Auf einen Blick

Pressemitteilung

303/2014/45/B
München, den 22. Oktober 2014

Weniger Strafgefangene in Bayern 2014

Diebstahl und Unterschlagung häufigste Deliktgruppe

 
Ende März 2014 waren in den 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten 8 653 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte inhaftiert, das sind 5,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzte sich nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung der rückläufige Trend der letzten Jahre fort. Von den einsitzenden Personen waren 95,2 Prozent Erwachsene (über 21 Jahre), 7,5 Prozent weiblich, 72,1 Prozent hatten eine deutsche Staatsbürgerschaft und 72,9 Prozent waren vorbestraft. 45,5 Prozent der Gefangenen verbüßten eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Diebstahl und Unterschlagung lagen in 19,5 Prozent der Haft zugrunde.

 
Am 31. März 2014 waren nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung 8 653 Strafgefangene in den 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten inhaftiert. Hierin sind Personen in Untersuchungshaft, im Jugendarrest und Personen in sonstiger Freiheitsentziehung (z.B. Strafarrest oder Abschiebehaft) nicht einbezogen. Die Zahl der Strafgefangenen sank somit annähernd auf das Niveau des Jahres 2003 (8 655 Strafgefangene). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 545 Strafgefangene oder 5,9 Prozent weniger. Seit dem bisherigen Höchststand im Jahr 2007 ist die Zahl der Inhaftierten bis zum Jahr 2014 tendenziell gesunken.

 
Im Jahr 2014 machten die über 21-jährigen Erwachsenen mit rund 95,2 Prozent den größten Anteil aller Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten aus. In dieser Altersgruppe gab es 8 235 Inhaftierte, 492 Personen weniger als ein Jahr zuvor. Vergleichsweise gering waren mit 4,1 Prozent der Anteil der 18- bis unter 21-jährigen Heranwachsenden und mit 0,7 Prozent der Anteil der 14- bis unter 18-jährigen Jugendlichen. Bei den Heranwachsenden ging die Zahl der Strafgefangenen ebenfalls zurück und erreichte den niedrigsten Stand im vergangenen Zehnjahreszeitraum. Bei den Heranwachsenden sank die Zahl der Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten um 13,8 Prozent auf 356. Die Zahl der Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf 62 gestiegen.

 
In den bayerischen Strafvollzugsanstalten befanden sich 651 Frauen. Dies entsprach einem Frauenanteil von 7,5 Prozent an allen Strafgefangenen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der weiblichen Strafgefangenen um 25 Personen und die der männlichen Inhaftierten um 520 Personen gesunken.

 
Von den 8 653 Inhaftierten besaßen 6 240 eine deutsche und 2 413 eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit. Damit waren 72,1 Prozent der Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten Deutsche. Dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken.

 
72,9 Prozent aller Insassen verbüßten zum wiederholten Male eine Strafe. 74,5 Prozent aller zu einer Freiheitsstrafe (5 947 Personen) und 50,2 Prozent der zu Jugendstrafe verurteilten Strafgefangenen (311 Personen) waren bereits vorbestraft, 1 923 Häftlinge sogar fünf- bis zehnmal und 938 Insassen elfmal und öfter. Die häufigste Art der Vorstrafen waren „Freiheits- und Geldstrafe“, zu der 2 048 Häftlinge vorverurteilt waren, „Geldstrafe“ (840 Häftlinge) und „Freiheitsstrafe und Jugendstrafe“ (1 040 Häftlinge).

 
Gemessen an der voraussichtlichen Vollzugsdauer verbüßte 2014 die größte Gruppe der Strafgefangenen mit 3 935 Personen oder 45,5 Prozent eine Haftstrafe bis zu einem Jahr. Zu einer Freiheits- oder Jugendstrafe von mehr als einem und bis zu zwei Jahren wurden 1 698 Strafgefangene verurteilt, was einem Anteil von 19,6 Prozent entsprach. Ein Urteil von mehr als zwei und bis zu fünf Jahren Vollzugsdauer wurde gegen 1 998 Personen oder 23,1 Prozent ausgesprochen. Gut 6,7 Prozent oder 582 Strafgefangene wurden mit einer Haftstrafe von mehr als fünf und bis zu zehn Jahren belegt. Eine Haftstrafe von zehn bis fünf-zehn Jahren erhielten 122 Personen oder 1,4 Prozent. 3,1 Prozent oder 264 Personen verbüßten eine lebenslange Haftstrafe. Die restlichen ausschließlich männlichen 54 Personen oder 0,6 Prozent befanden sich in Sicherungsverwahrung.

 
63,6 Prozent (5 506 Personen) der zu Freiheitsstrafe verurteilten Insassen waren ledig, 17,2 Prozent (1 490 Personen) geschieden, 17,7 Prozent (1 530 Personen) verheiratet und 1,5 Prozent (127 Personen) verwitwet.
 
 
Der Haft lagen Taten folgender Deliktsgruppen zugrunde:



 
 
Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Strafvollzugsstatistik in Bayern – 2014 (Bestellnummer: B66003 201400, Preis der Druckausgabe: 20,50 €). Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Bezug von Druckausgaben erhalten Sie beim Vertrieb per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Telefon (089 2119-3205) oder Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457).
 
 

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