Auf einen Blick


Pressemitteilung

95/2014/44/A
München, den 10. April 2014

Zensus 2011: Bayerns Bevölkerung altert zunehmend

Anteil der älteren Bevölkerung wächst, gleichzeitig Rückgang des Anteils der Kinder und Jugendlichen – Mehr als 3 000 Menschen waren 99 Jahre oder älter


Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung liegen nun weitere Ergebnisse des Zensus 2011 vor, insbesondere detaillierte Angaben zur Altersstruktur der Bevölkerung. Die Ergebnisse belegen die zunehmende Alterung der bayerischen Bevölkerung. Belief sich das Durchschnittsalter bei der letzten Volkszählung 1987 noch auf 38,6 Jahre, waren im Mai 2011 die Einwohner des Freistaates im Durchschnitt 42,5 Jahre alt. Auch die Lebenserwartung hat sich deutlich erhöht. So waren von den 12 397 614 Menschen, die zum Zensusstichtag 9. Mai 2011 in Bayern lebten, 3 041 Personen 99 Jahre oder älter.

Zum Stichtag 9. Mai 2011 lebten in Bayern 12 397 614 Menschen. 3 041 Menschen waren nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung 99 Jahre oder älter. Bei der Volkszählung am 25. Mai 1987 gab es nur 499 Einwohner in diesem Alter, womit sich die Zahl der 99-Jährigen und Älteren seit damals versechsfacht hat. Die Zahl der Hochbetagten insgesamt, d.h. der Menschen im Alter von 80 Jahren oder älter, stieg im gleichen Zeitraum um fast 75 Prozent von 361 219 auf 625 331 an. Dadurch erhöhte sich auch der Anteil dieser Altersgruppe an der Bevölkerung von 3,3 Prozent auf 5,0 Prozent.

Insgesamt gab es in Bayern von 1987 bis 2011 eine deutliche Verschiebung in der Altersverteilung von „jung nach alt“. Bei der Volkszählung 1987 war die Babyboom-Generation, die die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre umfasst, zwischen 17 und 37 Jahre alt. In der Zeit, die zwischen den beiden Volkszählungen liegen, sind die "Babyboomer" in die Jahre gekommen. Beim Zensus 2011 waren nun die Altersjahrgänge der 41- bis 61-Jährigen am stärksten vertreten.

Eine deutliche Erhöhung der Bevölkerungszahlen zeigt sich auch in den Altersjahrgängen der 68- bis 71-Jährigen. Während 1987 der Anteil dieser Altersgruppe an der Bevölkerung noch 2,2 Prozent betrug, hat er sich 2011 mit 4,7 Prozent mehr als verdoppelt. Die ab 1965 rückläufigen und seit Mitte der 1970er Jahre relativ niedrigen Geburtenzahlen führten gleichzeitig zur Abnahme des Anteils der Jüngeren an der Bevölkerung. So sank beispielsweise die Zahl der 6-jährigen oder jüngeren Kinder seit der Volkszählung 1987 von 793 505 auf 741 443 und damit deren Anteil an der Bevölkerung von 7,3 auf 6,0 Prozent. Diese Ergebnisse des Zensus 2011 belegen, dass immer mehr ältere Menschen in Bayern leben.

Verglichen mit dem Bundesdurchschnitt erwies sich die Bevölkerung Bayerns dennoch als "jünger". Das zeigt sich unter anderem auch an den so genannten Jugend- bzw. Altenquotienten, die das Verhältnis zwischen der noch nicht erwerbsfähigen bzw. nicht mehr erwerbsfähigen und der erwerbsfähigen Bevölkerung beschreiben.

Während in Bayern der Jugendquotient 31,5 betrug, also 31,5 junge Menschen unter 20 Jahren auf 100 Erwerbsfähige im Alter zwischen 20 und 64 Jahren kamen, lag der Bundeswert bei 30,3. Innerhalb Bayerns ergab sich für den Regierungsbezirk Schwaben mit 33,7 der höchste Jugendquotient, den niedrigsten Wert mit 30,6 wies Oberfranken auf.

Der Altenquotient, der angibt, wie viele Senioren und Seniorinnen ab 65 Jahren auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren treffen, war in Bayern mit 31,8 geringer als im Bundesdurchschnitt mit 33,8.

Betrachtet man den Altenquotient für die einzelnen Regierungsbezirke Bayerns, so ergab sich mit 34,7 der höchste Wert für Oberfranken, der niedrigste Wert war mit 30,7 für Oberbayern und die Oberpfalz zu verzeichnen. Bei der Volkszählung 1987 waren die Altenquotienten mit Werten zwischen 26,2 (Oberfranken) und 22,8 (Oberpfalz) durchwegs deutlich geringer. Für Bayern insgesamt lag damals der Altenquotient bei 24,0.

Während bei der Volkszählung 1987 das Durchschnittsalter der Bevölkerung noch bei 38,6 Jahren lag, waren die Menschen in Bayern am 9. Mai 2011 im Durchschnitt 42,5 Jahre alt. Der regionale Vergleich zeigt, dass das durchschnittliche Alter der Bevölkerung tendenziell in den Landkreisen Unterfrankens, Oberfrankens sowie in den südlichen Landkreisen Oberbayerns mit z.T. über 44 Jahren relativ hoch war. Demgegenüber war die Bevölkerung in den Landkreisen Freising (39,7 Jahre), Erding (39,7 Jahre) und Eichstätt (40,6 Jahre) im Durchschnitt deutlich jünger.


Hinweis:

Nähere Informationen zur Altersstruktur der Bevölkerung in Bayern am 9. Mai 2011 auf Ebene der Regierungsbezirke und Landkreise enthält der Statistische Bericht „Zensus 2011 Daten zur Altersstruktur der Bevölkerung“ (Bestellnummer: AO2013 201451).

Der Bericht kann hier als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Bezug von Druckausgaben erhalten Sie beim Vertrieb per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de),
Fax (Fax-Nr. 089 2119-3457) oder Telefon (089 2119-3205).

Darüber hinaus bietet das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung eine Reihe von Informationsangeboten zu den Ergebnissen des Zensus 2011, unter anderem eine umfangreiche Datenbank an. Diese steht der Öffentlichkeit kostenlos unter www.zensus2011.de zur Verfügung.


 
Abbildung 1: Bevölkerungspyramide

Altersaufbau der Bevölkerung Bayerns am 9. Mai 2011 und an 25. Mai 1987 nach Geschlecht Altersaufbau der Bevölkerung Bayerns am 9. Mai 2011 und an 25. Mai 1987 nach Geschlecht



Abbildung 2: Karte Bayerns auf Kreisebene mit dem Durchschnittsalter der Bevölkerung am 9. Mai 2011

Durchschnittsalter der Bevölkerung in den kreisfreien Städten und Landkreisen Bayerns am 9. Mai 2011 Durchschnittsalter der Bevölkerung in den kreisfreien Städten und Landkreisen Bayerns am 9. Mai 2011

Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.