Auf einen Blick

Pressemitteilung

156/2014/54/K
München, den 06. Juni 2014

3 743 Maßnahmen eines Familiengerichts aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohls im Jahr 2013

In 2 055 Fällen wurde die Übertragung der elterlichen Sorge ganz oder teilweise auf das Jugendamt oder einen Dritten entschieden

 
Im Laufe des Jahres 2013 wurden insgesamt 3 743 gerichtliche Maßnahmen eines Familiengerichts für Kinder- und Jugendliche aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohls eingeleitet. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren 1 923 Buben und 1 820 Mädchen betroffen. Dabei wurde in 2 055 Fällen die vollständige oder teilweise Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten entschieden.

 
Im Bürgerlichen Gesetzbuch sind in § 1 666 „Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ geregelt. Das Familiengericht hat danach Maßnahmen im Falle einer körperlichen, geistigen oder seelischen Gefährdung des Kindes oder seines Vermögens zu ergreifen, wenn die Eltern nicht gewillt oder in der Lage sind, diese Gefahr abzuwenden. Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt ist immer dann erforderlich und verpflichtend, wenn sich die Gefährdung des Kindeswohles nur durch eine gerichtliche Entscheidung abwenden lässt. Das Familiengericht entscheidet dann im Einzelfall, ob gerichtliche Maßnahmen einzuleiten sind und wie diese aussehen. Hierzu zählen beispielsweise Gebote, öffentliche Hilfen wie Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsfürsorge in Anspruch zu nehmen oder für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen. Auch Verbote, vorübergehend oder auf unbestimmte Zeit die Familienwohnung oder eine andere Wohnung zu nutzen, sich in einem bestimmten Umkreis der Wohnung aufzuhalten oder zu bestimmende andere Orte aufzusuchen, können ausgesprochen werden. Ebenso kann verboten werden, Verbindung zum Kind aufzunehmen oder ein Zusammentreffen mit dem Kind herbeizuführen. Auch die elterliche Sorge kann teilweise oder vollständig entzogen werden.

 
Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung wurden in Bayern im Laufe des Jahres 2013 in insgesamt 3 743 Fällen Entscheidungen des Familiengerichts getroffen, um für Kinder und Jugendliche Maßnahmen einzuleiten. In 1 923 Fällen waren Jungen und in 1 820 Fällen Mädchen betroffen.

 
In 2 055 Fällen wurde der vollständige (791) oder teilweise (1 264) Entzug der elterlichen Sorge entschieden, das heißt die elterliche Sorge wurde auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund oder Pfleger (gem. § 1666 Abs.3 Nr. 6 BGB) übertragen. Des Weiteren wurde in 963 Fällen die Inanspruchnahme von Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe auferlegt, in 264 Fällen wurden die Erklärungen des Personensorgeberechtigten ersetzt und in 461 Fällen wurden Ge- oder Verbote gegenüber dem Personensorgeberechtigten oder Dritten ausgesprochen.


Regierungsbezirk

Insgesamt

davon

Auferlegung der Inanspruchnahme von Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe gem.
§ 1666 Abs. 3,
Nr. 1 BGB

Aussprache von anderen Geboten und Verboten gegenüber dem Personensorge-berechtigten oder Dritten gem.
§ 1666 Abs. 3,
Nr. 2 bis 4 BGB

Ersetzung von Erklärungen des/der Personensorge-berechtigten gem. § 1666 Abs. 3,
Nr. 5 BGB

Vollständige Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund gem. § 1666 Abs. 3,
Nr. 6 BGB

Teilweise Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund gem. § 1666 Abs. 3,
Nr. 6 BGB

Oberbayern

1 274  

 318  

 154  

 99  

 287  

 416  

Niederbayern

 290  

 79  

 46  

 17  

 62  

 86  

Oberpfalz

 482  

 114  

 43  

 41  

 92  

 192  

Oberfranken

 221  

 60  

 36  

 22  

 45  

 58  

Mittelfranken

 475  

 108  

 50  

 6  

 98  

 213  

Unterfranken

 329  

 86  

 42  

 17  

 65  

 119  

Schwaben

 672  

 198  

 90  

 62  

 142  

 180  

Bayern

3 743  

 963  

 461  

 264  

 791  

1 264  

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.