Auf einen Blick

Pressemitteilung

376/2014/41/A
München, den 19. Dezember 2014

Höchste Sterbefallzahl seit 1975

Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen weiterhin die häufigsten Todesursachen

 
Im Jahr 2013 verstarben in Bayern insgesamt 126.903 Personen, knapp 1.500 Personen mehr als im Vorjahr und damit so viele wie seit 1975 nicht mehr. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, waren etwa zwei Drittel aller Todesfälle auf Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen zurückzuführen. Unfälle und andere äußere Einflüsse machten dagegen nur gut zwei Prozent aller Todesursachen aus, Selbstmorde nur etwa ein Prozent. Die Gründe für das Ableben der Verstorbenen im Freistaat blieben somit in ihrer Verteilung stabil.

 
Im Jahr 2013 verstarben in Bayern insgesamt 126.903 Personen, davon 60.498 Männer und 66.405 Frauen. Die Zahl der Verstorbenen erhöhte sich verglichen mit dem Vorjahr um 1.455 Personen bzw. um ein Prozent. Mit 127.931 Todesfällen wurde zuletzt im Jahr 1975 ein höherer Wert erreicht. Damals lag die Sterberate jedoch bei zwölf Gestorbenen je tausend Einwohnern, während sie heute – ebenso wie im Vorjahr – nur einen Wert von zehn je tausend Einwohner erreicht. Das mittlere Sterbealter ist erneut angestiegen und liegt nun bei 78,5 Jahren (+0,2 Jahre bzw. +2 Monate). Da die Sterblichkeit laut dieser Indikatoren weiterhin niedrig ist, ist die erhöhte Sterbefallzahl also vor allem darauf zurückzuführen, dass Bayern seine Bevölkerungszahl seit 1975 um 17 Prozent bzw. 1,8 Millionen Personen erhöhen konnte (2013: 12,604 Millionen, 1975: 10,810 Millionen).

 
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, nahmen mit der gestiegenen Sterbefallzahl alle Todesursachen gleichmäßig zu. Die häufigste Todesursache bildeten wie in den Vorjahren mit deutlichem Vorsprung die Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 51.941 Verstorbenen (41,0%), gefolgt von den bösartigen Neubildungen mit 30.672 Todesfällen (24,2%). Die in diesem Zusammenhang am häufigsten betroffenen Organe waren bei Männern Bronchien und Lunge, bei Frauen die Brustdrüsen. Es folgten Erkrankungen des Atmungs- (8.376 Sterbefälle bzw. 6,6%) und des Verdauungssystems (5.627 Sterbefälle bzw. 4,4%), Demenzerkrankungen (5.382 Sterbefälle bzw. 4,2%) und äußere Ursachen wie Unfällen, Verletzungen und Vergiftungen (4.519 Sterbefälle bzw. 3,6%). Unter letztere Kategorie fallen auch die 1.700 Menschen (1,4%), die sich 2013 selbst das Leben nahmen.

 
Auffällig war zudem, dass die Todesursachen bei Männern und Frauen ungleich verteilt sind: Frauen sterben eher an Kreislauf-Erkrankungen und Demenz (2013: 49,8%) als Männer und damit an klassischen altersbedingten Todesursachen. Mehr als 97 Prozent der an einer solchen Krankheit verstorbenen Frauen waren im Jahr 2013 65 Jahre und älter. Männer scheiden im Geschlechtervergleich dagegen überdurchschnittlich häufig wegen Krebserkrankungen (2013: 27,1%) und Transportmittelunfällen (2013: 0,9%) aus dem Leben. Und sie begehen deutlich öfter Selbstmord: mit 2,1 Prozent waren vorsätzliche Selbstbeschädigungen dreimal häufiger eine männliche denn eine weibliche Todesursache.
 
 
Hinweis:

Weitere Daten zu den Sterbefällen und Todesursachen in Bayern erhalten Sie über folgende Links:

Statistik der Sterbefälle auf GENESIS-Online

Todesursachenstatistik auf GENESIS-Online
 
 

Todesursachen 2013 in Bayern

 

Pos.Nr.
ICD-10 1)

Todesursachen

Verstorbene

insgesamt

männlich

weiblich

Anzahl

in %

Anzahl

in %

Anzahl

in %

 

A00-T98

Insgesamt,

darunter:

 

126.903

100,0

60.498

100,0

66.405

100,0

A00-B99

Bestimmte infektiöse
und parasitäre Krankheiten

 

2.710

2,1

1.258

2,1

1.452

2,2

C00-C97

Bösartige Neubildungen
(Krebs)

 

30.672

24,2

16.419

27,1

14.253

21,5

F00-F99

Psychische und Verhaltens-
störungen,

davon:

6.351

5,0

2.387

3,9

3.964

6,0

F01-F03

Demenzielle Erkrankungen

 

5.382

4,2

1.675

2,8

3.707

5,6

I00-I99

Krankheiten des Kreislauf-

systems

 

51.941

40,9

22.611

37,4

29.330

44,2

J00-J99

Krankheiten des Atmungs-
systems

 

8.376

6,6

4.394

7,3

3.982

6,0

K00-K93

Krankheiten des Verdauungs-
systems

 

5.627

4,4

2.833

4,7

2.794

4,2

S00-T98

Verletzungen, Vergiftungen
und bestimmte andere  Folgen äußerer Ursachen,

davon:

4.519

3,6

2.904

4,8

1.615

2,4

V01-V99

Transportmittelunfälle

726

0,6

530

0,9

196

0,3

W00-W19

Stürze

1.387

1,1

695

1,1

692

1,0

X60-X84

Vorsätzliche Selbst-

beschädigung (Suizid)

1.727

1,4

1.258

2,1

469

0,7

_______

 

 

 

 

 

 

 

1) Nach der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision (ICD-10).

 
 

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.