Auf einen Blick


Pressemitteilung

358/2013/36/E
München, den 11. Dezember 2013

Bayerische Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bei über 30 Prozent

Anteil der Kernenergie im Strommix auf niedrigstem Wert seit den 1980er Jahren

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, erreichte die gesamte bayerische Stromerzeugung 2012 den bislang höchsten nachgewiesenen Wert von 92 832 GWh. Dabei reduzierte sich der Anteil der Kernenergie im bayerischen Strommix 2012 auf 47,0 Prozent, während der Anteil der erneuerbaren Energien auf 31,8 Prozent stieg. Die Steigerung im Bereich der regenerativen Energieträger ist im Wesentlichen auf die Erholung der Wasserkraft nach einem niederschlagsarmen Vorjahr (+13,7 Prozent) und auf den neuerlichen Ausbau der Photovoltaik (+20,1 Prozent) zurückzuführen. Bei den fossilen Energieträgern Erdgas und Steinkohlen war im Vergleich zum Vorjahr eine teilweise Verschiebung zu den Steinkohlen bei den Brennstoffeinsatzmengen zu beobachten. Im Jahr 2012 hatte Erdgas einen Anteil von 13,3 Prozent und die Steinkohlen von 5,0 Prozent an der bayerischen Stromerzeugung.

Im Berichtsjahr 2012 wurden nach vorläufigen Ergebnissen des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung 43 664 GWh Strom aus Kernenergie erzeugt. Gegenüber dem historischen Allzeithoch bei der Erzeugung aus Kernenergie im Jahr 2009 (51 971 GWh) ist dies ein Rückgang von 16,0 Prozent. Mit 47,0 Prozent stammte zwar noch knapp die Hälfte der bayerischen Stromerzeugung 2012 aus Kernenergie, jedoch ist dies gleichzeitig der niedrigste Beitrag seit dem Jahr 1984.

Ähnlich wie auf Bundesebene konnte auch in Bayern bei den fossilen Energieträgern eine partielle Verschiebung bei den Brennstoffeinsatzmengen vom Erdgas hin zu den Kohlen beobachtet werden. Gegenüber der Vorperiode büßte das Erdgas zwei Prozentpunkte ein und trägt nun nur noch 13,3 Prozent (12 390 GWh) zum bayerischen Strommix bei. Die Stromerzeugung aus Steinkohlen wurde hingegen binnen Jahresfrist um 17,0 Prozent auf 4 615 GWh gesteigert. Dies entsprach einem Anteil von 5,0 Prozent im Strommix. Seit 2004 spielen die Braunkohlen praktisch überhaupt keine Rolle für die bayerische Stromerzeugung. Dagegen stellen die Braunkohlen auf Bundesebene seit einigen Jahren die bedeutsamsten Energieträger für die Stromerzeugung dar.

Einschließlich Heizöl und sonstigen (nicht erneuerbaren) Energieträgern vereinten die konventionellen Energieträger zwar knapp über zwei Drittel der Stromerzeugung auf sich, dennoch ging der Ausbau der regenerativen Energieträger auch 2012 dynamisch weiter (+16,0 Prozent gegenüber 2011). Der Ökostrom überschritt in Folge erstmals die Marke von 30 Prozent beim Anteil an der Gesamterzeugung (31,8 Prozent bzw. 29 482 GWh) und sorgte damit dafür, dass mit 92 832 GWh der bislang höchste Jahresstromerzeugungswert für Bayern verzeichnet werden konnte.

Wichtigste alternative Energiequelle war auch im aktuellen Berichtszeitraum die traditionell in Bayern starke Wasserkraft 1), welche mit 12 224 GWh mehr als die Hälfte des gesamtdeutschen Wertes 2) ausmachte. Diese Energieform ist bereits relativ gut ausgebaut. Der Zuwachs in der Erzeugung von +13,7 Prozent zum Vorjahr ist dem relativ niederschlagsarmen Jahr 2011 geschuldet.

Eine bundesweit führende Rolle nimmt Bayern auch bei der Stromerzeugung aus Photovoltaik ein, deren Erzeugung im Vorjahresvergleich um 20,1 Prozent auf 8 530 GWh gesteigert wurde 3). Damit flachte die Zuwachsrate über die Zeitreihe betrachtet allerdings weiter ab. In den beiden vorangegangenen Berichtsjahren hatten sich noch Steigerungen von 59,5 Prozent (2011) und 74,2 Prozent (2010) ergeben. Gründe für den schwächeren Anstieg sind im Rückgang der neu installierten Leistung und dem im Vergleich mit dem Vorjahr weniger sonnenreichen Jahr 2012 zu finden.

Auch die Stromerzeugung aus Biomasse, zu der feste und flüssige biogene Stoffe, Biogas, Klärschlamm und biogene Abfälle gerechnet werden, konnte um einen zweistelligen Prozentsatz von 12,5 Prozent auf 7 334 GWh gesteigert werden. Besonders hoch fällt in diesem Berichtsjahr der Zuwachs bei der Stromerzeugung aus Windkraft aus (+42,3 Prozent). Absolut betrachtet ist der Wert jedoch weiterhin – besonders im Hinblick auf die Erzeugungswerte im Bund 4) – gering (1 123 GWh).



1) Laufwasser, Speicherwasser und Pumpspeicher mit natürlichem Zufluss.

2) Nach (vorläufigen) Zahlen für 2012 der AG Energiebilanzen e.V. beträgt die gesamtdeutsche Stromerzeugung aus erneuerbarer Wasserkraft 21,8 TWh.

3) AG Energiebilanzen e.V.: (Vorläufige) gesamtdeutsche Stromerzeugung 2012 aus Photovoltaik von 26,4 TWh.

4) AG Energiebilanzen e.V.: (Vorläufige) gesamtdeutsche Stromerzeugung 2012 aus Windkraft von 50,7 TWh.





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