Auf einen Blick

Pressemitteilung

138/2015/52/D
München, den 28. Mai 2015

Weniger Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen im ersten Quartal 2015 in Bayern

Durchschnittliche Forderungssumme pro Unternehmensinsolvenzantrag ebenfalls rückläufig

 
Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden im ersten Quartal 2015 bei den bayerischen Insolvenzgerichten insgesamt 3 722 Insolvenzverfahren beantragt, darunter 671 Unternehmens- und 2 172 Verbraucherinsolvenzverfahren. Verglichen mit dem ersten Quartal 2014 ging die Anzahl der beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren damit um 1,5 Prozent und die der beantragten Verbraucherinsolvenzverfahren um 4,4 Prozent zurück. Gut zwei Drittel (68,3 Prozent bzw. 458) der beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren wurden eröffnet, während 31,7 Prozent mangels Masse abgewiesen werden mussten. Damit gab es um 7,3 Prozent weniger eröffnete Unternehmensinsolvenzverfahren als im ersten Quartal 2014. – Auf ein beantragtes Unternehmensinsolvenzverfahren entfielen im Mittel voraussichtliche Gläubigerforderungen in Höhe von 637 477 Euro, deutlich weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal (1,09 Millionen Euro). Bei den Verbraucherinsolvenzverfahren lag die durchschnittliche Forderungssumme pro beantragtes Verfahren im Berichtszeitraum bei 56 229 Euro, während sie im Vorjahresquartal 49 616 Euro betragen hatte.

 
Insgesamt 3 722 Insolvenzverfahren wurden im ersten Quartal des Jahres 2015 bei den bayerischen Amtsgerichten beantragt, darunter 671 Unternehmensinsolvenzen und 2 172 Verbraucherinsolvenzen.

 
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, ging die Anzahl der Insolvenzverfahren insgesamt im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 4,0 Prozent zurück, die Zahl der Unternehmensinsolvenzen lag um 1,5 Prozent unter dem Vorjahreswert und die der Verbraucherinsolvenzen um 4,4 Prozent.

 
Die restlichen 879 Insolvenzverfahren betrafen natürliche Personen als Gesellschafter, ehemals selbstständig Tätige, Nachlässe und Gesamtgut; verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zeigte sich auch hier ein Rückgang (-4,9 Prozent).

 
Von den insgesamt 671 im Berichtszeitraum beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren wurden 458 Verfahren bzw. 68,3 Prozent eröffnet und 213 bzw. 31,7 Prozent mangels Masse abgewiesen.

 
Pro Insolvenzantrag eines Unternehmens betrugen die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger durchschnittlich 637 477 Euro und lagen damit deutlich unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresquartals (1,09 Millionen Euro).

 
Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags waren bei den Unternehmen, die im ersten Quartal des Jahres 2015 Insolvenz beantragt und Angaben zu den Beschäftigten gemacht hatten, 3 477 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren 3 921 Beschäftigte bzw. um 11,3 Prozent weniger von einer Unternehmensinsolvenz betroffen.

 
Gut die Hälfte der insolventen Unter-nehmen (53,7 Prozent) war zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags unter 8 Jahren alt; knapp ein Viertel (23,4 Prozent) der Unternehmen konnten sich nur bis zu drei Jahre lang im Markt halten, bevor sie Insolvenz beantragen mussten.

 
Von den 2 172 im ersten Quartal 2015 beantragten Verbraucherinsolvenzverfahren wurden 98,3 Prozent (bzw. 2 136 Verfahren) eröffnet, in 1,4 Prozent der Fälle wurde ein Schuldenbereinigungsplan angenommen und weniger als ein Prozent wurden mangels Masse abgewiesen.

 
Die voraussichtlichen Fordrungen der Gläubiger gegenüber den Verbrauchern, die Insolvenz anmelden mussten, beliefen sich auf insgesamt 122,1 Millionen Euro und lagen damit um 8,3 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert.

 
Pro beantragtes Verbraucherinsolvenzverfahren betrugen die voraussichtlichen Gläubigerforderungen durchschnittlich 56 229 Euro und lagen damit um 13,3 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahresquartals.




Beantragte Insolvenzverfahren in Bayern im ersten Quartal des Jahres 2015

 

Insolvenzverfahren

im ersten Quartal des Jahres 2015

im ersten Quartal des Jahres 2014:

Insolvenz-verfahren insgesamt

Veränderung ggü.

dem ersten Quartal des Jahres 2014
(in %)

insgesamt

eröffnet

mangels Masse abgewiesen

Schulden-bereinigungs-plan

angenommen

Insgesamt

3 722

3 378

307

37

3 877

-4,0

Unternehmen

671

458

213

X

681

-1,5

Übrige Schuldner

3 051

2 920

94

37

3 196

-4,5

davon

 

 

 

 

 

 

Verbraucher

2172

2136

6

30

2272

-4,4

natürliche Personen als Gesellschafter

17

15

2

X

19

-10,5

ehemals selbstständig Tätige1)

730

676

47

7

774

-5,7

Nachlässe und Gesamtgut

132

93

39

X

131

0,8

______________

1) Vereinfachte Verfahren und Regelinsolvenzverfahren.




Regionalisierte Zahlen:

  • Insolvenzen nach Verwaltungsbezirken
    Landkreise - erstes Quartal 2015
  • Insolvenzen nach Verwaltungsbezirken
    Landkreise - erstes Quartal 2014





Nachdruck - auch auszugsweise - mit Quellenangabe erwünscht.