Auf einen Blick


Pressemitteilung

334/2013/55/L
München, den 18. November 2013

Feststellung der Einkünfte für 190 000 Personengesellschaften und Gemeinschaften im Jahr 2009 in Bayern

Wirtschaftskrise von 2009 traf vor allem die Gewerbeeinkünfte

Der Besteuerung der Gesellschafter bzw. Beteiligten vorgelagert nahmen die bayerischen Finanzämter im Jahr 2009 für rund 190 000 Personengesellschaften und Gemeinschaften eine gesonderte und einheitliche Feststellung der Einkünfte vor. Insgesamt wurden dabei nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung Einkünfte in Höhe von zusammen 17,5 Milliarden Euro ermittelt, das waren rezessionsbedingt gut 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Über 70 Prozent der Personengesellschaften und Gemeinschaften erzielten eine positive Summe der Einkünfte, die aber nur bei 0,3 Prozent über 5 Millionen Euro lag. Mit zusammen 11,5 Milliarden Euro erwirtschafteten die Unternehmen ihre Einnahmen überwiegend aus gewerblicher Tätigkeit, wobei diese Einkünfte besonders stark von der damaligen Wirtschaftskrise betroffen waren. Die Mehrzahl aller Personengesellschaften und Gemeinschaften bestand aus zwei Beteiligten (64,7 Prozent), insgesamt wurden 1 065 000 Beteiligte erfasst.

Im Jahr 2009 nahm der bayerische Fiskus für rund 190 000 Personengesellschaften (z. B. Gesellschaften bürgerlichen Rechts, offene Handelsgesellschaften) und Gemeinschaften
(z. B. Grundstücksgemeinschaften) in Bayern gesonderte und einheitliche Feststellungen der Einkünfte vor (ggü. 2008: +2,3 Prozent). Insgesamt wurden dabei Einkünfte in Höhe von zusammen 17,5 Milliarden Euro ermittelt, das waren nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung 22,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Maßgeblich für den starken Rückgang war die damalige Wirtschaftskrise des Jahres 2009.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, zählten rund 135 000 bzw. 71,2 Prozent der Personalgesellschaften und Gemeinschaften zu den sogenannten Gewinnfällen mit einer positiven Summe der Einkünfte von zusammen 25,1 Milliarden Euro. Die verbleibenden Personengesellschaften und Gemeinschaften verzeichneten in der Summe negative Einkünfte (Verluste) von zusammen 7,6 Milliarden Euro.

Einkünfte von über 5 Millionen Euro erklärten nur 0,3 Prozent der Personengesellschaften und Gemeinschaften, ihr Anteil an allen Einkünften betrug jedoch 64,9 Prozent. Mit einem Rückgang der Einkünfte gegenüber 2008 um 26,4 Prozent waren für diese Gesellschaften in der Krisenzeit die größten Einbußen zu verzeichnen.

Mit 11,5 Milliarden Euro (65,7 Prozent) erwirtschafteten die Personengesellschaften und Gemeinschaften ihre Einkünfte überwiegend aus gewerblicher Tätigkeit bzw. mit 21,3 Prozent aus selbständiger, vornehmlich freiberuflicher Tätigkeit. Besonders stark von der Wirtschaftskrise waren die Einkünfte aus Gewerbebetrieb betroffen. So sanken die durchschnittlichen Einkünfte aus Gewerbebetrieb für die Gewinnfälle um 22,0 Prozent auf rund 300 000 Euro.

Die Mehrzahl der Personengesellschaften und Gemeinschaften (64,7 Prozent) bestand 2009 aus zwei Beteiligten. Gut ein Viertel hatte drei oder vier Beteiligte. Lediglich bei 8,4 Prozent der Fälle gab es mehr als vier Beteiligte. Insgesamt wurden 1 065 000 Beteiligte erfasst, überwiegend natürliche Personen als sonstiger Mitunternehmer oder Gesellschafter (jeweils ohne Haftungsbeschränkung).

Da Personengesellschaften und Gemeinschaften nicht selbst steuerpflichtig sind, werden ihre insgesamt erwirtschafteten Einkünfte zunächst durch die gesonderte und einheitliche Feststellung ermittelt und anschließend auf die Beteiligten entsprechend ihres Anteils an der Gesellschaft bzw. Gemeinschaft aufgeteilt. Die Anteile der Beteiligten werden dann im Rahmen der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer versteuert.
 
Aufgrund der langen Veranlagungszeiträume liegen endgültige Ergebnisse für 2009 erst jetzt vor. Die hier dargestellten Daten sind damit die aktuellsten, die zurzeit verfügbar sind.
 



Ausführliche Ergebnisse enthält der in Kürze erscheinende Statistische Bericht „Einkommen der Personengesellschaften/ Gemeinschaften in Bayern 2009“ (Bestellnummer: L4500C 200900, Preis der Druckausgabe: 10,10 €). Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.