen zu.

Abgesehen von der höheren Kinderlosigkeit bei den „jüngeren“ Frauen zeichnete sich auch ein Trend zu einem insgesamt niedrigeren Geburtenniveau ab. So brachten die Mütter der Geburtsjahrgänge 1958 bis 1962 seltener drei oder mehr Kinder zur Welt als die Mütter der Geburtsjahrgänge 1937 bis 1942 (knapp 24 gegenüber rund 35 Prozent). Insgesamt sank die durchschnittliche Kinderzahl von 2,3 bei den 70- bis 75-jährigen Müttern auf rund 2,1 bei den
50- bis 54-Jährigen.

In Abhängigkeit vom Bildungsstand, gemessen anhand der Internationalen Standardklassifikation des Bildungswesens (ISCED 1997), lassen sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der Zahl der geborenen Kinder feststellen. Von den 50- bis 75-jährigen Frauen mit hohem Bildungsstand blieben im Freistaat insgesamt gut 23 Prozent kinderlos. Der Anteil der kinderlosen Frauen lag damit bei den höher Gebildeten mehr als doppelt so hoch wie bei den-jenigen mit niedrigem Bildungsgrad (rund 11 Prozent). Bei den Frauen mit mittlerem Bildungsstand hatten rund 15 Prozent keine Kinder zur Welt gebracht.

Von den Müttern mit mittlerem bzw. hohem Bildungsniveau gaben im Jahr 2012 jeweils rund 23 Prozent an, drei oder mehr Kinder geboren zu haben. Bei den Müttern mit niedrigem Bildungsstand lag der entsprechende Anteil hingegen bei gut 36 Prozent.


Mütter der Geburtsjahrgänge 1937 bis 1942 sowie 1958 bis 1962 in Bayern nach Zahl der geborenen Kinder Mütter der Geburtsjahrgänge 1937 bis 1942 sowie 1958 bis 1962 in Bayern nach Zahl der geborenen Kinder



Methodischer Hinweis:
Die Ergebnisse beruhen auf einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes zum Mikrozensus 2012. Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um die ermittelten Befragungsergebnisse auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen zu können, werden ausreichend strukturierte und fortgeschriebene Bevölkerungseckzahlen benötigt. Die vorliegenden Ergebnisse des Mikrozensus 2012 beruhen noch auf den Fortschreibungsergebnissen auf der Basis Volkszählung 1987. Eine Hochrechnung des Mikrozensus auf Grundlage der aktuellen Fortschreibung des mit Stichtag
9. Mai 2011 durchgeführten Zensus ist erst ab dem Mikrozensus 2013 vorgesehen, da die erforderlichen fortgeschriebenen Bevölkerungsdaten auf der Basis Zensus 2011 noch nicht vorliegen.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.