Auf einen Blick

Pressemitteilung

76/2014/55/A
München, den 21. März 2014

2013 erneut weniger Schwangerschaftsabbrüche

Zweitniedrigste Zahl seit 1996

Im Jahr 2013 wurden 11 886 Schwangerschaftsabbrüche bei Frauen mit Wohnsitz in Bayern durchgeführt. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung sank die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche damit um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf den zweitniedrigsten Stand seit 1996.

Im Jahr 2013 wurden in den Arztpraxen bzw. OP-Zentren oder einem Krankenhaus insgesamt 11 886 Schwangerschaftsabbrüche bei Frauen mit einem Wohnsitz in Bayern durchgeführt. Das waren nach Angaben des Bayerischen Landesamts 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr (2012: 12 040). Damit setzte sich der seit dem Jahr 2004 rückläufige Trend bei den Schwangerschaftsabbrüchen in Bayern weiter fort, dessen einzige Ausnahme das Jahr 2011 mit einem Anstieg darstellte.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren annähernd drei Viertel (70,7 Prozent) der betroffenen Frauen zum Zeitpunkt des Schwangerschaftsabbruches zwischen 18 und 34 Jahre alt, damit blieb der Anteil dieser Altersgruppe gegenüber 2000 (71,8 Prozent) fast unverändert. 16,8 Prozent der Frauen, die einen Abbruch vornahmen, waren 35 bis 39 Jahre alt; im Vergleich dazu waren es 2000 in dieser Altersgruppe 17,0 Prozent. In 8,5 Prozent der Fälle waren die Frauen 40 Jahre oder älter (2000: 6,9 Prozent). Bemerkenswert ist, dass 2013 der Anteil der unter 18-Jährigen mit 4,1 Prozent erstmals seit 2009 wieder gestiegen ist.

Differenziert nach dem Familienstand, machten verheiratete Frauen im Jahr 2013 einen Anteil von 40,4 Prozent unter den Schwangerschaftsabbrüchen aus. Im Jahr 2000 betrug der Anteil der verheirateten Frauen sogar 48,3 Prozent.

87,9 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche führten die Ärzte in gynäkologischen Arztpraxen bzw. OP-Zentren ambulant durch. Im Jahr 2000 wurden mit 81,7 Prozent etwas weniger Abbrüche in gynäkologischen Praxen/OP-Zentren vorgenommen. Nur 863 und damit 7,3 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche fanden 2013 ambulant im Krankenhaus statt (2000: 2 159 bzw. 13,0 Prozent). In 581 Fällen bzw. 4,9 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche war der Eingriff im Jahr 2013 mit einem stationärem Krankenhausaufenthalt verbunden (2000: 874 bzw. 5,3 Prozent).

Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (73,8 Prozent) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt, bei 14,5 Prozent kamen medikamentöse Verfahren zum Einsatz.

Schwangerschaftsabbrüche von Frauen mit Wohnsitz in Bayern 1996, 2000 und 2004 bis 2013
 nach Alter, Familienstand der Schwangeren sowie Ort des Eingriffs

Alter
Familienstand
Ort des Eingriffs

1996

2000

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

Schwangerschaftsabbrüche insgesamt

12 726

16 603

16 155

14 294

13 593

13 364

12 736

12 054

11 696

12 325

12 040

11 886

davon nach Alter der Schwangeren

unter 18 Jahre

 436

715

918

820

669

674

600

540

476

464

432

482

18 bis 34 Jahre

9 350

11 919

11 182

9 825

9 386

9 312

8 873

8 566

8 354

8 785

8 571

8 399

35 bis 39 Jahre

2 124

2.827

2.852

2 486

2 395

2 290

2 118

1 932

1 835

1 993

1 943

1 999

40 oder mehr Jahre

 816

1 142

1 203

1 163

1 143

1 088

1 145

1 016

1 031

1 083

1 094

1 006

davon nach Familienstand der Schwangeren

Ledig

5 397

7 298

7 859

6 959

6 602

6 794

6 511

6 169

6 017

6 354

6 390

6 395

Verheiratet

6 251

8 020

7 240

6 405

6 027

5 616

5 228

4 965

4 795

5 144

4 833

4 799

Verwitwet

 111

 98

 75

 60

 55

 38

 55

 40

 51

 40

 47

 36

Geschieden

 967

1 187

 981

 870

 909

 916

 942

 880

 833

 787

 770

 656

davon nach dem Ort des Eingriffs

Gynäkologische Praxis

9 414

13 570

14 364

12 317

12 037

11 655

11 011

10 637

10 175

10 642

10 510

10 442

Krankenhaus (ambulant)

2 595

2 159

1 264

1 483

1 123

1 211

1 183

 865

 957

1 028

 927

 863

Krankenhaus (stationär)

 717

 874

 527

 494

 433

 498

 542

 552

 564

 655

 603

 581

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.