Auf einen Blick


Pressemitteilung

43/2014/42/A
München, den 25. Februar 2014

Rund 349 000 nichteheliche Lebensgemeinschaften in Bayern

Jedes vierte unverheiratete Paar mit Kindern

Im Jahr 2012 lebten in Bayern nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung über 3,1 Millionen gemischtgeschlechtliche Paare, davon knapp 2,8 Millionen Ehepaare und rund 349 000 nichteheliche Lebensgemeinschaften. Somit wohnte 2012 etwa jedes neunte Paar ohne Trauschein zusammen. Diese Lebensform ist dabei unter den 25- bis unter 30-Jährigen am häufigsten vorzufinden. In dieser Altersgruppe lebte etwa jeder sechste Mann bzw. jede fünfte Frau unverheiratet mit einem Partner zusammen. – Knapp ein Viertel der nichtehelichen Paare teilte sich den Haushalt gemeinsam mit seinen Kindern.

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, gab es im Jahr 2012 in Bayern rund 349 000 nichteheliche Lebensgemeinschaften. Zu diesen zählen nach der Definition des Mikrozensus unverheiratete gemischtgeschlechtliche Paare, bei denen beide Partner gemeinsam in einem Haushalt wohnen und wirtschaften.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, stellten von den insgesamt rund 3,146 Millionen gemischtgeschlechtlichen Paaren im Freistaat die Ehepaare nach wie vor das Gros, allerdings zeichnete sich hier eine leicht rückläufige Entwicklung gegenüber 2005 ab. Während von 2005 bis 2012 die Zahl der Ehepaare von rund 2,857 Mill. auf 2,797 Mill. zurückging, stieg die Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften von rund 326 000 auf 349 000 an. Damit lebte 2012 etwa jedes neunte Paar (rund elf Prozent) unverheiratet zusammen.

Nichteheliche Lebensgemeinschaften sind vor allem bei jüngeren Erwachsenen verbreitet. In der Altersgruppe der 25- bis unter 30-Jährigen entschieden sich etwa jeder sechste Mann (knapp 17 Prozent) und fast jede fünfte Frau (gut 19 Prozent) für ein Zusammenleben ohne Trauschein. Verheiratet waren 15 Prozent der Männer dieser Altersklasse sowie rund 30 Prozent der Frauen. Weitere 68 Prozent der Männer und rund die Hälfte der Frauen lebten ohne einen Partner des jeweils anderen Geschlechts zusammen. Darunter fielen insbesondere junge Erwachsene, die noch im Haushalt der Eltern wohnten oder alleinstehend waren.

Für die über 30-jährigen Personen nimmt mit zunehmendem Alter die Bedeutung des unverheirateten Zusammenlebens ab. Einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gehörten insgesamt rund sechs Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen im Alter von jeweils 30 Jahren oder älter an.

Gut 70 Prozent aller Frauen und 73 Prozent der Männer in nichtehelichen Lebensgemeinschaften waren ledig sowie 21 bzw. 22 Prozent geschieden. Rund acht Prozent der Frauen bzw. fünf Prozent der Männer waren verwitwet oder noch verheiratet, aber getrennt lebend vom bisherigen Ehepartner.

Nach wie vor wächst die Mehrheit der Kinder bei verheirateten Eltern auf, doch auch unverheiratete Paare ziehen nicht selten Kinder groß. So teilte sich 2012 beinahe jedes vierte nichteheliche Paar den Haushalt mit einem bzw. mehreren Kindern unter 18 Jahren (knapp 24 Prozent).

Bei rund drei Viertel aller Paare ohne Trauschein gingen beide Partner einer Erwerbstätigkeit nach. In rund elf Prozent der Fälle arbeitete allein der Mann, bei gut fünf Prozent nur die Frau. Gut acht Prozent der nichtehelichen Lebensgemeinschaften gaben an, dass keiner der Partner eine Erwerbstätigkeit ausübte.



Methodischer Hinweis:

Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um die ermittelten Befragungsergebnisse auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen zu können, werden ausreichend strukturierte und fortgeschriebene Bevölkerungseckzahlen benötigt. Die vorliegenden Ergebnisse des Mikrozensus 2012 beruhen noch auf den Fortschreibungsergebnissen auf der Basis Volkszählung 1987. Eine Hochrechnung des Mikrozensus auf Grundlage der aktuellen Fortschreibung des mit
Stichtag 9. Mai 2011 durchgeführten Zensus ist erst ab dem Mikrozensus 2013 vorgesehen, da die erforderlichen fortgeschriebenen Bevölkerungsdaten auf der Basis Zensus 2011 noch nicht vorliegen.



Weitere Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Haushalte und Familien in Bayern 2012“ (Bestellnummer: A62043 201200). Der Bericht kann im Internet unter https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax
(Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Post bestellt werden.

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.