Auf einen Blick

Pressemitteilung

184/2014/55/A
München, den 25. Juni 2014

Zum Anti-Drogentag am 26. Juni

85 Prozent der Krankenhausbehandlungen wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen durch legale Drogen verursacht

 
Im Jahr 2012 führten Ärzte bayerischer Krankenhäuser 65 439 vollstationäre Behandlungen von Patienten mit psychischen Störungen und Verhaltensstörungen verursacht durch psychotrope Substanzen durch. Das waren 0,7 Prozent mehr Fälle als 2011. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren in 85 Prozent der Fälle die Patienten aufgrund des Konsums von legalen Drogen in stationärer Behandlung.

 
Anlässlich des Anti-Drogentages am 26. Juni teilt das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mit, dass im Jahr 2012 in den bayerischen Krankenhäusern 65 439 vollstationäre Behandlungen von Patienten durchgeführt wurden, die als Hauptdiagnose psychische Störungen und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen zeigten. Zu den psychotropen Substanzen zählen Drogen wie z.B. Tabak, Alkohol, Opium, Cannabis, Kokain, Tabletten und flüchtige Lösungsmittel. Dies waren rund 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr (2011: 64 969) und 7,8 Prozent mehr als zwölf Jahre zuvor (2000: 60 680).

 
In 55 506 Fällen war der Konsum von legalen Drogen wie Alkohol, Tabak, pharmazeutischen oder chemischen Produkten verantwortlich für die Störung. Dies entsprach rund 85 Prozent aller Behandlungsfälle wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen. Illegale Drogen wie Heroin, Kokain, Opium und Cannabis waren dagegen „nur“ in 9 933 Fällen verantwortlich für einen stationären Krankenhausaufenthalt.

 
Bei mehr als zwei Dritteln (68,8 Prozent) aller aufgrund des Konsums legaler Drogen erfolgten Krankenhausbehandlungen waren die Patienten männlich. Mit Blick auf das Alter der Patienten mit der Hauptdiagnose Konsum von legalen Drogen zeigt sich, dass in nahezu einem Viertel der Fälle die Patienten jünger als 30 Jahre waren. Dabei ist auffallend, dass die Fallzahl in der Altersgruppe der 15 bis unter 20-Jährigen sprunghaft ansteigt gegenüber der Altersgruppe der 15 Jahre oder Jüngeren. Bei der Altersklasse der 20 bis unter 40-Jährigen ist hingegen ein geringes Absinken der Zahl der Behandlungsfälle festzustellen. Erst bei den Altersgruppen der 40 bis unter 55-Jährigen zeigt sich ein vergleichbar hoher oder noch höherer Behandlungsbedarf aufgrund des Genusses legaler Drogen.

 
Bei den Krankenhausbehandlungen aufgrund des Konsums illegaler Drogen waren fast drei Viertel aller Patienten männlich. In fast der Hälfte der Fälle waren die Patienten noch keine 30 Jahre alt. Ein auffallender Anstieg der Fallzahlen ist in der Altersgruppe der 20 bis unter
25-Jährigen zu verzeichnen.



Weitere Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Krankenhausstatistik –Grunddaten, Diagnosen und Kostennachweis 2012“. Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Bezug von Druckausgaben erhalten Sie beim Vertrieb per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Telefon (089 2119-3205).



Behandlungen von Patienten mit psychischen und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen

in bayerischen Krankenhäusern 2012

 - Vollstationäre Behandlungsfälle (nur Hauptdiagnosen) -

Altersgruppe

Behandlungsfälle

davon Fälle aufgrund

legaler Drogen

illegaler Drogen

insgesamt

darunter von männl. Patienten

zusammen

darunter von
männl.
Patienten

zusammen

darunter von
männl.
Patienten

 

unter  15                     

 814

 386

 764

 354

 50

 32

15 bis unter 20              

6 191

4 046

5 396

3 460

 795

 586

20 bis unter 25              

5 759

4 049

4 144

2 835

1 615

1 214

25 bis unter 30              

5 613

4 092

3 527

2 545

2 086

1 547

30 bis unter 35              

5 990

4 344

3 996

2 810

1 994

1 534

35 bis unter 40              

5 392

3 982

4 228

3 076

1 164

 906

40 bis unter 45              

7 245

5 131

6 292

4 427

 953

 704

45 bis unter 50              

8 497

5 894

7 908

5 467

 589

 427

50 bis unter 55              

7 645

5 261

7 333

5 044

 312

 217

55 bis unter 60              

5 028

3 594

4 891

3 508

 137

 86

60 bis unter 65              

3 154

2 182

3 086

2 141

 68

 41

65 bis unter 70              

1 857

1 221

1 792

1 185

 65

 36

70 bis unter 75              

1 325

 833

1 279

 817

 46

 16

75 bis unter 80              

 566

 337

 546

 330

 20

 7

80 bis unter 85              

 237

 122

 217

 117

 20

 5

85 bis unter 90               

 97

 44

 83

 40

 14

 4

90 bis unter 95              

 25

 11

 21

 11

 4

 0

95 und mehr                  

 4

 2

 3

 2

 1

 0

 

 

 

 

 

insgesamt                    

65 439

45 531

55 506

38 169

9 933

7 362




Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.