Auf einen Blick

Pressemitteilung

52/2013/52/D
München, den 27. Februar 2013

8,2 Prozent weniger Privatinsolvenzen in Bayern 2012

Durchschnittliche Verschuldung mit 97 500 Euro ebenfalls niedriger als im Vorjahr

Von den Insolvenzgerichten in Bayern wurden 2012 neben den 3 286 Unternehmensinsolvenzen insgesamt 13 294 Insolvenzverfahren „übriger Schuldner“ festgestellt, zu denen Privatpersonen (Verbraucher, ehemals selbständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter) und Nachlässe zählen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung sind dies 8,2 Prozent weniger Insolvenzverfahren im privaten Bereich als im Vorjahr und sogar 12,3 Prozent weniger als im bisherigen Rekordjahr 2010 (15 164 Verfahren). Der größte Anteil der Privatinsolvenzen entfiel auch im aktuellen Berichtsjahr auf Verbraucher (9 898; -9,2 Prozent) und ehemals selbständig Tätige (3 007; -3,9 Prozent). Zeitgleich mit der Verfahrenszahl nahmen die gesamten Gläubigerforderungen auf knapp 1,30 Milliarden Euro ab und bezifferten sich damit auf 97 500 Euro je privaten Insolvenzfall (2011: 98 600 Euro). Durchschnittlich am höchsten verschuldet waren die insolventen Privatschuldner (einschl. Nachlässe) in Unterfranken und am geringsten in der Oberpfalz.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, betrafen von den insgesamt 16 580 Insolvenzverfahren, die in Bayern 2012 gerichtlich festgestellt worden sind, 80,2 Prozent oder 13 294 Fälle so genannte „übrige Schuldner“, also Privatpersonen (Verbraucher, ehemals selbständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter) und Nachlässe. Dies entspricht 8,2 Prozent weniger Privatinsolvenzen als im Vorjahr und sogar 12,3 Prozent weniger als 2010, dem Jahr mit dem bisherigen Höchststand von 15 164 Verfahren. 74,5 Prozent der Privatinsolvenzen entfallen im aktuellen Berichtsjahr auf Verbraucher (9 898; -9,2 Prozent) und 22,6 Prozent (3 007; -3,9 Prozent) auf ehemals selbständig Tätige. Die meisten der von Privatpersonen, Nachlassverwaltern oder Erben beantragten Insolvenzverfahren wurden eröffnet (12 756 Verfahren bzw. 96,0 Prozent; -8,5 Prozent gegenüber 2011). Mangels Masse abgewiesen wurden 382 Verfahren (+1,1 Prozent) und bei den anderen 156 Verfahren (-6,6 Prozent) konnten sich Gläubiger und Schuldner unter richterlicher Aufsicht auf einen Schuldenbereinigungsplan einigen, somit einen Weg aus der Schuldenfalle finden.

Die von den Gläubigern gegenüber den Privatschuldnern angemeldeten Forderungen beliefen sich 2012 auf knapp 1,30 Milliarden Euro und damit auf durchschnittlich rund 97 500 Euro je privaten Insolvenzfall (2011: 98 600 Euro). Mit Abstand am größten war die durchschnittliche Verschuldung der „übrigen Schuldner“ 2012 in Unterfranken (126 100 Euro) und am niedrigsten in der Oberpfalz (68 000 Euro). 41,3 Prozent der gesamten Gläubigerforderungen (535,9 Millionen Euro) richteten sich gegen die Gruppe der insolventen Verbraucher, deren Schuldenberg gegenüber dem des Vorjahres deutlich um 15,6 Prozent zurückgegangen ist. Da die von Gläubigerseite gegen die insolventen Verbraucher gerichtete Forderungssumme relativ stärker abgenommen hat als die Anzahl der insolventen Verbraucher ( 15,6 Prozent gegenüber -9,2 Prozent), ist die durchschnittliche Verschuldung dieser Personengruppe von 58 300 Euro (2011) auf aktuell 54 100 Euro gesunken. 262 insolvente Verbraucher hatten allerdings einen Schuldenberg von mindestens 250 000 Euro zu verantworten. Es wurden für alle sieben Regierungsbezirke Bayerns weniger Privatinsolvenzen festgestellt als 2011, und zwar zwischen 1,4 Prozent (Niederbayern) und -16,5 Prozent (Oberfranken).

Insolvenzen der Privatpersonen und Nachlässe (übrige Schuldner) in Bayern 2011 und 2012

 

 

 

 

 

 

 

Gebiet

Insolvenzen der Privatpersonen und Nachlässe

Veränderung
ggü. dem Vorjahr

Voraus-
sichtliche
Forderungen

Durch-
schnittliche
Verschuldung

darunter

insgesamt 1)

Ver-
braucher

ehemals
selb-
ständig
Tätige

Anzahl

%

1 000 €

2011

Oberbayern

3 229

1 252

4 639

-5,7

506 298

109 139

Niederbayern

 925

 291

1 256

-17,0

108 347

86 264

Oberpfalz

 957

 182

1 173

-2,7

104 813

89 355

Oberfranken

1 391

 213

1 641

1,5

145 571

88 709

Mittelfranken

1 471

 438

1 961

0,2

189 188

96 475

Unterfranken

1 057

 275

1 390

0,9

143 624

103 327

Schwaben

1 868

 479

2 422

-6,0

229 986

94 957

Bayern

 10 898

 3 130

 14 482

-4,5

1 427 825

98 593

Kreisfreie Städte

4 388

1 176

5 700

1,3

422 492

74 121

dar. Großstädte 2)

2 893

 868

3 857

1,1

296 344

76 833

Landkreise

6 510

1 954

8 782

-7,9

1 005 333

114 477

2012

Oberbayern

3 019

1 180

4 354

-6,1

512 510

117 710

Niederbayern

 908

 302

1 239

-1,4

121 413

97 993

Oberpfalz

 882

 143

1 047

-10,7

71 183

67 988

Oberfranken

1 142

 198

1 371

-16,5

104 733

76 392

Mittelfranken

1 361

 401

1 806

-7,9

150 483

83 324

Unterfranken

 930

 279

1 248

-10,2

157 402

126 123

Schwaben

1 656

 504

2 229

-8,0

178 971

80 292

 

Bayern

 9 898

 3 007

 13 294

-8,2

1 296 697

97 540

 

Kreisfreie Städte

3 986

1 135

5 245

-8,0

446 797

85 185

dar. Großstädte 2)

2 681

 844

3 629

-5,9

349 470

96 299

Landkreise

5 912

1 872

8 049

-8,3

849 900

105 591

__

1) Verbraucher, ehemals selbständig Tätige, natürliche Personen als Gesellschafter u.Ä., Nachlässe. Mit Regel- oder Verbraucherinsolvenzverfahren.- 2) München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Würzburg, Ingolstadt, Fürth,
Erlangen.

Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Insolvenzverfahren in Bayern 2012“ (Bestellnummer: D3100C 2012, Preis der Druckausgabe: 8,10 €). Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Post bestellt werden. Weitere bis auf Kreisebene differenzierte Ergebnisse zu diesem Thema können aber auch per E-Mail (info-sw@statistik.bayern.de) oder telefonisch (09721-2088-230) erfragt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.