Auf einen Blick


Pressemitteilung

224/2014/42/A
München, den 29. Juli 2014

Jeder achte bayerische Beschäftigte hatte 2012 einen befristeten Arbeitsvertrag

Knapp fünf Prozent der 35-Jährigen oder Älteren waren befristet beschäftigt

 
Im Jahr 2012 hatten im Freistaat nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung gut zwölf Prozent der abhängig Beschäftigten einen befristeten Arbeitsvertrag. Ohne Berücksichtigung von Auszubildenden, Praktikanten und Personen in einer Umschulung verringert sich der Befristungsanteil auf acht Prozent. Zeitlich begrenzte Verträge traten bei jüngeren Personen häufiger auf als bei Älteren. Auch wenn Auszubildende nicht mitgerechnet werden, zeigte sich, dass 2012 etwa ein Viertel (knapp 23 Prozent) der 15- bis unter 25-Jährigen einen befristeten Arbeitsvertrag besaßen, wohingegen dies nur bei knapp fünf Prozent der 35-Jährigen oder älteren Beschäftigten zutraf. Die Mehrheit der Befristungen (gut 90 Prozent) erstreckte sich auf einen Zeitraum von bis zu drei Jahren.

 
Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, wies 2012 in Bayern jeder achte abhängig Beschäftigte (0,7 Millionen bzw. gut zwölf Prozent) einen befristeten Arbeitsvertrag auf. Zu den insgesamt 5,77 Millionen abhängig Beschäftigten zählen sowohl Beamte, Arbeiter, Angestellte als auch Auszubildende.

 
Mit steigendem Alter der Beschäftigten ließ sich nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung eine geringere Befristungsquote feststellen. Während von den 15- bis unter 25-Jährigen knapp die Hälfte (fast 48 Prozent) einen Vertrag mit Befristungsabrede unterzeichnet hatte, galt dies nur für rund 14 Prozent der 25- bis unter 35-Jährigen. Bei den 35-Jährigen oder älteren abhängig Erwerbstätigen fiel der Anteil befris-teter Arbeitsverträge mit knapp fünf Prozent am geringsten aus.

 
Da Ausbildungsverträge generell für einen bestimmten Zeitraum geschlossen werden, ist der Befristungsanteil bei den jungen Erwachsenen erwartungsgemäß hoch. Entsprechend fallen die alterstypischen Unterschiede im Befristungsgrad geringer aus, wenn Auszubildende, Praktikanten und Personen in einer Umschulung unter den abhängig Beschäftigten nicht einbezogen werden.

 
Fast ein Viertel (knapp 23 Prozent) der 15- bis unter 25-Jährigen in Bayern musste demnach mit einem befristeten Arbeitsverhältnis Vorlieb nehmen. Bei den 25- bis unter 35-Jährigen betrug dieser Anteil gut zwölf Prozent. Unter Vernachlässigung von Auszubildenden besaßen über alle Altersgruppen hinweg acht Prozent der abhängig Erwerbstätigen einen befristeten Arbeitsvertrag gegenüber gut zwölf Prozent, wenn alle Personen inkl. Auszubildende berücksichtigt werden.

 
Bezüglich der Befristung von Verträgen zeichneten sich 2012 branchenspezifische Muster ab. So lag im Bereich der Finanz- und Versicherungsdienstleister der Befristungsanteil mit drei Prozent relativ niedrig (ohne Auszubildende). Im Bereich „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, Gastgewerbe“ betrug der Anteil der befristet Beschäftigten an den abhängig Beschäftigten knapp acht Prozent. Bei den öffentlichen und privaten Dienstleistungen (ohne öffentliche Verwaltung) gab es dagegen am häufigsten befristete Arbeitsverträge mit gut 12 Prozent.

 
Die befristet Beschäftigten (ohne Auszubildende) wurden 2012 auch nach der Dauer der Befristung gefragt. Rund neun von zehn (gut 90 Prozent) abhängig Beschäftigten mit Angaben zur Befristungsdauer gaben eine Vertragslaufzeit von bis zu 36 Monaten an. Bei knapp zehn Prozent lag eine Frist von mehr als drei Jahren vor.
 

Methodischer Hinweis:

Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um die ermittelten Befragungsergebnisse auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen zu können, werden ausreichend strukturierte und fortgeschriebene Bevölkerungseckzahlen benötigt. Die vorliegenden Ergebnisse des Mikrozensus 2012 beruhen noch auf den Fortschreibungsergebnissen auf der Basis Volkszählung 1987. Eine Hochrechnung des Mikrozensus auf Grundlage der aktuellen Fortschreibung des mit Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus ist erst ab dem Mikrozensus 2013 vorgesehen.






Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.