Auf einen Blick

Pressemitteilung

215/2014/44/A
München, den 21. Juli 2014

Zensus 2011: Selbständigenquote in Bayern bei 11,1 Prozent

Anteil der Selbständigen in Südbayern besonders hoch – Ausländer mit höherer Quote als Deutsche

 

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, liefern die endgültigen Ergebnisse des Zensus 2011 nähere Informationen zur demographischen Struktur und regionalen Verteilung der Selbständigen in Bayern. Mit einer Selbständi-genquote von 11,1 Prozent ist im Durchschnitt jeder neunte Erwerbstätige in Bayern selbständig. Überdurchschnittlich hohe Selbständigenquoten weisen vor allem die südlichen Landkreise und kreisfreien Städte Bayerns auf.

 
Am Zensusstichtag, dem 9. Mai 2011, gingen im Freistaat 745 030 Personen einer selbständigen Tätigkeit nach. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung betrieb die Mehrheit (57,2 Prozent) dieser Selbständigen alleine ein Unternehmen und hatte keine Beschäftigten, während 42,8 Prozent weitere Personen beschäftigten. Gemessen an den insgesamt 6 712 540 Erwerbstätigen in Bayern lag der Selbständigenanteil bei 11,1 Prozent.

 
Eine selbständige Tätigkeit wird wesentlich häufiger von Männern als von Frauen ausgeübt. Während in der Gruppe der Angestellten und Arbeiter mit einem Frauenanteil von 49,0 Prozent ein nahezu ausgewogenes Geschlechterverhältnis vorlag, war unter den Selbständigen mit 31,5 Prozent ein vergleichsweise geringer Anteil weiblich. Auch die Selbständigenquote, welche die Zahl der Selbständigen zur Gesamtzahl der Erwerbstätigen in Bezug setzt, fiel bei den Frauen erheblich niedriger aus als bei den Männern. Während 7,5 Prozent aller erwerbstätigen Frauen selbständig waren, lag der entsprechende Anteil bei den Männern bei 14,3 Prozent.

 
9,7 Prozent der Selbständigen waren Ausländer. Die größte Gruppe der Selbständigen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit stellten die Österreicher mit 11 130 Personen, gefolgt von Italienern (8 960 Personen) und Polen (8 030 Personen). Die Selbständigenquote der Ausländer, d.h. der Anteil der ausländischen Selbständigen an den Erwerbstätigen mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit insgesamt, lag bei 12,4 Prozent und damit um 1,4 Prozentpunkte höher als bei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit (11,0 Prozent).

 
Beim Blick auf die Altersstruktur der Erwerbstätigen fällt auf, dass es unter den Selbständigen einerseits deutlich weniger jüngere und andererseits mehr ältere Menschen gibt als dies bei Angestellten und Arbeitern der Fall ist. So waren am Zensusstichtag nur 6,0 Prozent der selbständig Tätigen jünger als 30 Jahre, während der Vergleichswert bei den Arbeitnehmern mit 25,0 Prozent gut viermal so hoch war. Immerhin 8,7 Prozent der Selbständigen waren bereits 65 Jahre alt oder älter. Dagegen waren, u.a. bedingt durch Altersgrenzen für den Eintritt in den Ruhestand, nur 2,4 Prozent der Angestellten und Arbeiter in dieser Altersklasse vertreten. Den Schritt in die Selbständigkeit wagen demnach die meisten Erwerbstätigen erst ab einem Alter von 30 Jahren. So befand sich die Hälfte (49,9 Prozent) aller Selbständigen in der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren.

 
Beinahe drei Viertel (71,4 Prozent) aller Selbständigen waren im Dienstleistungssektor tätig. Damit dominierte der Dienstleitungsbereich als Tätigkeitsfeld bei Selbständigen noch etwas stärker als bei abhängig Beschäftigten (67,2 Prozent). Besonders große Unterschiede ergaben sich im Wirtschaftsbereich „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“. Während 8,8 Prozent der Selbständigen in der Landwirtschaft arbeiteten, war dies bei abhängig beschäftigten Angestellten und Arbeitern nur bei 0,7 Prozent der Fall. Im Produzierenden Gewerbe waren Selbständige mit 19,8 Prozent vergleichsweise selten vertreten (Arbeiter und Angestellte 32,1 Prozent).

 
Der regionale Vergleich zeigt, dass Selbständige vor allem im Süden Bayerns überdurchschnittlich häufig vertreten sind. So wies die Landeshauptstadt München eine Selbständigenquote von 13,9 Prozent auf und lag damit um 2,8 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt. Noch etwas höher war der Anteil der Selbständigen an allen Erwerbstätigen mit 14,9 Prozent im Landkreis München. Besonders sticht der Landkreis Starnberg mit einem Spitzenwert von 21,1 Prozent hervor. Es folgen die Landkreise Miesbach mit 16,5 Prozent und Bad Tölz-Wolfratshausen mit 15,5 Prozent. Dagegen waren in den kreisfreien Städten und Landkreisen der Nordhälfte Bayerns mit Ausnahme des Landkreises Fürth (12,0 Prozent) tendenziell unterdurchschnittliche Selbständigenquoten zu verzeichnen. Der niedrigste Wert war mit 7,5 Prozent im Landkreis Kronach in Oberfranken zu verzeichnen.
 
 

Selbständigenquote in Bayern 2011 Selbständigenquote in Bayern 2011

Selbständigenquote in den kreisfreien Städten und Landkreisen Bayerns 2011 Selbständigenquote in den kreisfreien Städten und Landkreisen Bayerns 2011

 
Hinweis:

Das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung bietet eine Reihe von Informationsangeboten zu den Ergebnissen des Zensus 2011 an, unter anderem eine umfangreiche Datenbank. Diese steht der Öffentlichkeit kostenlos unter www.zensus2011.de zur Verfügung.
 
 
Ausführliche Ergebnisse enthalten die folgenden Veröffentlichungen:

Statistische Berichte:

  • „Zensus 2011: Gemeindedaten Bevölkerung – Ergebnisse für Bayern“ (Bestellnummer: A01013 201451, Preis pro Heft: 30,40 €; Datei kostenlos zum Download)
  • „Zensus 2011: Gemeindedaten Gebäude und Wohnungen – Ergebnisse für Bayern“ (Bestellnummer: F01113 201451, Preis pro Heft: 31,20 €; Datei kostenlos zum Download)
  • „Zensus 2011: Gemeindedaten Wohnsituation der Bevölkerung - Ergebnisse für Bayern“ (Bestellnummer: F01513 201451, Preis pro Heft: 47,00 €; Datei kostenlos zum Download)


Informationsbroschüre und -flyer:

  • „Zensus 2011: Ergebnisse für Bayern“: Broschüre mit Schaubildern und Tabellen (Bestellnummer: Z24011 201451; Preis pro Broschüre 2,00€; Datei kostenlos zum Download)


Informationen zum Bezug von Druckausgaben erhalten Sie beim Vertrieb per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Telefon (089 2119-3205).

Weitere Informationen finden Sie auch unter
www.statistik.bayern.de/statistik/zensus-ergebnisse.





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