Auf einen Blick


Pressemitteilung

373/2014/42/A
München, den 17. Dezember 2014

Zum Internationalen Tag der Migranten am 18. Dezember

Rund jeder fünfte Einwohner Bayerns hat einen Migrationshintergrund

 
Im Jahr 2013 verfügten im Freistaat Bayern rund 2,49 Millionen Menschen über einen Migrationshintergrund. Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung waren das knapp 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Fast sieben von zehn Personen (68 Prozent) mit Migrationshintergrund waren selbst aus dem Ausland nach Deutschland gezogen. Den höchsten Anteil an Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund wies der Regierungsbezirk Oberbayern (24 Prozent) auf.

 
Seit dem Jahr 2005 können mit Daten des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, Untersuchungen zum Migrationshintergrund durchgeführt werden. Als Menschen mit Migrationshintergrund gelten dabei Personen, die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder im Ausland geboren wurden und seit 1950 zugewandert sind oder die einen Elternteil mit ausländischer Staatsangehörigkeit haben bzw. bei denen ein Elternteil aus dem Ausland zugewandert ist.

 
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung anlässlich des Internationalen Tags der Migranten am 18. Dezember mitteilt, verfügte in Bayern im Jahr 2013 nahezu jeder fünfte (20 Prozent) der insgesamt 12,56 Millionen Einwohner über einen Migrationshintergrund.

 
Mehr als zwei Drittel dieser Personen (68 Prozent) besaßen eine eigene Migrationserfahrung, d.h. sie waren aus dem Ausland selbst nach Deutschland zugewandert. Von den im Freistaat lebenden 2,49 Millionen Zugewanderten und ihren Nachkommen hatten 1,17 Mill. (47 Prozent) eine ausländische Staatsangehörigkeit, 1,32 Millionen besaßen hingegen einen deutschen Pass.

 
Knapp 28 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund waren jünger als 20 Jahre; bei den Menschen ohne Migrationshintergrund waren es dagegen nur rund 16 Prozent. Entgegengesetzt verhält es sich bei den 65 Jährigen oder Älteren. Zu dieser Altersgruppe zählte nur rund jeder zehnte Einwohner mit Migrationshintergrund, aber fast ein Viertel derjenigen ohne Migrationshintergrund (23 Prozent).

 
Insgesamt hatte rund ein Drittel (33 Prozent) aller Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund, darunter haben nur knapp neun Prozent eine eigene Migrationserfahrung. In der Altersklasse der 20- bis 24-Jährigen waren 56 Prozent selbst aus dem Ausland zugewandert, bei den 25- bis 35-Jährigen waren es bereits 82 Prozent.

 
Von den 2,49 Millionen Personen mit Migrationshintergrund hatten fast drei Viertel (74 Prozent) ihre Wurzeln in einem europäischen Land. Der Herkunftsregion Afrika waren rund 58 000 Migranten zuzurechnen, Amerika etwa 77 000 und Asien, Australien oder Ozeanien 331 000.

 
Unter den sieben bayerischen Regierungsbezirken wiesen Oberbayern mit 24 Prozent und Mittelfranken mit 23 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund auf. Demgegenüber lagen die Anteilswerte in der Oberpfalz und Oberfranken mit 13 bzw. 12 Prozent am niedrigsten.



Methodische Hinweise:

Die vorliegenden Ergebnisse des Mikrozensus 2013 wurden auf einen neuen Hochrechnungsrahmen umgestellt. Grundlage hierfür sind die aktuellen Eckzahlen der laufenden Bevölkerungsfortschreibung, die auf den Daten des Zensus 2011 basieren.



Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Bevölkerung in Bayern nach Regierungsbezirken Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Bevölkerung in Bayern nach Regierungsbezirken






Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.